In meiner Kindheit hörten meine Schwester und ich gerne zusammen mit unserem Vater die Lieder der "Münchner bzw. Schwabinger Gisela". Diese wurden durch Antrag der katholischen Kirche auf den Index gesetzt. Gerade aus diesem Grund hielt mein Vater die Lieder für pädagogisch besonders wertvoll. Die "frivolen" Texte wurden von ihm für die Aufklärung, auch über Doppelmoral, genutzt.
Noch heute kenne ich die meisten Passagen folgenden Liedes auswendig:
Der Novak
Ich habe einen Mann, den viele möchten
der immer mich bewahrt vor allem schlechten
ein jeder kennt ihn – Novak ist sein Name
ihm dank ich es, dass heut‘ ich eine Dame
ob angezogen oder als ein Nackter
der Novak hat am ganzen Leib Charakter
Ich hätt schon längst ein böses End genommen
Aber der Novak läßt mich nicht verkommen
Ich hätt‘ an vielen Dingen mein Vergnügen
Ich möcht’ so gerne in der Gosse liegen
Ich möchte einmal sinnlos mich besaufen
Ich möchte mit einem Freudenmädchen raufen
Ich möchte einmal Männer toll verbrauchen
Ich möchte statt Memphis Marihuana rauchen
Ich hätt auch längst schon Morphium genommen
Aber der Novak läßt mich nicht verkommen
Ich möchte einmal bei Vollmond ein Vampir sein
Ich möchte Geliebte von einem Fakir sein
Damit mich, wenn ich lieg ohne Matratzen
von hinten noch die Nagelspitzen kratzen
Ich möchte Austern mit der Schale essen
Ich möchte mit einem Walfisch mich vergessen
Ich hab mir das schon alles vorgenommen
Aber der Novak läßt mich nicht verkommen
Der Novak ist zwar einerseits ein Segen
Doch andererseits läßt er mich nicht bewegen
Da stand ein Inserat in einer Zeitung
Es sucht von einem Nachtlokal die Leitung
Ein junges Mädchen brav mit nettem Wesen
Das nackert tanzt vor Negern und Chinesen
Den Posten hätt sofort ich angenommen
Aber der Novak läßt mich nicht verkommen
1 Kommentar:
Dieses Lied hörte ich, als Schwedin, das erste Mal in der Basler Fassnacht in 1967. Viele Deutsche Wörter die ich vorher nicht kannte, wurden mir dabei beigebracht. Und das Lied singe ich immer noch.....
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