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Sonntag, 12. Oktober 2014

Buddhisten auf der Frankfurter Buchmesse 2014



Traudel Reiß und der neue Rat der Deutschen Buddhistischen Union haben beschlossen die langjährige Präsenz der Deutschen Buddhistischen Union auf der Frankfurter Buchmesse aufzugeben. In den vergangenen Jahren war die DBU immer mit 20 bis 30 buddhistischen Verlagen und einem kleinen, kostenlos verteilten Magazin auf der größten Buchmesse der Welt präsent.


Nun wurde, ohne vorab die Öffentlichkeit und die Mitarbeiter der DBU in Frankfurt zu informieren, diese Präsenz aufgegeben.

Im Jahr 2014 wurde nun der Buddhismus vor allem von Fo Guang Shan mit Buddhas Light Publishing sowie Soka Gakkei und "Happy Science" auf der Buchmesse sichtbar repräsentiert. Auch das unter der Schirmherrschaft von Dalai Lama und Lhoden Sherab Dagyab stehende Tibethaus Deutschland welches als DBU-Mitglied bisher die Präsenz der DBU auf der Messe immer tatkräftig unterstützt hat, ist auf der Frankfurter Buchmesse 2014 vertreten.

In der Halle 3.1 treffen sich jedes Jahr Verlage der Weltreligionen sowie Verlage, die vorwiegend spirituelle Druckwerke publizieren.

Von sonderbaren evangelikalen Gruppen aus den USA bis zur evangelischen und zur katholischen Kirche sind Christen in dieser Halle immer gut aufgestellt.
Auch muslimische Gruppen und Moscheevereine präsentieren den Koran sowie andere Druckwerke ihres Glaubens jedes Jahr in dieser Halle und auf weiteren Veranstaltungen der Buchmesse.

Oft, wenn auch nicht regelmäßig, präsentiert der Hindu Schankarar Sri Kamadchi Ampal Tempel e.V. sich und seinen Tempel in Hamm, der als der größte hinduistische Tempel auf dem europäischen Kontinent gilt.

Donnerstag, 28. August 2014

Bericht über Hamas und Gaza im Morgenmagazin




Wahlplakat der Hamas. Auf ihm wird ein „Palästina von der See bis zum Fluss“ gefordert.
Was passiert dann nach der Vorstellung der Hamas mit Israel?
Die Antwort findet man in der Hamas-Charta...


Meine erste Tätigkeit heute war es, dem Morgenmagazin von ARD, so wie diversen Funkhäusern der ARD, ein Telefax zu schicken.

Telefax an ARD-Morgenmagazin am 28.08.2014 um 07:58 Uhr

Ihr Bericht über Hamas und Gaza

Liebes Morgenmagazin,
das erste, was ich heute Morgen gesehen habe, war Ihr Beirag zu Gaza und Hamas.
Mein Versuch bei Ihnen anzurufen war leider erfolglos, weshalb ich mich per Fax melde.

Warum bringen Sie einen einseitigen Bericht über die Jubelveranstaltung der Hamas und erwähnen mit keinem Wort die tausende von Raketen, welche die Hamas in den vergangenen Jahren auf Israel abgeschossen hat?
Warum erwähnen Sie mit keinem Wort die Kriegsverbrechen der Hamas, indem diese israelische Zivilisten beschießen und über Tunnel bewaffnete Kämpfer und Selbstmordattentäter nach Israel schleusen?
Warum lassen Sie die Hamas-Vertreter unkommentiert Statements abgeben in denen eindeutig das Existenzrecht Israels bestritten wird, ein "Marsch auf Jerusalem" angekündigt wird und in denen wahrheitswidrig behauptet wird, das Israel Gaza besetzt hält?
Warum erwähnen Sie nicht, dass die Hamas auch unter der eigenen Bevölkerung in Gaza Angst und Schrecken verbreitet, indem sei Raketen in Schulen und vermutlich auch in Moscheen und Krankenhäusern unterbringt um diese dann zu Hunderten aus bewohntem Gebiet abzuschießen womit sie die Gegenschläge der Israelis genau dort hin führen? Angst wird auch geschürt, indem Hamas Menschen vor Moscheen zur Abschreckung in aller Öffentlichkeit und ohne weiteres Verfahren hinrichtet, weil diese angeblich mit Israel zusammen gearbeitet haben.

Ich bin sicher niemand, der wegen jeder Kleinigkeit und jeder journalistischen Ungenauigkeit bei einem Sender anruft, aber das ging mir deutlich zu weit, dazu noch von einer "Anstalt des öffentlichen Rechts", welche der Wahrheit und Objektivität verpflichtet ist, wie man meinen sollte.

Kurz, ich bin verärgert, enttäuscht und erwarte anderes von ARD und Morgenmagazin.

