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Sonntag, 12. Oktober 2014

Buddhisten auf der Frankfurter Buchmesse 2014



Traudel Reiß und der neue Rat der Deutschen Buddhistischen Union haben beschlossen die langjährige Präsenz der Deutschen Buddhistischen Union auf der Frankfurter Buchmesse aufzugeben. In den vergangenen Jahren war die DBU immer mit 20 bis 30 buddhistischen Verlagen und einem kleinen, kostenlos verteilten Magazin auf der größten Buchmesse der Welt präsent.


Nun wurde, ohne vorab die Öffentlichkeit und die Mitarbeiter der DBU in Frankfurt zu informieren, diese Präsenz aufgegeben.

Im Jahr 2014 wurde nun der Buddhismus vor allem von Fo Guang Shan mit Buddhas Light Publishing sowie Soka Gakkei und "Happy Science" auf der Buchmesse sichtbar repräsentiert. Auch das unter der Schirmherrschaft von Dalai Lama und Lhoden Sherab Dagyab stehende Tibethaus Deutschland welches als DBU-Mitglied bisher die Präsenz der DBU auf der Messe immer tatkräftig unterstützt hat, ist auf der Frankfurter Buchmesse 2014 vertreten.

In der Halle 3.1 treffen sich jedes Jahr Verlage der Weltreligionen sowie Verlage, die vorwiegend spirituelle Druckwerke publizieren.

Von sonderbaren evangelikalen Gruppen aus den USA bis zur evangelischen und zur katholischen Kirche sind Christen in dieser Halle immer gut aufgestellt.
Auch muslimische Gruppen und Moscheevereine präsentieren den Koran sowie andere Druckwerke ihres Glaubens jedes Jahr in dieser Halle und auf weiteren Veranstaltungen der Buchmesse.

Oft, wenn auch nicht regelmäßig, präsentiert der Hindu Schankarar Sri Kamadchi Ampal Tempel e.V. sich und seinen Tempel in Hamm, der als der größte hinduistische Tempel auf dem europäischen Kontinent gilt.

Dienstag, 13. Mai 2014

Dalai Lama - Tibet - Die Fakten zum „Shugden Konflikt“ und den Protesten



Statement vom Tibethaus Deutschland e.V.

S. H. der XIV. Dalai Lama befindet sich seit dem 4. Mai auf einer Reise durch Europa. Zunächst hat er Riga besucht, momentan befindet er sich in Oslo, danach geht es weiter nach Rotterdam, und am Schluss wird er zu unserer großen Freude unser Gast in Frankfurt sein.

S. H. der Dalai Lama, der 1989 den Friedensnobelpreis verliehen bekommen hat, ist seit vielen Jahren unermüdlich unterwegs und wirbt für mehr Menschlichkeit, Toleranz, Verbundenheit. Er engagiert sich intensiv für den interreligiösen und interkulturellen Dialog.

Seit einiger Zeit gibt es jedoch eine professionelle, internationale Gruppe von Anti Dalai Lama Demonstranten, die – finanziell gut ausgestattet – dem Dalai Lama weltweit nachreisen: Die "International Shugden Community", deren Zentrale nicht bekannt ist. Diese Gruppe, die sektenartigen Charakter hat, macht gegen den Dalai Lama Front und unterstellt ihm, er würde einen Bann gegen sie und die Ausübung ihres Kultes verhängt haben. Der Dalai Lama kann aber kraft seiner Person niemanden seine religiöse Praxis verbieten. Er kann aber aus seiner Verantwortung als Dalai Lama und tibetischer buddhistische Lehrer davon abraten. Ob jemand diesen Rat akzeptiert oder nicht, ist letztendlich die eigene persönliche Entscheidung.

Die – zumeist nicht deutschsprachigen – Demonstranten werden höchstwahrscheinlich auch in Frankfurt demonstrieren, wenn der Dalai Lama im Rahmen von mehreren Veranstaltungen spricht. Die International Shugden Community wird wie zuvor in Oslo ihre Anschuldigungen medienwirksam auf wenige Phrasen reduzieren und keine Gelegenheit auslassen, den Dalai Lama und seine Botschaft des Mitgefühls, Friedens und Toleranz zu demontieren.

Damit Sie, sollten Sie Mitgliedern der International Shugden Community begegnen (viele tragen die Roben von buddhistischen Mönchen und Nonnen), vorinformiert sind, möchten wir Sie auf einige Passagen der aktuellen Erklärung der offiziellen Vertretung der buddhistischen Ordinierten in Deutschland, der DBO, zu dieser Gruppierung hinweisen (siehe unten). Es gibt inzwischen auch Studien von Religionswissenschaftlern und anderen Experten zu den Aktivitäten dieser Gruppierung, die Sie, sollten Sie tiefergehend interessiert sein, lesen können (Links zu weiterführenden Websites findet sie am Ende).

Auszug aus der Erklärung der DBO „der Deutschen Buddhistischen Ordiniertengemeinschaft“ zum Shugden Konflikt (5/2014): „Wir bedauern, dass zu einer Zeit, in der die tibetisch-buddhistische Lehre in ihrem Stammland Tibet großem Druck ausgesetzt ist, eine einzelne buddhistische Gruppierung im Westen versucht, mit unhaltbaren Vorwürfen dem Dalai Lama und dem tibetischen Buddhismus Schaden zuzufügen.

Zum Hintergrund:
Schon in den Jahren 1996 bis 1998 und insbesondere seit 2008 läuft eine internationale, sehr professionell und leider äußerst aggressiv geführte Medien- und Demonstrationskampagne zumeist westlicher Anhänger des sog. „Schützers“ Dorje Shugden gegen den Dalai Lama.
Der Grund ist folgender: Das religiöse Oberhaupt der Tibeter hat seit 1978 immer wieder in der Öffentlichkeit betont, dass die Anrufung Shugdens sich zu einer Kultpraxis mit stark sektiererischen Zügen gewandelt hat. Dies könne er nicht gutheißen. In der Tat bestätigen Religionswissenschaftler und Tibetologen, dass die organisierte Form der Shugden-Verehrung mit der Überzeugung verbunden ist, die Gelug-Schule innerhalb des Buddhismus sei den anderen tibetisch-buddhistischen Schulen überlegen. Ein weiterer Kritikpunkt des Dalai Lama ist, dass sich diese Praxis immer weiter von der buddhistischen Lehre entfernt habe.

Wer steht hinter der Kampagne gegen den Dalai Lama?
Bei den international gut vernetzten Protestierenden handelt es sich im Wesentlichen um Mitglieder der Neuen Kadampa Tradition (NKT), einer Organisation, die vom tibetischen Gelehrten Geshe Kelsang Gyatso in England gegründet wurde. Sie ist eine der am schnellsten wachsenden Organisationen in Großbritannien. Nach außen präsentiert sie sich als modern, zeitgemäß und demokratisch, intern jedoch – so die Aussagen ehemaliger Anhänger – ist die Organisation durch rigide, sektenhafte Strukturen gekennzeichnet mit Kelsang Gyatso als unangreifbarem und alleinigem Herrscher.
Für das Organisieren weltweiter Proteste gründet die NKT immer wieder neue „Frontorganisationen“, die den Hintergrund der Protestierenden verschleiern. Die International Shugden Community (ISC) ist bereits die dritte dieser Art. Die von ihr betriebenen Shugden- Webseiten haben kein Impressum, werden anonym betrieben („domains by proxy“) und nennen keine Person, die presserechtlich für die Anschuldigungen verantwortlich ist.

Der vollständige Text findet sich unter: http://buddhistische-ordensgemeinschaft.de.

Empfehlenswert für diejenigen, die detaillierte Hintergrundinformationen zum Thema bekommen wollen, ist die Homepage: http://info-buddhismus.de/shugden.html

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an: info@tibethaus.com

© Tibethaus Deutschland e.V. 2014

Nicht alle die einen roten Umhang tragen sind Mönche oder gar mitfühlend und friedlich:

Mittwoch, 23. Januar 2013

Chinesen verhaften weitere 15 Tibeter

Chinesische Behörden nehmen 15 Tibeter wegen Weitergabe von Informationen über Feuerproteste fest

Bei ihrem harten Vorgehen als Reaktion auf die Welle der Selbstverbrennungsproteste haben die chinesischen Behörden nun in der Region Luchu der Präfektur Kanlho, Provinz Gansu, acht weitere Tibeter festgenommen, darunter auch jemanden aus der Familie eines Feueropfers, weil sie angeblich Außenstehende mit Informationen über die Feuerproteste versorgt haben.

