Sonntag, 23. Juni 2013
Piraten aus Fulda und Hessen für Bundestag und Landtag
Am Samstag den 21.06.2013 war es soweit: Die Mitglieder des Kreisverbandes Fulda der Piratenpartei wählten mich mit einer großen Mehrheit zum Direktkandidaten für den Bundestag in ihrem Wahlkreis.
Da ich Fulda noch aus den Zeiten des Ansichtskartensammlers und Erzbischhofs Johannes Dyba, dessen Seligsprechung zur Zeit gefordert wird, und dem CDU-Hardliner Alfred Dregger kenne, ist es für mich sehr spannend, in diesem politischen Umfeld zu kandidieren. Für den hessischen Landtag kandidieren Andreas Lindner und Andreas Heidenreich für die beiden Fulda zugehörigen Landtagswahlkreise.
Mit den Aktiven des Piraten-Kreisverbandes Fulda und des Piraten-Landesverbandes Hessen wird es sicher interessant sein und viel Freude machen anlässlich des Wahlkampfs politische Auseinandersetzungen mit den Dregger-Erben und anderen zu führen.
Sonntag, 25. Januar 2009
Interreligiöser Dialog (2)?

Neidisch, zumindest aber bewundernd, schauen die christlichen Konfessionen, auf die "Lichtgestalt" des Buddhismus, den Dalai Lama und auf die wachsende Sympathie die der Buddhismus in unseren Breiten erreicht. Anstatt sich aber zu fragen, was die Ursachen dafür sind und warum ihr System immer weniger geeignet scheint neue "Gläubige" anzuwerben, verharren sie allzu oft in veralteten Positionen und vermeintlich altbewährter Art mit fragwürdigen Missionsmethoden die das Schönreden der eignen Überzeugung und die Verächtlichmachung alles anderen beinhaltet.
Zwar wird christlicherseits immer wieder gerne zu interreligiösem Dialogen aufgerufen und man versucht sich gegenüber Andersdenkenden recht einfühlsam zu verhalten. Schaut man sich aber die christliche Realität weltweit an, dann fällt einem sogleich auf, wie weit der interreligiöse Anspruch von der religiösen Realität entfernt ist.
In einem vorhergehenden Beitrag habe ich bereits hinterfragt wie seriös christliche Berichterstattung ist und dabei ein paar Beispiele genannt, die berechtigte Zweifel an durchgehender und glaubhafter Seriosität aufkommen lassen.
Der Aufklärung sei dank sind die Christen nicht ganz so plump wie ihre mohammedanischen Kollegen, aber letztendlich mit der selben Intension: Man möchte die Menschen mit denen man zu tun hat zum "einzig richtigen Glauben" bringen. Man hört geduldig zu wenn die anderen von ihrer Religion und von ihrer Überzeugung reden, versucht attraktive Details in das eigene religiöse System zu integrieren. Wirkliche Mühe die Essenz dessen was den anderen bewegt zu verstehen gibt man sich aber nicht. So kommt es oft genug zu einer verchristlichten Interpretation buddhistischer Inhalte anstatt wirklich Raum zu lassen, dass etwas anderes, gar alternatives, sich darstellen kann.
Oder schauen wir uns den Umgang mit Nichtchristen, oder im christlichen Sinne Ungläubigen, in den Ländern an wo die Christen eine Mehrheit haben und die Politik bestimmen können. Bei der DBU und bei einzelnen Mitgliedern der DBU häufen sich die Klagen, dass Mitarbeiter in Kindergärten, Altenheimen und sonstigen christlich dominierten, wenngleich staatlich subventionierten, sozialen Einrichtungen, ihren Job nur behalten dürfen, wenn sie der jeweiligen Kirche beitreten. Meiner spontane Idee von der praktischen Umsetzung der Trennung von Kirche und Staat wurde von Rechtsanwalt Kaiser auf Nachfrage gleich ein Dämpfer verpasst. Kirchen in Deutschland sind "Tendenzbetriebe" und dürfen schon seit Konrad Adenauers Zeiten so verfahren und sie tun es mit aller Härte. Selbst geschiedene und wiederverheiratete Menschen trifft der christliche Bannstrahl mit Jobverlust und potentieller Arbeitslosigkeit, wieviel mehr trifft er konsequenter Weise Menschen, die sich dem Buddhismus oder anderer Überzeugung nahe fühlen.
In den Buddhistischen Ländern bringt man sich christlich gerne mit Wohltätigkeit ein. Vielen der Spender an Brot für die Welt und an Caritas ist gar nicht klar, dass die Verteilung der wohltätigen Spenden immer auch ganz eng mit einem Missionsauftrag verbunden ist. So fällt es den verarmten Menschen in Asien und den Opfern von Tsunamis und Hurrikans immer leichter an dieser Wohltätigkeit teilzuhaben, wenn sie denn in der richtigen Kirche getauft sind. Ist es auf diese oder andere Art gelungen einen Menschen zum Christen zu machen, dann wird dieser wiederum auf seine Freunde und Verwandten losgelassen. Denen werden dann Höllenqualen und möglicherweise andere Verdammnis, wie z.B. der Entzug weiterer humanitärer Hilfe, in Aussicht gestellt, wenn sie sich nicht taufen lassen und weiterhin in den Tempel oder die Pagode gehen. Dass dies zu Konflikten innerhalb von Familien und Sippen führt ist für mich verständlich, wird dann aber von den christlichen Missionaren als Christenverfolgung gedeutet und entsprechen nach Rom oder andere Zentralen gemeldet.