Mit Grüßen

Herbert Rusche aus Frankfurt am Main

P.S. Erlaube mir noch den Link zur Hamas Charta in deutscher Sprache zu Ihrer gefälligen Kenntnis anzuhängen:

Hamas Charta in deutscher Sprache

sowie einen Artikel aus Wikipedia in dem unter anderem zu lesen ist: (Hamas ist) "eine Organisation, die den Staat Israel mit terroristischen Mitteln beseitigen und einen islamisch theokratischen Staat einrichten will" und welcher deutlich macht, warum es besonders peinlich ist, dass ausgerechnet deutsche Medien eine Gruppe bewerben, die den Tod aller Juden fordert, sowie den Holocaust leugnet (welches in Deutschland schwere Straftaten sind):

Wikipedia zu Hamas

Holocaustleugnung der Hamas

Dienstag, 13. Mai 2014

Dalai Lama - Tibet - Die Fakten zum „Shugden Konflikt“ und den Protesten



Statement vom Tibethaus Deutschland e.V.

S. H. der XIV. Dalai Lama befindet sich seit dem 4. Mai auf einer Reise durch Europa. Zunächst hat er Riga besucht, momentan befindet er sich in Oslo, danach geht es weiter nach Rotterdam, und am Schluss wird er zu unserer großen Freude unser Gast in Frankfurt sein.

S. H. der Dalai Lama, der 1989 den Friedensnobelpreis verliehen bekommen hat, ist seit vielen Jahren unermüdlich unterwegs und wirbt für mehr Menschlichkeit, Toleranz, Verbundenheit. Er engagiert sich intensiv für den interreligiösen und interkulturellen Dialog.

Seit einiger Zeit gibt es jedoch eine professionelle, internationale Gruppe von Anti Dalai Lama Demonstranten, die – finanziell gut ausgestattet – dem Dalai Lama weltweit nachreisen: Die "International Shugden Community", deren Zentrale nicht bekannt ist. Diese Gruppe, die sektenartigen Charakter hat, macht gegen den Dalai Lama Front und unterstellt ihm, er würde einen Bann gegen sie und die Ausübung ihres Kultes verhängt haben. Der Dalai Lama kann aber kraft seiner Person niemanden seine religiöse Praxis verbieten. Er kann aber aus seiner Verantwortung als Dalai Lama und tibetischer buddhistische Lehrer davon abraten. Ob jemand diesen Rat akzeptiert oder nicht, ist letztendlich die eigene persönliche Entscheidung.

Die – zumeist nicht deutschsprachigen – Demonstranten werden höchstwahrscheinlich auch in Frankfurt demonstrieren, wenn der Dalai Lama im Rahmen von mehreren Veranstaltungen spricht. Die International Shugden Community wird wie zuvor in Oslo ihre Anschuldigungen medienwirksam auf wenige Phrasen reduzieren und keine Gelegenheit auslassen, den Dalai Lama und seine Botschaft des Mitgefühls, Friedens und Toleranz zu demontieren.

Damit Sie, sollten Sie Mitgliedern der International Shugden Community begegnen (viele tragen die Roben von buddhistischen Mönchen und Nonnen), vorinformiert sind, möchten wir Sie auf einige Passagen der aktuellen Erklärung der offiziellen Vertretung der buddhistischen Ordinierten in Deutschland, der DBO, zu dieser Gruppierung hinweisen (siehe unten). Es gibt inzwischen auch Studien von Religionswissenschaftlern und anderen Experten zu den Aktivitäten dieser Gruppierung, die Sie, sollten Sie tiefergehend interessiert sein, lesen können (Links zu weiterführenden Websites findet sie am Ende).

Auszug aus der Erklärung der DBO „der Deutschen Buddhistischen Ordiniertengemeinschaft“ zum Shugden Konflikt (5/2014): „Wir bedauern, dass zu einer Zeit, in der die tibetisch-buddhistische Lehre in ihrem Stammland Tibet großem Druck ausgesetzt ist, eine einzelne buddhistische Gruppierung im Westen versucht, mit unhaltbaren Vorwürfen dem Dalai Lama und dem tibetischen Buddhismus Schaden zuzufügen.