Am 20. Dezember 2012 stellten die Behörden Kalsang Samdrub, einen 44jährigen Mönch des Klosters Sherab Phuntsok Rabgayling, in seiner Unterkunft im Kloster zur Rede. Am folgenden Tag nahmen sie ihn fest, weil er angeblich mit den „spalterischen“ Kräften im Ausland in Verbindung stehe.

Die anderen sieben, Nyima, Lhamo Dorje, Dorjee Dhondrub, Kalsang Kyab, Kalsang Sonam, Kalsang Namdren und Sonam Kyi, die alle Laien sind, wurden drei Tage später festgenommen. Die Behörden warfen ihnen vor, Leute von außerhalb kontaktiert und ihnen Informationen über den Selbstverbrennungsprotest von Tsering Namgyal, der sich 29. November 2012 in der Nähe eines Regierungsgebäudes in Luchu in Brand gesetzt hatte, geliefert zu haben.

Einer der Festgenommenen, Kalsang Namdren, ist ein Schwager von Tsering Namgyal. Die einzige Frau aus der Gruppe, Sonam Kyi, war bereits früher einmal inhaftiert, weil sie angeblich Informationen über die Massenerhebung 2008 in Lhasa an Außenstehende gesandt habe. Seit dieser Zeit ist es ihr verboten nach Lhasa zu reisen.

Statt auf die Beschwerden der Protestierenden einzugehen, haben die Behörden auf die Vielzahl der Selbstverbrennungen hin eine Reihe von strengen Gegenmaßnahmen ergriffen; so soll nun jeder, bei dem Begünstigung oder Anstiftung zur Selbstverbrennung festgestellt wird, des Mordes angeklagt werden, während Leute, die für die Feueropfer beten oder den Angehörigen ihr Beileid ausdrücken, anderweitig bestraft werden.

Schon mehrere Tibeter wurden unter der Anklage, andere mit Informationen über die Selbstverbrennungsproteste versorgt zu haben, festgenommen und zu langen Gefängnisstrafen verurteilt.

Seit 2009 gab es 96 (98) bekannt gewordene Fälle von Tibetern, die sich aus Protest gegen Chinas Herrschaft anzündeten. Auch im neuen Jahr gab es bereits eine Selbstverbrennung. Tsering Tashi, 22, erlag am 12. Januar 2013 in der Gegend Amchok von Sangchu seinen Verbrennungen.

Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, dass die chinesische Polizei in Gansu sieben Tibeter in Gewahrsam genommen habe, denen sie vorwirft, Sangye Gyatso zu seiner Tat im Oktober aufgehetzt zu haben. Hinter der Selbstverbrennung steckten laut Xinhua „führende Mitglieder des zur Dalai Clique im Ausland gehörenden Tibetischen Jugendkongresses“.

Der Dalai Lama wies in einer Erklärung die Anschuldigungen zurück, er trage mit Schuld an diesem Geschehen. Behauptungen, er habe diese Feuerproteste aus der Ferne angeregt, seien ein „Zeichen von Verzweiflung“ bei der chinesischen Führung.

Quelle Radio Free Asia u.a.

Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Angelika Oppenheimer

Montag, 2. August 2010

Buddhismus aktuell und heute



Nicht umsonst heißen die Zeitschriften zweier Dachverbände so. Nahezu jeder "Buddhismus" ist der Meinung, dass seine Schule, Tradition, Lehre oder Gruppe die für die heutige Zeit geeignete Form ist.

Es ist richtig, dass die, noch heute zugängliche, ursprüngliche Lehre des Buddha als Basis einer Weltreligion erstaunlich universell ist. Vieles von dem, was sich in den letzten rund 2.500 Jahren aus dieser ursprünglichen Lehre entwickelt hat, ist allerdings kritisch zu sehen. Vieles wurde von mehr oder weniger klugen Menschen verändert, angepasst, weiter entwickelt und nicht selten auch verfälscht.

Für mich ist ausschlaggebend, dass der Buddhismus das Potential hat frei und unabhängig, nicht nur in spirituellem Zusammenhang, zu machen. In weiteren Beiträgen versuche ich mich kritisch zu Strukturen zu äußern, die das Gegenteil bewirken. Gruppen und einzelne Menschen nutzen diese Strukturen um Menschen in Abhängigkeiten zu führen und diese Abhängigkeiten auszunutzen. Der Buddhismus hat eine große Sympathie hierzulande und das, ohne dass wirklich ein tiefer gehendes Wissen vorhanden ist. Das führt dazu, dass wissentlich und unwissentlich alles Mögliche in diese Religion hinein "geheimnisst" wird, anstatt sich mit der klaren und eindeutigen Botschaft des Buddha zu beschäftigen.

Hier einige im Internet zugängliche gute und kritische Informationen:


Buddhistische Sekten


Tibetischer Buddhismus - Fakten und Hintergründe

The broken Buddha - kritische Reflektionen zu Theravada

Dhammakaya - Nirvana for sale?

Heilsame und unheilsame Strukturen in Gruppen pdf

Die im Deutschen Wikipedia erhältlichen Informationen über Buddhismus sind zum Teil sehr gut und zu empfehlen. Bei Tibet ist Vorsicht geboten, da großer Einfluss von der chinesischen Verwaltung genommen wird und Daten und Fakten bei Wikipedia durch deren Agenten gefälscht oder umgeschrieben werden.

Portal Buddhismus bei Wikipedia

Sonntag, 3. Januar 2010

Tibet Propaganda und Wirklichkeit

Es erstaunt mich immer wieder, mit welch einfachen Argumenten mir die Rückständigkeit von Tibet, der tibetischen Gesellschaft und des Dalai Lama verdeutlicht werden soll. So bekomme ich auf Twitter zum Beispiel dieses Bild geschickt: Wohl ein Foto aus einer Zeit, in der man in Mitteleuropa noch Bilder von Menschen mit gelben Sternen oder verschiedenfarbigen Winkeln machen konnte.
Die Menschen auf diesem Bild könnten wegen Diebstahls bestrafte Tibeter vor oder nach 1951 sein. Eventuell ist es sogar das Foto einiger von chinesischen Behörden oder von kulturrevolutionären jungen Garden drangsalierten tibetischer "Konterrevolutionäre" oder "Separatisten".
Nachweise für Echtheit und Anlass des Fotodokuments fehlen fast immer wenn solche "Belege" verschickt werden. Der Gipfel ist natürlich, dass der Nutzer der Plattform Twitter mit dem Namen @_sapereaude_, ein junger Atheist, in diesem Foto den Beweis für die Brutalität des Buddhismus allgemein zu erkennen glaubt.

Ein anderer junger Teilnehmer der Plattform Twitter (mit dem engagierten Namen @Gegenstrom) empfiehlt mir die Lektüre des Buches vom Ehepaar Trikonti, deren hasserfülltes und unsachliches Druckwerk ich bereits vor Jahren mit spitzen Fingern in die Altpapiertonne befördert habe.

Ich bekomme den Link zu einer Fernsehsendung von 1997 geschickt, bei der sich mir die Frage stellt, ob die Rundfunkgebühr für eigene Recherche nicht (mehr) ausreicht und daher einfach chinesische Greuelpropaganda gezeigt wird: Panorama-Beitrag vom November 1997. Wer hat zum Beispiel die im Film gezeigten Arme abgeschnitten? Wer hat sie fotografiert? Woher kommen die Bilder prügelnder "Mönchssoldaten"? Wie kommt es, dass man so gut wie nie über Dokumentationen des "alten" Tibet verfügte und dann, nach dem es besetzt wurde solche Bilder in die Welt geschickt wurden? Jeder halbwegs medienkompetente Mitteleuropäer sollte sich diese Fragen stellen und nicht einfach fressen, was ihm von der Propaganda der derzeitigen Machthaber vorgesetzt wird.