Donnerstag, 15. Januar 2009
Ist christliche Berichterstattung seriös?

Seit Monaten beobachte ich Berichte auf christlichen Portalen auf denen in alter christlicher Märtyrertradition von Christenverfolgung durch Buddhisten berichtet wird. Ja richtig, man glaubt es kaum, Buddhisten...
Hier ein Bericht aus Sri Lanka vom Sommer
Wie die Allianz-Mission aus Dietzhölztal in Mittelhessen mitteilte, wurde ein buddhistischer Mob in Colombo von einem Mönch dazu aufgestachelt einen evangelikalen Gebetsraum zu verwüsten. Auf Nachfrage konnte man mir keine genaueren Details nennen, weder den Namen des Mönchs noch der buddhistischen Gemeinde in Colombo zu der Mönch und Mob gehörten. Auch Presseberichte von vor Ort standen nicht zur Verfügung. Nunja, eine evangelikale Mission aus Dietzhölztal in Mittelhessen kann ja auch nicht alles wissen was so in der Welt passiert und nimmt dann halt auch gerne mal eine ungeprüfte Nachricht.
Im zweiten, davor liegenden, Fall ist der Absender der ungesicherten Nachricht aus Sri Lanka allerdings etwas bekannter! Radio Vatikan berichtet:
Sri Lanka: Christen bedroht
Als Quelle der Nachricht wurde eine Agentur "asianews" angegeben, die als italienischsprachige katholische Agentur nach nur wenig Recherche zu erkennen war. Mit folgendem Schreiben nach Rom bat ich um die Angabe weiterer Quellen:
Sehr geehrter Pater von G.....,
am 15. Oktober 2007 a.D. las ich in der Internetpräsenz des Radio Vatikan die folgende Meldung:
Zitat
Sri Lanka: Christen bedroht
Aus Angst vor Übergriffen extremistischer Buddhisten können rund 300 katholische Familien seit zehn Tagen nicht mehr die Messe feiern. Die Polizei musste die Messfeiern in der Kirche "Rosa Mistica" bei Crooswatta aus Sicherheitsgründen untersagen. Extremistische buddhistische Mönche und Laien hatten den Christen mit dem Verlust von "10 bis 15 Menschenleben" gedroht, sollten sie ihre Kirche fertig bauen. Die Gemeinde hat sich mittlerweile an ein Gericht gewandt.
(asianews 15.10.2007 so)
Zitat Ende
Wie ich bei meiner weiteren Recherche feststellen konnte, handelt es sich bei der angegebenen Quelle "asianews" um einen christlichen Nachrichtendienst.
Namens und im Auftrag der Deutschen Buddhistischen Union möchte ich Sie bitten weitere, möglichst neutrale, Quellen zu nennen, die diese Nachricht belegen können.
Mit freundlichen Grüßen
Herbert Rusche
für die Deutsche Buddhistische Union
Alles was auf mein, die Form wahrendes und höfliches, Schreiben (per Brief) zurück kam war:
| From: | deutsch@vatiradio.va |
Herrn K. erschien es also als ganz normaler Vorgang, dass die katholische Kirche sich selbst zitiert und der Verweis sich mit der Agentur in Verbindung zu setzen, setzte italienische Sprachkenntnisse meinerseits voraus und war wohl auch nicht so ernst gemeint.
Im dritten Fall kam noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest 2008 eine weitere Märtyrergeschichte
diesmal aus Bangla Desh.
Auch hier war es die katholische Kirche, die auf einem frommen Portal in Österreich von drakonischen Maßnahmen buddhistsicher Laien und Mönche zur Zwangsrekonvertierung von Neukatholiken in Bangladesh zu berichten hatte.
Auf die Antwort auf folgendes Schreiben warte ich noch heute:
Sehr geehrte Damen und Herren,
in Ihrem Internetangebot war am 23.12. eine Meldung mit folgender Überschrift zu finden:
Bangladesh: Buddhistische Mönche zwingen Christen zur Rekonversion
Der Link zu diesem Bericht ist folgender:
http://www.kath.net/detail.
Da in Zusammenhang mit dem Artikel kein Quellennachweis zu finden ist, bitte ich Sie mir mitzuteilen, von welcher Agentur oder welcher sonstigen Quelle Sie diese Nachricht übernommen haben. Auch würden mich genauere Informationen über die in diesem Artikel erwähnten beteiligten Buddhisten und Christen (z.B. welche Pagode, welche Kirche an welchem Ort in Bangladesh etc.) interessieren.
Mit freundlichen Grüßen
Zusammen mit der Österreichischen Buddhistischen Religionsgemeinschaft, die ich von meinem Schreiben in Kenntnis gesetzt habe, warte ich nun auf eine Antwort. Erste Überlegungen ob eine strafbewährte Unterlassungserklärung in diesem Fall ein geeignets Mittel ist, gehen bereits durch unsere Köpfe.