Zum Hintergrund:
Schon in den Jahren 1996 bis 1998 und insbesondere seit 2008 läuft eine internationale, sehr professionell und leider äußerst aggressiv geführte Medien- und Demonstrationskampagne zumeist westlicher Anhänger des sog. „Schützers“ Dorje Shugden gegen den Dalai Lama.
Der Grund ist folgender: Das religiöse Oberhaupt der Tibeter hat seit 1978 immer wieder in der Öffentlichkeit betont, dass die Anrufung Shugdens sich zu einer Kultpraxis mit stark sektiererischen Zügen gewandelt hat. Dies könne er nicht gutheißen. In der Tat bestätigen Religionswissenschaftler und Tibetologen, dass die organisierte Form der Shugden-Verehrung mit der Überzeugung verbunden ist, die Gelug-Schule innerhalb des Buddhismus sei den anderen tibetisch-buddhistischen Schulen überlegen. Ein weiterer Kritikpunkt des Dalai Lama ist, dass sich diese Praxis immer weiter von der buddhistischen Lehre entfernt habe.

Wer steht hinter der Kampagne gegen den Dalai Lama?
Bei den international gut vernetzten Protestierenden handelt es sich im Wesentlichen um Mitglieder der Neuen Kadampa Tradition (NKT), einer Organisation, die vom tibetischen Gelehrten Geshe Kelsang Gyatso in England gegründet wurde. Sie ist eine der am schnellsten wachsenden Organisationen in Großbritannien. Nach außen präsentiert sie sich als modern, zeitgemäß und demokratisch, intern jedoch – so die Aussagen ehemaliger Anhänger – ist die Organisation durch rigide, sektenhafte Strukturen gekennzeichnet mit Kelsang Gyatso als unangreifbarem und alleinigem Herrscher.
Für das Organisieren weltweiter Proteste gründet die NKT immer wieder neue „Frontorganisationen“, die den Hintergrund der Protestierenden verschleiern. Die International Shugden Community (ISC) ist bereits die dritte dieser Art. Die von ihr betriebenen Shugden- Webseiten haben kein Impressum, werden anonym betrieben („domains by proxy“) und nennen keine Person, die presserechtlich für die Anschuldigungen verantwortlich ist.

Der vollständige Text findet sich unter: http://buddhistische-ordensgemeinschaft.de.

Empfehlenswert für diejenigen, die detaillierte Hintergrundinformationen zum Thema bekommen wollen, ist die Homepage: http://info-buddhismus.de/shugden.html

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an: info@tibethaus.com

© Tibethaus Deutschland e.V. 2014

Nicht alle die einen roten Umhang tragen sind Mönche oder gar mitfühlend und friedlich:

Dienstag, 10. Dezember 2013

Einst Esoteriker, heute aber auch noch:
Martin Kamphuis

Früher Buddhist und heute Christ? Nein, Esoteriker damals wie heute.

Die Katholiken in Frankfurt luden mich zu einer Veranstaltung mit Martin Kamphuis im Haus am Dom in Frankfurt am Main ein. Was ich zunächst als einfache Einladung zur Veranstaltung verstand, mündete letztlich auf einem Podium um ein Gegengewicht zu den Thesen von Martin Kamphuis zu sein.
Das Lesen des gleichnamigen Buches von Kamphuis hätte ich mir sparen können, weil er bei seiner Vorstellung in ca. 40 Minuten inhaltlich eine Kurzform dieses, seines Buches vortrug.

Hier die Geschichte: Ein junger, gut aussehender, Holländer machte sich vor Jahren auf die Reise aus dem kleinen flachen Holland in die große Welt mit Bergen und unterschiedlichen Kulturen. Er trampte und versuchte mit sparsamen Mitteln möglichst viel zu sehen und zu erfahren. Er machte, wie viele Jugendliche vor und nach ihm, Erfahrungen mit Drogen, Sexualität und Spiritualität, oder zumindest mit dem, was er für Spiritualität hielt. Gleich zu Anfang seines Buches und seines Vortrages fiel mir auf, dass er dem gleichen Irrtum unterlag wie viele "Suchende", mich eingeschlossen, schon vor ihm. Er hatte die, uns Europäern bzw. Westlern eigene materialistische Denkart beibehalten als er anfing zu versuchen, das was sich ihm anbot zu konsumieren.
Das bedeutet, er fing an zu sammeln und versuchte sich zu bereichern, indem er Spiritualität, und alles was damit zu tun hatte, konsumierte. Besuche bei Gurus, Lamas, sogar beim Dalai Lama wurden angesammelt neben Meditationen, Aufenthalten in Klöstern und Retreathütten, immer auf der Suche nach dem entscheidenden "Kick", auch Erleuchtung genannt, der sich aber leider nie einstellte, so sich aber auch nicht einstellen konnte, da es mehr das Resultat s/eines Konzeptes war als etwas, was man mal eben so bei einer Meditation, einem Retreat oder einem Vortrag mitnimmt.