Bild: Militärlager der Chinesen in Tibet. Wen es wirklich interessiert, der sollte mal schauen, dass er ohne chinesische Bewacher nach Tibet kommt und sich dort mit Menschen unterhält. Auch heute noch, fast 60 Jahre nachdem Tibet China gewaltsam einverleibt wurde, wird er die Wahrheit zu hören und zu sehen bekommen. Natürlich nur, wenn die zuständige Staatssicherheit nicht in der Nähe ist und die Menschen sicher sein können, dass sie auf Grund ihrer Aussagen auch anschließend nicht belangt werden können.
Seit Die Grünen zusammen mit Petra Kelly und mir über eine parlamentarische Anfrage die Diskussion zu Tibet 1986 in Gang brachten, gab es diverse Anhörungen. Über diese hinaus gab es viele weitere Gelegenheiten Aussagen von Flüchtlingen aus Tibet, Experten und kritischen Reisenden zur Kenntnis zu nehmen und/oder die Protokolle ihrer Aussagen zu lesen.
Einfacher ist es natürlich, die chinesische Propaganda zu kolportieren und zu wiederholen, was einem mundgerecht von dieser oder ein paar einheimischen Altmaoisten mitgeteilt wird.

Sonntag, 6. Dezember 2009

Naturkatastrophe in Tibet

Ökozid am „Dritten Pol“: Das große Gletscherschmelzen in Tibet

Pressemitteilung von: IGFM München

(openPR) - Rezension des Films “Meltdown in Tibet” von Jamyang Norbu (Quelle: World Tibet News, tibet.ca)

Emblem des Films von der Website
Emblem des Films von der Website "Meltdown in Tibet"


Einen Trailer zu diesem Film von Michael Buckley (Wild Yak Films) gibt es auf der Website meltdowninTibet.com.

Al Gore’s neues Buch „Our Coice: A Plan to solve the Climate Crisis“ erschien gerade rechtzeitig, um noch vor der Klima-Konferenz in Kopenhagen im Dezember vorzuliegen. Bei den Diskussionen in der dänischen Hauptstadt wird gewiss das Schmelzen der Eisdecke an den Polen ein wichtiges Thema sein. Am nächsten Tag wird die Öffentlichkeit dann durch die Medien mit anrührenden Bildern von Eisbären auf den letzten Eisschollen in einem sonst eisfreien Polarmeer und verloren drein blickenden Pinguinen informiert.

Ein Thema, von dem wir fürchten, dass es bei der Konferenz nicht diskutiert wird (ebensowenig wie in Al Gore’s Buch) ist die ökologische Krise in einem anderen Teil der Welt, deren Auswirkungen genauso verheerend sein werden wie die der großen Eisschmelze in der Arktis und Antarktis. Einige Experten bezeichnen dieses Gebiet als den „Dritten Pol“ der Erderwärmung. Es geht natürlich um das tibetische Hochland.

Gletscher im Himalaya und auf dem tibetischen Hochland schrumpfen dermaßen rasant, dass sogar ein oder zwei chinesische Wissenschaftler in Panik gerieten. “Infolge der globalen Erwärmung ziehen sich die Gletscher auf dem Qinghai-Tibet Plateau großflächig und viel schneller als in jedem anderen Teil der Erde zurück“, sagte kürzlich Qin Daha, ein ehemaliger Direktor des chinesischen meteorologischen Instituts. „Kurzfristig wird dies zu einer Vergrößerung der Seen führen und Hochwasser und Schlammlawinen auslösen. Langfristig gesehen sind die Gletscher lebensnotwendig für den Wasserhaushalt von Flüssen wie Indus und Ganges. Wenn sie verschwinden, dann ist die Wasserversorgung in jenen Regionen gefährdet.“

Tibeter und Tibet-Unterstützer wissen sehr gut, dass die drohende und fast unausweichliche ökologische Katastrophe auf dem tibetischen Hochland nicht nur das Resultat der globalen Erwärmung ist, sondern in gleichem, wenn nicht noch höherem Maße eine Folge der extremen Ausbeutung und Zerstörung der „Berge und Wasserläufe“ (tib. ri-lung) Tibets durch China.

Um diese „unbequeme Wahrheit“ über das tibetische Hochland ins Bewusstsein der Allgemeinheit zu rücken, wurde ein neuer Dokumentarfilm geschaffen, der einige wichtige, und sehr beunruhigende Fragen aufwirft:

- Was ist das Schicksal der Quellgebiete der gewaltigen Flüsse in Tibet?
- Warum verschwinden die tibetischen Nomaden aus dem Grasland?
- Warum baut China so viele riesige Staudämme auf dem tibetischen Hochland?
- Was für eine Auswirkung wird dies auf die flussabwärts lebenden Menschen haben?
- Was führen Chinas Ingenieure noch im Schilde?

In seinem 40minütigen Film „Meltdown in Tibet“ verwendet Michael Buckley geheim gedrehtes Filmmaterial und Kamerabilder, um uns einen aufregenden Einblick in Chinas gigantische und potentiell katastrophenträchtige Staudamm-Projekte in Tibet zu geben. Er zeigt uns, wie die tibetischen Nomaden von ihrem angestammten Land vertrieben werden, um Platz für die Staudämme und die Bergbauprojekte zu schaffen. Aber das sei nur die Spitze des Eisberges, sagt uns der Autor des Films. Was sich drohend abzeichnet, ist eine Wasserkrise riesigen Ausmaßes, die Millionen von Menschen in den überbevölkerten Landstrichen von China, Indien, Pakistan, Bangladesh, Nepal, Vietnam, Thailand, Kambodscha, Burma und Laos in Mitleidenschaft ziehen wird.

Der Film wirkt unmittelbar und überzeugend, weil Michael Buckley tatsächlich mit dem Floß die Wildwasser hinab fuhr, von denen er spricht, und weil er die Qualität dieser größten asiatischen Wasserläufe spektakulär im Film ein fing. Dass er insgeheim einige jener Staudämme filmte, welche die Chinesen an diesen Flüssen bauen, verleiht dem Dokumentarfilm Authentizität. Das mag sich hier nach Mäkelei anhören, aber der Film scheint sein Tempo ein wenig zu verlangsamen, wenn er die Flüsse verlässt und allgemeine Probleme wie die chinesische Präsenz in Tibet, den tibetischen Buddhismus und seine Bewahrung behandelt.

Aktivisten für die Freiheit in Tibet (Rangzen) könnten den Film und die Konferenz in Kopenhagen nutzen, nicht nur um die chinesische Plünderung des Hochplateaus zu geißeln, sondern um deutlich zu machen, dass dieser unwillkommene Beitrag zur Klimaerwärmung die direkte Folge der chinesischen Invasion, Besetzung und Ausbeutung Tibets ist. Außerdem waren in der Vergangenheit, im unabhängigen Tibet, die Nomaden, die Bauern, und sogar die Regierung verantwortungsbewusste Hüter ihres Landes und seiner unberührten Natur – ein Umstand, den Buckley in seinem Film immer wieder unterstreicht.

Der Dalai Lama äußerte vor einigen Jahren ungewöhnlich deutlich zu diesem Thema: „Es ist ungeheuer wichtig, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, dass die Ökologie Tibets einer ganz besonderen Aufmerksamkeit bedarf.“.

Weitere Informationen über die Umweltzerstörung in Tibet: Rubrik „Ecodesk“ auf der Website www.tibet.net der Tibetischen Regierung-im-Exil: http://tinyurl.com/yd7wyko

Sowie die Seite: Tibet Environment Watch: www.tew.org

Internationale Gesellschaft
für Menschenrechte (IGFM)
Arbeitsgruppe München
c/o Jürgen Thierack
Rudolfstraße 1
82152 Planegg
(+49 89) 859 84 40 oder
(+49 40) 480 80 77 Angelika Mensching
www.igfm-muenchen.de

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Buddhismus ganz kurz


In meiner ersten Zeit als Buddhist, habe ich es selten bekannt gegeben, dass ich ein Freund der Buddha-Lehre bin und, soweit es mir möglich ist, ihr folge. Nun, als Buddhist mit einiger Erfahrung, werde ich ab und zu zum Thema gefragt. Es erstaunt mich mittlerweile auch nicht mehr, dass es meist kulturelle Eigenheiten aus buddhistischen Ländern sind, die für Buddhismus gehalten werden und welche die Leute neugierig machen. Auch sind es eher die logischen Konsequenzen, die sich aus der Lehre ergeben, als die buddhistische Lehre selbst, die Interesse und Aufmerksamkeit wecken. Parallelen, die zu bekannten religiösen Systemen gezogen werden und die man eigentlich nicht ziehen kann, sind ein weiteres Phänomen, das Erklärungsbedarf bringt.

