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Freitag, 13. Februar 2009

Ich hatte einen Vater, den viele möchten...



In meiner Kindheit hörten meine Schwester und ich gerne zusammen mit unserem Vater die Lieder der "Münchner bzw. Schwabinger Gisela". Diese wurden durch Antrag der katholischen Kirche auf den Index gesetzt. Gerade aus diesem Grund hielt mein Vater die Lieder für pädagogisch besonders wertvoll. Die "frivolen" Texte wurden von ihm für die Aufklärung, auch über Doppelmoral, genutzt.

Noch heute kenne ich die meisten Passagen folgenden Liedes auswendig:


Der Novak

Ich habe einen Mann, den viele möchten
der immer mich bewahrt vor allem schlechten
ein jeder kennt ihn – Novak ist sein Name
ihm dank ich es, dass heut‘ ich eine Dame
ob angezogen oder als ein Nackter
der Novak hat am ganzen Leib Charakter
Ich hätt schon längst ein böses End genommen

Aber der Novak läßt mich nicht verkommen

Ich hätt‘ an vielen Dingen mein Vergnügen
Ich möcht’ so gerne in der Gosse liegen
Ich möchte einmal sinnlos mich besaufen
Ich möchte mit einem Freudenmädchen raufen
Ich möchte einmal Männer toll verbrauchen
Ich möchte statt Memphis Marihuana rauchen
Ich hätt auch längst schon Morphium genommen

Aber der Novak läßt mich nicht verkommen

Ich möchte einmal bei Vollmond ein Vampir sein
Ich möchte Geliebte von einem Fakir sein
Damit mich, wenn ich lieg ohne Matratzen
von hinten noch die Nagelspitzen kratzen
Ich möchte Austern mit der Schale essen
Ich möchte mit einem Walfisch mich vergessen
Ich hab mir das schon alles vorgenommen

Aber der Novak läßt mich nicht verkommen

Der Novak ist zwar einerseits ein Segen
Doch andererseits läßt er mich nicht bewegen
Da stand ein Inserat in einer Zeitung
Es sucht von einem Nachtlokal die Leitung
Ein junges Mädchen brav mit nettem Wesen
Das nackert tanzt vor Negern und Chinesen
Den Posten hätt sofort ich angenommen

Aber der Novak läßt mich nicht verkommen

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