Irgendwann begegnete ihm und seiner esoterisch ausgerichteten Freundin jemand, der sie zu einer christlichen Gemeinschaft mitnahm und sie beide "mit Jesus Christus bekannt machte". Auch hier konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich um ein neuerliches Fundstück bei der spirituellen Suche handelte. Martin Kamphuis war von Haus aus christlicherseits nicht vorbelastet und alles was ihm hier begegnete schien ihm mindestens genauso fremd und begehrenswert wie das, was er im Buddhismus zu sehen glaubte.

Das bestätigende verständnisvolle Nicken einer anwesenden evangelischen Theologin, als der Wohnort (Herborn) von Herrn Kamphuis erwähnt wurde, machte mich neugierig. Kurze Recherchen im Internet legten nahe, dass Martin Kamphuis zu einer evangelikalen Pfingstbewegung gehört. Einer seiner Freunde in Kanada behauptet, dass der Buddhismus eine "missionarische" Religion sein und ist wohl mittlerweile auch ein Christ wie Herr Kamhuis.
Ich erlebe in vielem, was Herr Kamphuis verkündet das Gegenteil. Unter anderem bin ich Buddhist, weil der Buddhismus niemand mit "Mission" belästigt und weil er, wenn er sich irgendwo verbreitet die bestehende Kultur bestehen lässt und nicht ausrottet, wie es im Christentum und im Islam üblich war und teilweise immer noch üblich ist. Deshalb ist mir auch die Verschwörungstheorie von Herrn Kamhuis nicht verständlich, wo er in das gleiche Horn bläst wie das sonderbare Ehepaar Trimondi, in dem er vor einer buddhistischen Weltverschwörung warnt.

Mein Resumé aus der Veranstaltung:
Was bewegt einen Mann, der lautere spirituelle Absichten hat und von seinem "Glauben" überzeugt ist, seine Religion anzupreisen, indem er eine andere Religion schlecht macht bzw. abwertet. Ist es nicht das positive Erleben der eigenen Religion, das überzeugen sollte? Zugegeben, es ist leichter den Leuten Angst vor dem Unbekannten zu machen und ihre Vorurteile zu schüren und zu bestätigen, als der xtausendste Christ zu sein, der von sich behauptet Jesus Christus, dem lieben Gott oder dem heiligen Geist begegnet zu sein.

Es gibt hunderte von Menschen in Deutschland, Holland und anderen Ländern nicht nur im Westen, die aus christlichen Zusammenhängen kommend, heute im Buddhismus zu Hause sind, keiner von ihnen kam bisher auf die Idee ein Buch mit dem Titel "Ich war Christ" zu verfassen, um damit für den Buddhismus zu werben.

Freitag, 24. Mai 2013

Swami Durchananda
verhindert Unterlassungserklärung gegen
Frau Erika Steinbach



Sehr geehrte Frau Steinbach,

auch Borniertheit ist kein Menschenrecht, selbst eine wiederholte Kandidatur für die CDU im Frankfurter Stadtteil Bornheim, ist keine geeignete Ausrede für anhaltende Borniertheit.


Grund für dieses Blog ist, dass sie in Ihrem Blogroll, auf den sie auch in dem sozialen Netzwerk Twitter mit Ihrem Twitter-Account hingewiesen haben, nachfolgende Behauptung über mich aufstellen, die nicht der Wahrheit entspricht und geeignet ist, mein Ansehen in der Öffentlichkeit nachhaltig zu schädigen.

In einem Blog vom 16.05.2013 behaupten Sie:

„Die Fraktion der Grünen hat im Jahr 1985 einen Gesetzentwurf eingebracht, der zum Ziel hatte u.a. den § 182 des Strafgesetzbuches zu streichen. Darin ist die Strafbarkeit sexuellen Missbrauchs geregelt. Redner und Initiator für diesen Antrag war der hessische Bundestagsabgeordnete und ehemalige Landesgeschäftsführer der hessischen Grünen, Herbert Rusche.“

Dazu folgendes:
Die damalige Fassung des § 182 lautete bis 1987:


§ 182 Verführung

(1) Wer ein Mädchen unter sechzehn Jahren dazu verführt, mit ihm den Beischlaf zu vollziehen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt. Die Verfolgung der Tat ist ausgeschlossen, wenn der Täter die Verführte geheiratet hat.

(3) Bei einem Täter, der zur Zeit der Tat noch nicht einundzwanzig Jahre alt war, kann das Gericht von einer Bestrafung nach dieser Vorschrift absehen.

In Ihrem Blog suggerieren Sie wahrheitswidrig, die Strafvorschrift des § 182 StGB würde den Schutz vor sexuellem Missbrauch enthalten.

Es ist im Gegenteil so, dass die Strafbarkeit von sexuellem Missbrauch zu keinem Zeitpunkt, auch nicht im Zeitraum von 1975 bis 1987, in § 182 StGB geregelt wurde.