Hier ein Versuch den Buddhismus in kurzer und verständlicher Form anhand der "vier edlen Wahrheiten" darzustellen:

Nr. 1
Es geht um Dukkha, was gemeinhin als "Leiden" übersetzt wird. Leiden ist aber nur ein Aspekt von Dukkha. Es geht auch um die Erfahrung, dass alles Materielle, und dass auch Freude wie Leid, dem Wandel unterliegt und letztlich keinen dauerhaften und zuverlässigen Bestand hat. Der Glaube, dass Dinge und Wesen einen eigenen "Wesenskern" haben und aus sich selbst heraus und unabhängig existieren und handeln, wird ständig widerlegt und führt daher auch zur Erfahrung von Dukkha.

Nr. 2
Weiter geht es darum, wie Dukkha entsteht. Kurz gefasst sind es vor allem die "Drei Wurzelgifte": Gier, Hass und Verblendung, die Dukkha entstehen lassen. Im Glauben, dass wir eine vom Rest der Welt unabhängige Existenz haben, wollen wir, dass es diesem "Ich" gut geht. Wir sammeln Gutes und Brauchbares um es dem, nennen wir es mal "Ich", so bequem und angenehm wie möglich zu machen (Gier). Wir halten uns alles fern, wir bekämpfen, was uns Probleme und Schwierigkeiten macht oder machen könnte und unser "Ich" an einem guten Dasein hindern würde (Hass). Wir leben in dem grundlegenden Irrtum, dass das "Ich" eine reale, unabhängige und dauerhafte Existenz hat, welche all unser "haben wollen" und unser "nicht haben wollen" rechtfertigt (Verblendung).

Nr.3
Nun gibt es die Beschreibung des Zustandes ohne Dukkha und ohne immer neu entstehendes Dukkha, welcher gemeinhin als Nirvana bezeichnet wird. Sicher handelt es sich hierbei um einen sehr friedlichen und irgendwie auch "himmlischen" Zustand, was dazu führt, dass Nirvana oft für eine Art "buddhistischer Himmel" gehalten wird.

Nr.4
Zu guter Letzt gibt es für den Weg von Dukkha zu Nirvana (vom "Leiden" zur "Freiheit von Leiden") eine Beschreibung bzw. eine Anleitung. Diese Anleitung nennt sich im Buddhismus
"Der achtfache Pfad".

Es ist nicht einfach, wenn man den "Buddhismus" auch Buddha-Dharma genannt auf so eine kurze Beschreibung zu bringen versucht. Hoffe es ist trotzdem verständlich und führt nicht zu weiteren Irrtümern.

Noch extremer ist es wenn man Buddhismus über Twitter (140 Zeichen) zu erklären versucht. Hier mein diesbezüglicher Versuch vor einigen Tagen:
Buddhismus: vorwiegend eine Übung um die Sicht auf die Welt der Realität anzupassen. Der Rest ist oft Exotik und Esoterik

Montag, 10. August 2009

Leserbrief 02 an die Zeitschrift Stern


Sehr geehrter Herr Osterkorn,
sehr geehrte Redaktion,

zu Ihrem Titel “Die zwei Gesichter des Dalai Lama” (stern 32/2009) erlauben wir uns als einer der Veranstalter von “Der Dalai Lama in Frankfurt 2009” folgende Bemerkungen:

Die Darstellung Ihrer Autoren Tilman Müller und Janis Vougioukas ist tendenziös. Sie zeigt durchaus wichtige Fragen auf, denen sich die tibetische Exilgemeinschaft schon immer zu stellen bereit ist. Leider hatten deren Vertreter jedoch keine Möglichkeit zu einer eigenen Stellungnahme. Die Haltung der tibetischen Regierung im Exil oder des Büros des Dalai Lama wird den Thesen der Autoren nicht gegenüber gestellt. Es entspricht weder den üblichen und wertvollen Gepflogenheiten journalistischer Arbeit noch dem Anspruch an eine unabhängige Berichterstattung, die - bekannte - Haltung von Einzelpersonen ohne einen Hinweis auf die Gegenargumente darzustellen.

Die Darstellung ist daher verzerrt, möglicherweise wurde dies bewusst in Kauf genommen, um eine erwünschte Wirkung zu erzielen. Deshalb muss einigen Thesen der Autoren ausdrücklich widersprochen werden:

Der tibetische Buddhismus ist im Westen eine weitgehend unbekannte Tradition. Von denen, die über Ereignisse wie “Der Dalai Lama in Frankfurt 2009” berichten, sind nur ganz wenige mit den tiefen Inhalten dieser tausendjährigen Tradition vertraut. Der tibetische Buddhismus sieht sich in der Nachfolge des historischen Buddha, der Praxis der Geistesschulung, und ist der Meditation und der Entwicklung besonderer menschlicher Qualitäten verpflichtet, wie Freigebigkeit, Ethik und Mitgefühl. Es ist, wie der Dalai Lama als buddhistischer Lehrer immer wieder betont, nicht mit einer buddhistischen Geisteshaltung zu vereinbaren, wenn die Verehrung einer unbedeutenden Figur wie des Schutzgeistes Dorje Shugden über die Quelle der eigentlichen Praxis, den Buddha, gestellt wird. Die Figur Dorje Shugdens ist äußerst sektiererisch, welches der Dalai Lama entschieden ablehnt. Der Dalai Lama ist überzeugt, dass die sektiererische Haltung der Anhänger dieses Kultes dem Buddhismus insgesamt sehr schadet. Er hat vor diesem Hintergrund die sog. “Shugden-Praxis”, die er früher selbst ausgeübt hat, als schädlich erkannt und aufgegeben. Wenn der Dalai Lama als spiritueller Lehrer einer Gemeinschaft diese Gemeinschaft vor den mit der “Shugden-Praxis” verbundenen Problemen warnt und dabei betont, dass es trotzdem jedem frei stehe, die Praxis aufzugeben oder nicht, steht dies nicht im Widerspruch zur Religionsfreiheit. Dieser persönlichen Freiheit jedes Einzelnen ungeachtet ist der Dalai Lama ganz persönlich verpflichtet, die Tradition des Buddhismus zu erhalten und sich gegen eine Tendenz der Verwässerung und Trivialisierung zu wenden. Überdies sind Anhänger des “Shugden-Kults” in der Vergangenheit soweit gegangen, Personen aus dem Umfeld des Dalai Lama zu ermorden. Die Furcht Seiner Heiligkeit um seine eigene Person, aber auch um den Gehalt und Wert der buddhistischen Tradition, sind daher mehr als real.

Die Rolle des Dalai Lama innerhalb der tibetischen Regierung im Exil ist vor dem Hintergrund seiner doppelten Funktion als eine spirituelle und politische Führungsperson der Tibeter mehrdeutig. Es ist nicht der Wunsch des Dalai Lama, und dies hat er zu vielen Gelegenheiten ausdrücklich betont, innerhalb der politischen Meinungsbildung eine besondere Rolle zu spielen. Gleichwohl ist es Folge des Respekts und des Vertrauens, das ihm nahezu alle Tibeter innerhalb und außerhalb Tibets in allen geistlichen und weltlichen Fragen entgegenbringen, dass sein Rat eingeholt wird und Gewicht hat. Es ist daher in der Tat so, dass der Dalai Lama – ohne sein eigenes Zutun – in viele Entscheidungen einbezogen wird. Seine Heiligkeit unternimmt vielfältige Bemühungen, die politischen Implikationen dieser Doppelrolle zu minimieren. Der Person eine undemokratische Gesinnung zu unterstellen, welche mit dem Vorschlag einer Verfassung für Tibet ihre eigene “Entmachtung” eingeleitet hat, lässt sich wirklich nicht aufrecht halten.