Weiterhin suggerieren Sie damit, dass ich als damaliges Mitglied des Bundestages und ehemaliger Landesgeschäftsführer der Grünen in Hessen dem sexuellen Missbrauch von Kindern Vorschub geleistet habe.

Darüber hinaus ist diese unzulässige Verknüpfung des angeblichen sexuellen Missbrauchs mit der zur Zeit stattfindenden Debatte über sexuellen Missbrauch geeignet, mir zu unterstellen, ich selbst habe pädophile Neigungen und/oder würde diese fördern.


Richtig ist, dass ich als Bundestagsabgeordneter mit der Fraktion Die Grünen einen Antrag zur Streichung der §§ 175 und 182 StGB im Jahre 1985 eingebracht habe.

Das Ziel dieses Antrags war, die strafrechtliche Diskriminierung der Homosexuellen zu beenden und ein allgemeines Schutzalter von 14 Jahren zu erreichen.

Es war deutlich erkennbar nicht die Absicht dieses Antrages, die Strafbarkeit sexuellen Missbrauchs zu beseitigen.


Ihre Behauptungen sind geeignet, mein Bild in der Öffentlichkeit erheblich und nachhaltig zu schädigen. Durch die vorstehend geschilderte unzulässige Verknüpfung von Tatsachen und Halbwahrheiten haben Sie mich in der Öffentlichkeit verleumdet, vor allem auch, weil die von Ihnen behaupteten Tatsachen nachweislich unwahr sind.

Dies sind Auszüge aus der Begründung zu einer Unterlassungserklärung die gestern formuliert und bereit zur Zustellung an Frau Steinbach war.

Im letzten Moment bat mich mein alter Freund und Bekannter, Swami Durchananda, der anscheinend auch ein Freund und Berater von Erika Steinbach ist, nicht mit der Forderung nach einer Unterlassungserklärung gegen Sie vorzugehen. Aus diesem Grund habe ich auf die Zustellung der Unterlassungserklärung verzichtet und mich entschieden mit einem Blog zu reagieren.



Link zum Blog von Frau Erika Steinbach

Link zu Hotel Harakiri, Heimatvertriebenenherberge, Swami Durchananda und Frau Erika Steinbach

Donnerstag, 9. Mai 2013

Gespräch mit dem Spiegel

Eine Frau vom Magazin Der Spiegel aus Berlin rief bei mir an und wollte mir ein paar Fragen stellen. Es ging um meine damalige Beteiligung bei der AG Schwup (Schwule, Päderasten und Transsexuelle bei den Grünen). Nach leidvoller Erfahrung mit dem Spiegel habe ich mir erlaubt, das Telefonat aufzuzeichnen, damit dokumentiert werden kann aus welchem Zusammenhang eventuell was gerissen und was weg gelassen wurde.

Nachdem ich mir die Aufnahme noch einmal angehört habe, konnte ich nichts finden, was skandalisierbar wäre. Aber der Spiegel ist ja erfinderisch. Die junge Frau versicherte mir, dass sie ganz neu beim Spiegel sei und alles ganz anders machen werde als ihr Kollegen.

Hier nun eine Zusammenfassung des Gesprächs:
Ziemlich zu Anfang gleich fragte die Dame mich nach meiner damaligen Beteiligung bei der oben genannten "Schwup". Ich habe klar gemacht, dass ich grundsätzlich gegen die Änderung und Erweiterung des Namens der ursprünglichen AG für Schwule bei den Grünen und Alternativen Listen war, ähnlich wie ich heute Unbehagen bei einer AG Queer empfinde, weil sich unter dem Begriff Queer ganz vieles sammeln lässt, zu dem ich als Schwuler Mann nichts sagen kann. Ich machte deutlich, dass die damalige Schwulenbewegung, an die sich die Pädosexuellen und die Transsexuellen später anhängten, nach der ersten Liberalisierung des §175 völlig naiv und unbelastet davon ausging, dass Sexualität ausschließlich mit Liebe zu tun hat. Auch machte ich deutlich, dass wir uns gegen jede Art von nicht einvernehmlicher Sexualität, also von sexuellem Missbrauch in jeder Form, schon damals stark positioniert hatten.

Dass die Missbrauchsfälle ausgerechnet in den Einrichtungen der Organisationen stattfanden, welche die gültigen moralischen Standards vorgaben und festlegten, wurde auch uns erst Jahre bzw. Jahrzehnte später bekannt. Letztlich konnte man den Eindruck gewinnen, dass gerade durch die Tabuisierung der Sexualität ein gewisser Schutz für die Täter in diesen Institutionen ausging. Dass sexueller Missbrauch ausgerechnet da statt findet, wo man schon ausserehelichen Geschlechtsverkehr geißelt, konnten auch wir uns nicht vorstellen.

Meine Beteiligung in der AG Schwup, zu deren Gründer die Journalistin mich zwischendurch machen wollte, ergab sich aus meiner Zuständigkeit in der Fraktion, das konnte ich ihr, so glaube ich, verständlich machen. Apropos Sachkompetenz: Dass der §175 vor 1969 beinhaltete, dass erwachsene Männer für einvernehmlichen Sex, der auf irgendeine Weise bekannt wurde (Offizialdelikt), bis zu 5 Jahre ins Gefängnis kommen konnten, war ihr zum Beispiel nicht bekannt. Auch dass die erste Veränderung des Gesetzes noch lange nicht das Ende dieses § war und die Streichung erst 1994 vorgenommen wurde, schien ihr unbekannt. Aber egal, wenn ein Gespräch wie dieses zur allgemeinen Aufklärung dient, dann ist mir das eine Freude.

Die Dame hatte Protokolle im grünen Gedächtnis der Heinrich Böll Stiftung gelesen, in denen ich vor allem von einem Herrn Ullmann (an den ich mich nicht mehr erinnern kann) kritisiert wurde, weil ich mich nach seinen Vorstellungen nicht ausreichend für Pädosexuelle einsetzte.

Als dann noch die Sprache auf Daniel Cohn-Bendit kam, war mir auch klar, welche Agenda da abgearbeitet wurde. Ich erklärte ihr, dass ich Daniel als aufrechten Heterosexuellen kenne, der zum Verdacht auf irgendwelche andere Neigungen nicht taugt. Ich hoffe mein Versuch, die von mir vermuteten Gepflogenheiten in einem damaligen antiautoritären Kindergarten zu erklären, ist richtig verstanden worden. Ich habe seit Jahrzehnten keinen Kontakt zu Daniel und ich habe sein Buch, in dem diese Geschichte steht, nie gelesen, auch habe ich nie einen antiautoritären Kindergarten von innen gesehen.

Von mir wurde noch am Rande erwähnt, dass die Schwulen damals nicht mit den Lesben zusammen arbeiteten, die sich damals noch mehr der Frauenbewegung anbiederten.
Auch das war ein Grund, weshalb uns realer sexueller Missbrauch kaum bekannt war. Auf eine unvoreingenommenen Wissenschaft diesbezüglich kann man leider zum Teil noch heute nicht zurück greifen. Das erste nennenswerte Buch zur Homosexualität erschien z.B. erst in den frühen 70er Jahren von Martin Dannecker, der Teil unserer Bewegung war, und Reimut Reiche.

Allgemeiner Anhang:

Die Personengruppe der Journalisten beherrscht den Umgang mit dem gesprochenen oder geschriebenen Wort – allerdings trägt sie keine Verantwortung für praktische Dinge (oder für die Folgen ihrer Handlungen). Ferner fehlen ihr Informationen aus erster Hand, wie man sie nur durch tatsächliche Erfahrung erwerben kann.
Der Ökonom und Politiker Joseph Schumpeter stellt die rhetorische Frage, ob es sich um Leute handele, „… die über alles reden, weil sie nichts verstehen?“ Aus Wikipedia


Samstag, 30. Juni 2012

Presse und Fernsehen unterstützen sexuellen Missbrauch

Was ist sexueller Missbrauch und ab wann muss man darüber berichten.

Fragen, die sich Medien wie der hessische Rundfunk, die Frankfurter Rundschau usw. so lange nicht stellen, bis es irgendwann Opfer und Opferverbände gibt, die keine Ruhe mehr geben, um zu gewährleisten, dass die ungeteilte Aufmerksamkeit auf "ihr" Problem gerichtet ist. Bis es soweit ist, das haben wir in den letzten Jahren aus den Skandalen an Schulen, Internaten und kirchlichen Einrichtungen erfahren, wird es viele Opfer geben.

Konkreter Fall:
Eine buddhistische Einrichtung in Frankfurt wirbelt seit vielen Jahren die Werbetrommel in eigener Sache und wird immer wieder gerne besucht wenn mal wieder über Buddhismus berichtet werden soll. Der junge "Abt" dieser Einrichtung macht junge Männer und Frauen zu "Mönchen" und "Nonnen", darunter vor allem westliche Männer. Diese sind vorzugsweise jung, schlank, gut aussehend und hoch gewachsen. Immer mal wieder gab es Gerüchte und Meldungen aus dem "Kloster", dass es dort zu sexuellen Übergriffen in der klösterlichen Gemeinschaft kam. Diese wurden vor einige Zeit insoweit konkret, dass eidesstattliche Versicherungen von jungen Männern, die mittlerweile nicht mehr in dieser Einrichtung leben, vorliegen. In diesen Erklärungen wird ausführlich von sexuellem Kontakt zwischen dem Abt und seinen jungen Mönchen berichtet und über die zurückgebliebene Enttäuschung der jungen Männer.
Juristisch ist hier nichts zu machen, da das "Kloster" keine offizielle Einrichtung ist und der "Abt" keinen wie auch immer anerkannten Status als Lehrer, Pfarrer, Leiter oder Therapeut hat. Die Ausnutzung eines Abhängigkeitsverhältnisses kommt daher anscheinend nicht in Frage. Die Jungs waren zum Zeitpunkt der sexuellen Übergriffe über 16 Jahre alt und sind damit über dem seit 1994 geltenden "Schutzalter".
Text des §182