Tibet war vor 1949 ein asiatischer Feudalstaat. Die Notwendigkeit von Reformen hatte bereits der Vorgänger Seiner Heiligkeit, der 13. Dalai Lama, klar erkannt. Die notwendigen Reformen einzuleiten war indes weder Aufgabe der Volksrepublik China, die bis heute die Besetzung Tibets mit dem Hinweis auf die Befreiung der Tibeter von der Knechtschaft der Dalai Lamas begründet; noch ist es Sache der Regierungen des Westens die Bemühungen der Exiltibeter zu verurteilen, weil mit der Gewaltenteilung und Festigung demokratischer Strukturen in den vergangenen Jahrzehnten dort ein Prozess der Demokratisierung eingeleitet wurde, der konsequent und ernsthaft fortgesetzt wird. Es ist unfair und unrealistisch zu erwarten, dass dieser Prozess ganz ohne Fehler und Probleme vonstatten geht. Der Sprung Tibets vom Mittelalter ins 21. Jahrhundert ist eine Erfolgsgeschichte, die allenfalls Wohlwollen und konstruktive Kritik verdient. Der Dalai Lama hat immer wieder den Wert einer konstruktiven Kritik für die Entwicklung der Demokratie innerhalb der tibetischen Exilgemeinschaft betont.

Die Bemerkungen Ihrer Autoren zu den Kontakten Seiner Heiligkeit zu “wertkonservativen und rechten Politikern” sind einerseits ein bemerkenswertes Beispiel für den Versuch der Autoren, eine Schlagzeile zu machen. Andererseits zeigt dieser Kommentar, wie wenig im Westen diese Herangehensweise verstanden wird. Der Dalai Lama hat im Rahmen der Veranstaltung in Frankfurt betont, das seine Lösung der globalen Fragen nur auf der Ebene eines mitmenschlichen Dialogs möglich ist. Personen wie H. Harrer und J. Haider begegnete der Dalai Lama in erster Linie auf dieser Ebene. Derselbe Dalai Lama bietet der chinesischen Regierung, die im Zuge der Besetzung Tibets und der nachfolgenden Wirren der 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts für den Tod von mehr als einer Million Tibetern verantwortlich ist, immer wieder ergebnisoffene Gespräche über die Zukunft seiner Heimat an. Es ist diese Art des “Aufeinander-zu-Gehens”, die wohl als meistunterschätztes Mittel der Weltgeschichte ein Umdenken auch auf der Seite derer ermöglichen kann, deren politische und weltanschauliche Ansichten an und für sich kritisch zu sehen oder gar abzulehnen sind.

Die Veranstalter hoffen, dass Sie bereit sein werden, diesen Brief in ihrer nächsten Ausgabe abzudrucken und Ihren Lesern zu ermöglichen, sich ein besseres Bild von den Fakten und den Hintergründen zu machen, welche die Autoren nicht bereit waren, einzubeziehen. Es ist diese Art von Journalismus, die polarisiert und enttäuscht. Die Teilnehmer von “Der Dalai Lama in Frankfurt 2009” haben in der letzten Woche genau das Gegenteil erfahren dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Berzin gemeinsam mit dem
Vorstand der Deutschen Buddhistischen Union (DBU)


Lesenswerter Nachfolgeartikel in der Zeit:


Der Dalai Lama hatte Sex mit Barack Obama

Donnerstag, 6. August 2009

Leserbrief 01 an die Zeitschrift Stern


Zum Stern-Artikel
"Die zwei Gesichter des Dalai Lama"


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihr Artikel im Stern ist schlecht recherchiert. Es wurden Dinge falsch dargestellt und aus den Zusammenhängen gerissen.

Dorje Shugden ist kein "Schutzpatron" sondern eine unbuddhistische dämonische und vor allem sektiererische Kraft, also das genaue Gegenteil. Shugden wurde von konservativen Kräften in der Gelugpa-Schule etabliert, um die politische und weltliche Vormacht dieser Schule vor allen anderen tibetisch-buddhistischen Schulen zu festigen.
Die Gelugpa Schule ist die Tradition, der auch der Dalai Lama angehört. Es ist dem Dalai Lama ein Anliegen, dass die sektiererische Spaltung unter den Tibetern ein Ende findet und er hat sich deshalb von diesem "Geist" (Shugden) losgesagt.

In anderen Traditionen des tibetischen Buddhismus, zum Beispiel in der Ningma- und Kagyü-Tradition gibt es Gebete und Zeremonien um sich vor Dorje Shugden und seinem negativen Einfluss sowie dem seiner Anhänger zu schützen.

Mit freundlichen Grüßen

Herbert Rusche

Dienstag, 4. August 2009

Auspicious Sign in Frankfurt


Die Tibeter glauben fest daran und viele haben sie auch schon gesehen: Die glücksverheißenden Zeichen bei der Geburt, manchmal auch nur beim Besuch einer außergewöhnlichen Persönlichkeit. Dazu gehören fast immer Regenbögen, wie diese die man auch prompt am Ende der Veranstaltung mit dem Dalai Lama in Frankfurt zu sehen bekam.

Ein weniger glücksverheißendes Zeichen, war eine weitere peinliche Pressemeldung, in der Künstler Kuhlmann zum Geschäftsführer der DBU gemacht wurde und in der behauptet wurde, dass der Dalai Lama sein Hotel selber gezahlt hat.

Pressemeldung beim Deutschen Depeschen Dienst ddp

Jede Organisation im armen Indien, Nepal oder sonstwo in Asien, in Europa oder auf dem amerikanischen Kontinent schafft es die Kosten für eine angemessene Unterbringung zu tragen wenn der Dalai Lama eingeladen wurde, nur wir in Deutschland nicht? Das kann nicht sein.

Schon zuvor wurde vermeldet, dass der Dalai Lama lieber in der Hanauer Landstr. schlafen würde, und dass er beim dortigen Chef großväterliche Gefühle weckt.

Der Enkel vom Dalai Lama

Hoffen wir, dass mit dem glücksverheißenden Zeichen in Frankfurt eine neue Phase beginnt und eine gute Zeit eingeleitet wird.

Hoffen wir aber auch, dass die Bedienung des Boulevardjournalismus mit solchen albernen Mitteilungen im Zusammenhang mit dem Buddhismus nun ein Ende gefunden hat.

Mittwoch, 29. Juli 2009

Vorbereitungen für den Dalai Lama


Hektisches Treiben vor und in der Commerzbankarena.


In der Arena wird der Sound, die Übertragungstechnik und die Dekoration vorbereitet:



Vor der Arena wehen Fahnen, werden Stände aufgebaut für Informationen, Kartenverkauf und allerlei Tand:

Montag, 27. Juli 2009

Große Aufregung in Frankfurt

nur noch wenige Tage bis zum Großereignis, auch "event" genannt, in der Frankfurter Commerzbankarena. Seit heute laufen die Vorbereitungen in der Arena: der Bühnenaufbau, die Leinwände, die Dekoration, die Logistik und alles was notwendig für ein gutes Gelingen der Veranstaltung ist.
Die Presseleute der Veranstalter arbeiten auf vollen Touren, die Akkreditierung von einigen hundert Journalisten muss bewältigt werden, Erklärungen und Mitteilungen müssen geschrieben und veröffentlicht werden. Die ersten Gäste treffen bereits am Hauptbahnhof und am Flughafen ein.
Die Medien vor Ort berichten ausführlich und es kommen immer weitere Meldungen dazu.

Dienstag, 21. Juli 2009

Der Dalai Lama zu Besuch in Frankfurt

Ist es einfach, den Dalai Lama einzuladen? Muss man nur nach Dharamsala fahren, Guten Tag sagen und eine Visitenkarte abgeben?