Mit etwas Recherche ist all dies und die Diskussion darüber, vor allem vor Ort, leicht heraus zu finden. Es gibt Blog Einträge, nicht nur hier, die auf das Geschehene und nie aufgearbeitete Problem hin weisen.

Viele Details zu diesem Geschehen sind hier in früheren Beiträgen und auch
"in diesem Blog unter "Beliebte Posts""
zu finden.

Trotzdem begegnen einem immer wieder Berichte und Artikel, die auf diese Einrichtung und deren neue Präsenz auf dem Lande hinweisen. Kein Wort darüber, dass unter dem Vorwand von Buddhismus und einem enthaltsamen Lebenswandel, junge Männer rekrutiert und teilweise sogar von ihren Eltern geschickt werden.
Die Frage ist, ob diese Missbrauchsopfer, ähnlich wie bei Einrichtungen aus den 50er und 60er Jahren, erst alte Männer werden müssen, bis ihr Problem bekannt gemacht wird, die Medienaufmerksamkeit groß ist und nach Schuldigen gesucht wird.

Die Doppelmoral unter buddhistischen Asiaten scheint in ihrer Dimension der der katholischen Kirche in nichts nachzustehen. Natürlich ist auch das Dilemma klar in dem dieser Abt lebt. Es ist der Mönchs-Status, der ihm viele Spenden, vor allem von der vietnamesischen Exilgemeinde bringt. Die uns Europäern vernünftig erscheinende Konsequenz, die Robe abzulegen und als schwuler Mann in einem Verhältnis oder eben auch promisk zu leben, scheint in der asiatischen Kultur, zumindest öffentlich und ehrlich, nicht vorgesehen zu sein und ist daher für den Abt und seine Anhänger keine Möglichkeit.

Die Hoffnung, dass wenigsten unsere aufgeklärten Medien helfen solchen Missbrauch aufzuarbeiten, oder zumindest verhindern helfen, dass er immer weiter geht, wird hier leider seit Jahren immer wieder enttäuscht. Auch die gescheiterte Aufnahme der Einrichtung unter der Leitung dieses Abtes in die
Deutsche Buddhistische Union (DBU)
und der Ausschluss dieses Mannes aus dem
Deutsche Buddhistische Ordensgemeinschaft (Mönche und Nonnen) (DBO)
scheint für die Medien keine Rolle zu spielen.
Die bevorstehende Eröffnung eines hippen vegetarisch/veganen Restaurants des Klosters mit Hilfe einer großen deutschen Bank wird der nächste Beweis sein, dass man etwas medial hoch lobt ohne wirklich zu schauen, welchem Missbrauch man hier ungewollt(?) Unterstützung gibt.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Beitrag zur jüngst beendeten Buchmesse 2011

Nicht ganz so groß und schön an der Ecke gelegen wie im letzten Jahr, befand der Stand der Deutschen Buddhistischen Union sich wieder in Nachbarschaft von spirituellen und alternativen Verlagen. In direkter Nachbarschaft war, wie in den Vorjahren, wieder der Stand des Fo Guang Shan Tempels und des Tibethaus Deutschland aus Frankfurt.

Traudel Reiss, die auf meine Bitte und aus eigenem Interesse seit zwei Jahren diese Buchmessenpräsenz mitgestaltet, ist mittlerweile im Vorstand der DBU und scheint die Leitung des Projektes "Buchmesse" übernommen zu haben. Aus der Geschäftsstelle wurde mir zugetragen, dass ich die Buchmesse für die DBU nicht mehr "machen" würde, was von Traudel und anderen Mitgliedern des Rates der DBU sogleich dementiert wurde. Nun, warten wir ab...


Es ist sicher nicht nötig, die Verlage hier aufzulisten, die sich an unserem Stand beteiligt haben, da sie in der jährlichen Buch- und Verlagsbroschüre alle genannt sind. Diese kann man bestellen bei:

Buddha Dharma Mandala
Loënstraße 11
60322 Frankfurt
E-Mail info@buddhasasana.de


Nicht nur im Cafe der Verlage, an dem sich die DBU wieder beteiligt hat, fanden interessante Gespräche statt, sondern auch vor Ort bei Verlagen wie Shambhala Publications, Wisdom, SGI und anderen mehr.