Nein, der Dalai Lama wird oft und von vielen Menschen eingeladen und er nimmt die Einladungen nur an, wenn sie aus eine vertrauensvollen Umgebung kommen, von Persönlichkeiten, welche ein aufrichtiges Anliegen haben. Er ist in dem Alter und in der Position, dass er nur die wichtigen und die für die Tibeter, die Menschen allgemein und ihm selbst wichtigen und sinnvollen Einladungen annimmt. Um dies zu entscheiden hat der Dalai Lama gute Freunde auf der ganzen Welt die ihn beraten und, so gut es geht, verhindern, dass er seine kostbare Zeit verschwenden muss. Im Zusammenhang mit dem Besuch in Frankfurt ist das sehr gut beschrieben in diesem Artikel:

Einer der Initiatoren der Dalai Lama Veranstaltung 2009 in Frankfurt




Infoseite zum Dalai Lama Besuch in Frankfurt

Montag, 20. Juli 2009

Der Enkel vom Dalai Lama?


Thich Thien Son (Dritter von rechts) ist nach eigenen Angaben Abt der Pagode Phat Hue, "Zen-Meister" und Linienhalter der "Li chi" - Tradition. Die Pagode Phat Hue hat zusammen mit der Deutschen Buddhistischen Union und dem Tibethaus in Frankfurt S.H. den 14. Dalai Lama nach Frankfurt ins Waldstadion, pardon, in die Commerzbankarena eingeladen. So wird berichtet.

Da der Zeitpunkt des Dalai Lama Besuchs näher rückt, wird auch immer deutlicher was die Beweggründe für die Einladung waren. Nun, dass das Tibethaus einen seiner Schirmherren einlädt ist nicht verwunderlich, dass die DBU als buddhistischer Dachverband mit vielen aus der tibetischen Tradition kommenden Mitgliedern sich an der Einladung beteiligt hat, ist noch nachvollziehbar. Was aber ist bzw. war die Motivation des Vietnamesischen Abtes Thich Thien Son und seinen Leuten? Wenn man nun annahm dass hinter dieser Einladung rein altruistische Motive standen um den Buddhismus zu fördern, den Menschen eine Begegnung zu ermöglichen und dem Dalai Lama eine Ehre durch Gastfreundschaft zu erweisen, dann wird man spätestens mit diesem Artikel eines Besseren belehrt:

Vom Flüchtlingskind zum Zen-Meister

Vermutlich bemüht sich hier jemand mit einer narzisstisch bedingten Profilneurose darum, etwas vom Glanz anderer ab zubekommen. Diese Anbiederung ist peinlich, respektlos und das Motiv dahinter ist offensichtlich.

Der Peinlichkeiten waren offensichtlich noch nicht genug. So veröffentlicht einen Tag später die rechte Hand von Thich Thien Son und Nonne Hue Nghiem zusammen mit einem Künstler folgenden, nicht minder infantilen und plumpen, Artikel:

Was wir vom Dalai Lama erhoffen

So bekommt die Öffentlichkeit untergejubelt, dass Thich Thien Son, seine Lieblingsnonne und die Pagode den Dalai Lama nach Frankfurt "geholt" haben. Die anderen sind unbedeutende Statisten, die man ganz nebenbei gnädiger Weise noch ab und zu erwähnt.
Natürlich ist der Dalai Lama nur ein netter alter Mann, welcher der Opa vom Abt sein könnte und am liebsten in den Räumlichkeiten an der Hanauer Landstr. schlafen würde.

Ohne weitere Worte....

Dienstag, 30. Juni 2009

Buddhismus in Frankfurt

Wenn immer ich Gäste habe oder betreuen darf, führe ich sie durch die mittlerweile recht stattliche Zahl buddhistischer Einrichtungen in Frankfurt und Umgebung.

Zum Programm gehören immer die


Pagode Phat Hue

in der Hanauer Landstr. 443. Ein Haus mit vietnamesischen Wurzeln, das noch immer für viele Vietnamesen im Rhein-Main-Gebiet ein beliebter Anlaufpunkt ist. Der Abt und eine Gruppe von, meist jungen, Mönchen und vereinzelt auch Nonnen bilden den Kern der "Sangha" dieser Einrichtung. Ein interessante Diskussion zum Thema Vinaya (den buddhistischen Mönchs- und Nonnenregeln) und zu einem genaueren Definieren des Begriffes "Zen" entspann sich jüngst im Zusammenhang mit der Pagode Phat Hue und ihrem Abt Thich Thien Son.

Der Fo Guang Shan Tempel

in der Hanauer Landstr. 11 - 13 (Unweit von der Konstabler Wache, Innenstadt). Ein Tempel der chinesisch-buddhistischen Tradition. Fo Guang Shan macht es sich seit vielen Jahrzehnten zur Aufgabe alle chinesischen Traditionen des Mahayana Buddhismus lebendig zu halten. Die hauptsächliche Praxis in diesem Tempel sind aber "Reines Land" und "Chan" (chinesisches Zen). Geleitet wird der Tempel von einer Nonne, die von Besuchern und Freunden des Tempels respekt- und liebevoll Meisterin genannt wird. Laien, meist Frauen und Männer aus der chinesischen Gemeinschaft, helfen der Meisterin den Tempel zu pflegen und die vielen Veranstaltungen vorzubereiten. Mittwochs zwischen 19:00 und 20:00 Uhr findet eine, meist von der Meisterin geleitete, Meditation für interessierte deutschsprachige Laien statt. An diese Meditation schließt sich ein ebenfalls deutschsprachiger, buddhistischer Gesprächskreis an.

Das Tibethaus

in der Friesengasse bzw. Kaufunger Str. 4 ist eine Institution für tibetische Kultur aber auch für buddhistische Praxis. Das Tibethaus steht unter der Schirmherrschaft des 14. Dalai Lama und des 9. Kyabgön von Dagyab, Loden Sherab Dagyab Rinpoche.

Buddha Sasana Ramsi

der Tempel der burmesischen Theravada-Tradition befindet sich, unweit der Frankfurter Stadtgrenze, in der Offenbacher Goethestr. 51.




Viele weitere Gruppen und Zentren aller buddhistischen Traditionen in Frankfurt und Umgebung sind auf der

Homepage der DBU unter dem Menuepunkt Gruppensuche

zu finden.

Montag, 29. Juni 2009

Dalai Lama kommt - die Trittbrettfahrer kommen auch!


Ende Juli - Anfang August kommt der Dalai Lama für vier Tage nach Frankfurt zu einer großen Veranstaltung in der Commerzbankarena, dem ehemaligen Waldstadion. Direkt danach bekommt er in Marburg einen Ehrendoktortitel verliehen.

Dalai Lama - Die Kunst des Lebens

S.H. der Dalai Lama erhält Ehrendoktorwürde in Marburg

Pünktlich zum diesjährigen Besuch versuchen nun auch die Trittbrettfahrer wieder auf ihre Produkte aufmerksam zu machen.

Einer der angeblich beim Dalai Lama "hinter die Kulissen" blicken kann, und ein selbst geschriebenes Buch über den "Gottkönig" veröffentlicht hat, ist auch wieder dabei. So gibt der "klinische Psychologe" und "Autor" Colin Goldner, in seinem Hausblatt "Junge Welt" zum Besten, dass die Aussagen des Dalai Lama das Niveau von Glückskeksen hätten. Nun, die eurozentristischen Plattitüden von Herrn Goldner erreichen dieses Niveau natürlich nicht. Eine neue Gattung, die man Unglückskekse nennen könnte, wäre für Goldnerzitate vielleicht zweckdienlich.

Der Denkladen, ein Versand, der sich auf atheistischen Zubehör wie Bücher, Kleber und Sticker konzentriert, macht nun einen Ausverkauf seiner Aufkleber mit der Aufschrift "Free Tibet from the Lamas". Das diese "Befreiung" mit Vertreibung und Mord schon vor 50 Jahren, durch die Regierung der Chinesen und ihrer "Volksarmee", ihren Anfang nahm, scheint die Herausgeber dieses pfiffigen Klebers nicht zu stören. Vielleicht sollten sie auch einen Kleber herausgeben "Free America from the Shamans", dass auch dieser Job schon von anderen vor vielen Jahren in Angriff genommen wurde ist nicht so wichtig. Die Herausgeber der Kleber wissen bestimmt was das Beste für die Tibeter und eben auch für die ollen Indianer ist.

Dienstag, 31. März 2009

Classless Kulla - Fragen zu Tibet

Frage: Ist es denn falsch, daß die tibetische Unabhängigkeitsbewegung auch militärisch aktiv war und auch letztes Jahr in Lhasa gewalttätig wurde? Steht das nicht im Widerspruch zur behaupteten gewaltlosen Haltung?

Ja, es ist falsch. Die Tibeter hatten gegenüber der Armee der Chinesen der so genannten "Volksbefreiungsarmee" nie auch nur eine geringe Chance. Sie wurden bei der Besetzung Tibets überrumpelt und entwaffnet, ihre Bewaffnung war geringfügig und hoffnungslos veraltet.

Der Dalai Lama und die tibetische Exilregierung hat diese gewaltlose Haltung. Allerdings gibt es bei den Tibetern Stimmen, die immer lauter werden, welche die Gewaltlosigkeit kritisieren, da sie nach nahezu 60 Jahren chinesischer Besetzung Tibets zu keinem Erfolg außer einem guten Image geführt hat. Hier sind es vor allem junge Tibeter, die einer radikaleren Gangart und einer Art Guerillakampf das Wort reden.

Frage: Ist es falsch, daß der Dalai Lama religiöse Alleinvertretung beansprucht und wegen der Art, wie er mit Abweichlern umgeht, im indischen Exil angeklagt wurde? Paßt das zur beschworenen Religionsfreiheit?

Falsch.
Der Dalai Lama hat keinen Alleinvertretungsanspruch und will diesen auch nicht. Er wehrt sich gegen Fundamentalisten und Sektierer in den eigenen Reihen und ist an einer Zusammenarbeit aller Tibeter interessiert.

Im tibetischen Buddhismus gibt es vier buddhistische Schulen:

- Nyingma - die älteste Schule, die ihre Wurzeln in der ersten Ausbreitung (ca. 800 AD) des Buddhismus in Tibet hat

- Sakya - diese Schule hatte in früheren Jahrhunderten die politische Macht in Tibet.

- Kagyü - die Praxislinie, hier liegt der Schwerpunkt auf Meditation und auf tantrischen Übungen

- Gelugpa - die jüngste Schule, zu der auch der Dalai Lama gehört. Der Dalai Lama ist nicht, wie oft irrtümlich angenommen wird, das Oberhaupt dieser Schule, dies ist der Ganden Tripa.

Unter der Regentschaft des V. Dalai Lama, vor ca. 500 Jahren, entstand der Kult um Dorje Shugden, einem sogenannten "Schützer" der Gelugpa Schule und Gegner schon des V. Dalai Lamas. Mit Shugden wurde immer die "Reinheit" der Lehre der Gelugpas hochgehalten. So war er der Schützer, der dafür Sorge trug, dass die Gelugpas an der Macht blieben und die anderen Schulen keinen oder nur wenig politischen Einfluss haben.

Sehr guter Beitrag zu Dorje Shugden

Der Dalai Lama entschied sich, um die Einheit der Tibeter im Exil zu bewahren, vor einigen Jahren gegen diesen Shugden Kult, weil dieser dazu geeignet war, die tibetische Gemeinschaft zu spalten. Einige Anhänger und Hardliner dieses Kultes sind seitdem bemüht, den Dalai Lama zu diffamieren indem sie ihn des Verstoßes gegen die Religionsfreiheit bezichtigen. Trauriger Höhepunkt war, als in den 90er Jahren drei Mitarbeiter des Dalai Lama in Indien von Kultanhängern ermordet wurden.

Der Alleinvertretungsanspruch liegt eher bei diesen Kultanhängern, die die Unwissenheit oder das Halbwissen der Weltöffentlichkeit nutzen, um den Dalai Lama schlecht zu machen. Übrigens gibt es mittlerweile gute Kontakte zwischen der KP China und Vertretern dieses Kults.

Weitere Informationen zu Shugden unter folgenden Links:

Buddhismus Info zu Dorje Shugden

Informationen zu Buddhistischen Sekten allgemein

Anti Shugden (english)

Frage: Ist es verkehrt, hier zwei Nationalismen aufeinanderprallen zu sehen, von denen der chinesische eben leninistisch und der tibetische eben buddhistisch daherkommt? Muß man sich da auf eine Seite schlagen?

Es ist verkehrt und stark vereinfacht es so zu sehen.
Dass es sowas wie einen leninistischen Nationalismus gibt, das mag ja sein obwohl es mir komisch vorkommt und eher nach einem Widerspruch in sich klingt.
Ein aus dem Buddhismus begründeter Nationalismus ist nicht möglich. Der Buddhismus konzentriert sich auf die Analyse der Lebenssituation der Menschen und deren Verbesserung. Alles andere ist/war schon Bestandteil der jeweiligen Kultur als der Buddhismus dort ankam.

Der westliche, aus dem Christentum kommende, Leitsatz "Macht euch die Welt untertan" ist dem Buddhismus, und den Religionen die es vor ihm im asiatischen Raum gab, zutiefst fremd. Die Vorstellung, dass ich "mir" etwas untertan machen soll, dass "ich" etwas beherrschen kann, widerspricht allem was der Buddhismus lehrt. Deswegen sind auch Bezeichnungen wie "Leibeigenschaft" "Herrschaftsentfaltung" und ähnliche Feudalismusbegriffe völlig falsch in diesem Zusammenhang und können nicht aus unserer westlichen Tradition kommend einfach asiatischen Kulturen übergestülpt werden. Dies zu tun macht nur vieles für uns einfacher und es dient den chinesischen Machthabern als Rechtfertigung für ihr Handeln.

Sonntag, 22. März 2009

Gestatten, ich bin schwul


Bild links: Der sich offen zu seiner Homosexualität bekennende jüngste Bürgermeister in Bayern, Michael Adam.

Da ich mich vor vielen Jahren entschieden habe offen so zu leben wie ich bin, führte das auch dazu, dass ich mich auf allen gesellschaftlichen Ebenen als Homosexueller bekannte. Das bedeutete weder damals noch heute, dass ich eine pikante private Schweinerei präsentieren wollte. Vielmehr ist es, dass ich mir als Mann der Männer mag das erlauben will, was jeder Mensch der einen oder mehrere Menschen des anderen Geschlechts liebt, mit großer Selbstverständlichkeit immer wieder tut. Mit jedem "darf ich vorstellen: das ist meine Frau, das ist mein Mann, das ist mein Kind, das sind meine Kinder, Freund, Freundin etc." tut der gewöhnliche Heterosexuelle, allgemein akzeptiert und begrüßt, seine Heterosexualität kund. Dies ist sogar ziemlich einfach, weil von den Mitmenschen von vornherein jedem Mann und jeder Frau Heterosexualität unterstellt wird.

Heterosexualität wird auch erstmal jedem/r Homosexuellen unterstellt. Um klar zu stellen, das der Freund, den man vorstellt, nicht ein Skatbruder oder ein Team-Freund vom Fussballplatz ist, oder bei Frauen die Freundin nur eine Bekannte vom Kaffeekränzchen ist, sollte man zunächst mal klären um welche Art von Verhältnis es sich handelt. Dies ist man nicht nur seinem Gegenüber, sondern auch seinem/r Lebenspartner/in und sich selbst schuldig. Auch als "Single" ist es mitunter wichtig seine diesbezügliche Orientierung zu erwähnen, damit keine Missverständnisse entstehen können.

So kam es, dass ich zunächst meine Mutter als Jugendlicher mit meinem "So-sein" konfrontierte. Bei der Ausbildung und später bei der Arbeit führte "dieses Thema" mehrfach zu Jobverlusten. Mitte der siebziger Jahre bekannte ich in der Illustrierten "Stern" zusammen mit über 600 anderen Männern: "Ich bin schwul!".

Mein schwulenpolitischen Engagement bewahrte mich mit davor, mich irgendwelchen damals einigermaßen angesagten "K"-Gruppen anzuschließen. Diese erklärten das Thema zu einem "Nebenwiderspruch" der eines Tages gelöst wird, wenn der "Hauptwiderspruch" gelöst und aufgehoben worden ist. Als dann noch Berichte aus China kamen, in denen geschildert wurde, dass irgendwelche revolutionäre Volkstribunale lesbische Frauen zwangsverheiratet hatten, war mir restlos klar, das das mit mir nichts zu tun haben konnte. Als es zur Gründung der Grünen kam, bei welchen mir die angegangenen Themen Ökologie, Frieden und Gewaltfreiheit sehr zusagten und wo auch eine gewisse Aufgeschlossenheit dafür bestand, dass sich Schwule mit ihren politischen Anliegen einbrachten, war ich von Anfang an dabei.

Auch auf religiösem Gebiet begegnete mir in diesem Zusammenhang nicht viel Entgegenkommendes. Es kann davon ausgegangen werden, dass die heiligen Bücher gewisser Religionen fast immer von Vertretern der heterosexuellen Mehrheit geschrieben wurden. Auch wenn diese Propheten, Schriftgelehrten und anderen Schreiber sich als universelle Stimme Gottes empfanden, war aus ihrer begrenzten Sicht für Menschen mit einer starken Zuwendung zum eigenen Geschlecht kein Platz in ihrer "heiligen" Schrift oder gar in ihrem gelobten Land.

So kam ich, in für mich logischer und konsequenter Folge, unter anderem auch aus diesen Gründen zum Buddhismus. Hier waren die Meinungen von Menschen eben nur Meinungen, mehr nicht. Filtert man Kulturelles und Persönliches der Meinungsträger heraus, dann bleibt an Schwulenfeindlichem und Homophobie im Buddhismus nichts übrig. Selbst der Dalai Lama musste auf Nachfragen, von Schwulenaktivisten aus den USA, ob der Buddha sich jemals ablehnend über Homosexualität geäußert hat, mit "I don't know" antworten.

Montag, 2. März 2009

Mönche streuen Sandmandala in Hamburg


Am 10. März 2009, begingen die Tibeter den nunmehr 50. Jahrestag ihres Volks- aufstands gegen die chinesische Besatzung und die Flucht des Dalai Lama ins indische Exil.

Aus diesem Anlass hat das Tibetischen Zentrum e.V. und das Völkerkundemuseum sechs tibetische Mönche nach Hamburg eingeladen, um ein Sandmandala zu streuen. Eine Multivisionsshow mit Augenzeugenbericht und mit einem politischen Vertreter findet im Museum statt. Außerdem sprechen die Mönche am 10. März ein Friedensgebet in der Hamburger Innenstadt im Rahmen weltweit stattfindender Aktionen.

Die tibetischen Mönche aus der Klosteruniversität Sera Jhe in Südindien streuen ein Mandala von Avalokiteshvara (tib. Chenresig), dem Buddha des Mitgefühls, der eine enge Verbindung zum Dalai Lama hat. Der Dalai Lama ist für die Tibeter die Verkörperung dieses Buddha.

Ein Mandala stellt den reinen Aufenthaltsort des Buddha dar. Ein gestreutes Mandala ist nicht nur ein schönes, filigranes Kunstwerk, sondern vor allem eine Hilfe für spezielle buddhistische Meditationen. Nach Vollendung des Werkes wird es am 7. März in einer Zeremonie wieder aufgelöst – als symbolische Handlung für die Vergänglichkeit alles Bestehenden.

Streuen des Mandala - 4. bis 6. März 2009 jeweils ab 11 Uhr -

Auflösen des Mandalas Samstag 14.30 Uhr

Besucher konnten die Mönche bei ihrer meditativen Arbeit im Völkerkundemuseum beobachten.

Am 6. März von 18 bis ca. 21 Uhr fand eine Veranstaltung mit Mönchs-Rezitationen und Erklärungen zum Mandala statt.

Am Samstag um 14.30 Uhr wurde das Mandala aufgelöst.

Internetseite mit ausführlichen Informationen

Aus einer Pressemeldung der Tibetisches Zentrum Event gGmbH

Sonntag, 25. Januar 2009

Interreligiöser Dialog (2)?


Neidisch, zumindest aber bewundernd, schauen die christlichen Konfessionen, auf die "Lichtgestalt" des Buddhismus, den Dalai Lama und auf die wachsende Sympathie die der Buddhismus in unseren Breiten erreicht. Anstatt sich aber zu fragen, was die Ursachen dafür sind und warum ihr System immer weniger geeignet scheint neue "Gläubige" anzuwerben, verharren sie allzu oft in veralteten Positionen und vermeintlich altbewährter Art mit fragwürdigen Missionsmethoden die das Schönreden der eignen Überzeugung und die Verächtlichmachung alles anderen beinhaltet.

Zwar wird christlicherseits immer wieder gerne zu interreligiösem Dialogen aufgerufen und man versucht sich gegenüber Andersdenkenden recht einfühlsam zu verhalten. Schaut man sich aber die christliche Realität weltweit an, dann fällt einem sogleich auf, wie weit der interreligiöse Anspruch von der religiösen Realität entfernt ist.

In einem vorhergehenden Beitrag habe ich bereits hinterfragt wie seriös christliche Berichterstattung ist und dabei ein paar Beispiele genannt, die berechtigte Zweifel an durchgehender und glaubhafter Seriosität aufkommen lassen.

Der Aufklärung sei dank sind die Christen nicht ganz so plump wie ihre mohammedanischen Kollegen, aber letztendlich mit der selben Intension: Man möchte die Menschen mit denen man zu tun hat zum "einzig richtigen Glauben" bringen. Man hört geduldig zu wenn die anderen von ihrer Religion und von ihrer Überzeugung reden, versucht attraktive Details in das eigene religiöse System zu integrieren. Wirkliche Mühe die Essenz dessen was den anderen bewegt zu verstehen gibt man sich aber nicht. So kommt es oft genug zu einer verchristlichten Interpretation buddhistischer Inhalte anstatt wirklich Raum zu lassen, dass etwas anderes, gar alternatives, sich darstellen kann.

Oder schauen wir uns den Umgang mit Nichtchristen, oder im christlichen Sinne Ungläubigen, in den Ländern an wo die Christen eine Mehrheit haben und die Politik bestimmen können. Bei der DBU und bei einzelnen Mitgliedern der DBU häufen sich die Klagen, dass Mitarbeiter in Kindergärten, Altenheimen und sonstigen christlich dominierten, wenngleich staatlich subventionierten, sozialen Einrichtungen, ihren Job nur behalten dürfen, wenn sie der jeweiligen Kirche beitreten. Meiner spontane Idee von der praktischen Umsetzung der Trennung von Kirche und Staat wurde von Rechtsanwalt Kaiser auf Nachfrage gleich ein Dämpfer verpasst. Kirchen in Deutschland sind "Tendenzbetriebe" und dürfen schon seit Konrad Adenauers Zeiten so verfahren und sie tun es mit aller Härte. Selbst geschiedene und wiederverheiratete Menschen trifft der christliche Bannstrahl mit Jobverlust und potentieller Arbeitslosigkeit, wieviel mehr trifft er konsequenter Weise Menschen, die sich dem Buddhismus oder anderer Überzeugung nahe fühlen.

In den Buddhistischen Ländern bringt man sich christlich gerne mit Wohltätigkeit ein. Vielen der Spender an Brot für die Welt und an Caritas ist gar nicht klar, dass die Verteilung der wohltätigen Spenden immer auch ganz eng mit einem Missionsauftrag verbunden ist. So fällt es den verarmten Menschen in Asien und den Opfern von Tsunamis und Hurrikans immer leichter an dieser Wohltätigkeit teilzuhaben, wenn sie denn in der richtigen Kirche getauft sind. Ist es auf diese oder andere Art gelungen einen Menschen zum Christen zu machen, dann wird dieser wiederum auf seine Freunde und Verwandten losgelassen. Denen werden dann Höllenqualen und möglicherweise andere Verdammnis, wie z.B. der Entzug weiterer humanitärer Hilfe, in Aussicht gestellt, wenn sie sich nicht taufen lassen und weiterhin in den Tempel oder die Pagode gehen. Dass dies zu Konflikten innerhalb von Familien und Sippen führt ist für mich verständlich, wird dann aber von den christlichen Missionaren als Christenverfolgung gedeutet und entsprechen nach Rom oder andere Zentralen gemeldet.