Ein Buchprojekt wird anvisiert über das ich demnächst ausführlich berichten werde. Soviel vorab: es geht um die buddhistischen Pilgerorte in Nordindien und Nepal.

Montag, 16. Mai 2011

Wie ist die Welt?

Die Wissenschaft, ursprünglich einmal angetreten gegen kirchlichen Dogmatismus, ist längst selbst zu einem neuen Glaubenssystem verkommen, das von neuen Schriftgelehrten gepredigt und von weiten Teilen der Öffentlichkeit nachgebetet wird. - Bernd Senf

Es geht mir schon lange durch den Kopf und ich will es endlich einmal aufschreiben:
Was haben christliche Missionare aller Konfessionen, frühere Kolonialbeamte, Karl Marx, Jutta Ditfurth und andere Menschen, welche "Bescheid" wissen und meinen die Welt erklären zu können, gemeinsam?

Sie haben sich die Welt aus ihrer Tradition oder aus dem Resultat ihrer "einzig wahren" Erkenntnis zurecht gelegt. Sie legten/legen ihre Elle auf alles was existiert an und sie verurteilen gnadenlos alles was in dieses Maß nicht passt.
Andere Meinungen, andere Lebensentwürfe sind nicht akzeptabel und verdienen ewige Verdammnis, Bevormundung, zumindest aber heftige Kritik weil sie an der eigenen Lebens"wahrheit" gemessen werden und dort nicht passen.

Sicher besteht ein Unterschied, ob europäische Kolonialbeamte und Missionare den Eingeborenen ferner unterentwickelt geglaubter Länder ihre Nacktheit austreiben oder ob frühere oder neuzeitliche Linksintellektuelle ihre "neue Erkenntnis" als das Maß aller Dinge auf alles und jeden anlegen.
Der Geist dahinter, ist die mangelnde Akzeptanz gegenüber allem was abweicht von dem, was man für sich als richtig erkannt hat. Er ist identisch bei allen, wenn auch in seinen Erscheinungsformen höchst unterschiedlich, die sich ihre enge und vermeintlich universelle Ideologie aus ihrem geschlossenen Weltbild holen. Dieses ist meist nur ein Produkt ihrer Religion, Kultur oder ihrer mehr oder weniger selbst zurecht gemixten Philosophie.

Freitag, 22. April 2011

Pierre Vogel und das Paradies in Frankfurt

Als ich vor einigen Tagen davon hörte, dass der Ex-Boxer, Islamist und Heuchler Pierre Vogel in Frankfurt "missionieren" wollte, hatte ich eigentlich vor, einen Infostand unter dem Thema "Alternativen zum Islamismus" anzumelden. Die Kürze der Zeit und erste Meldungen, dass Vogels Auftritt nicht erlaubt werden sollte, brachten mich von diesem Vorhaben ab.

Nun wollte ich wenigstens nachsehen, ob das Verbot durchgesetzt war oder ob dieser Herr Frankfurt islamisieren darf.

Kurz nach 18:00 Uhr traf ich mit einer burmesischen Freundin an der Hauptwache ein. Dort war, von Polizei eingekreist, ein Stand von Tierschützern, die wohl nichts mit Islam, außer vielleicht einer kritischen Haltung zu tierquälerischen Schächtung, zu tun hatten. Ein weiterer Stand mit Megaphon war, nach meiner Wahrnehmung, von Autonomen und Antifaschisten aufgebaut. Sie gaben einer Sprecherin des Rates der Ex-Muslime Gelegenheit zu berichten, was politischer Islam am Beispiel Iran vor allem für Frauen bedeutet.

Vereinzelt waren auch ziellos herum laufende Damen mit Kopftüchern und manche mit Teil- und Ganzverschleierung sowie Herrn mit Käppchen und Tropenanzügen zu sehen, die aber nicht als Gruppe auszumachen waren.

Einige junge Herren, die man gar nicht richtig zuordnen konnte, wurden von der Polizei gejagt, festgenommen und bekamen Platzverweis. Später hörte ich, das waren Rechte.

Kurz vor 19:00 Uhr wurde es an der Katharinenkirche lebhaft und ein ganzer Pulk bärtiger Herren mit Tropenanzügen und Pierre Vogel in ihrer Mitte eilten, die Hauptwache hinter sich lassend, zum Goetheplatz.

Hier stand ein Wagen mit Lautsprechern bereit für Vogel und seine Begleiter. Verschiedene Gruppen und Einzelpersonen wurden von der Polizei abgehalten, den Goetheplatz zu betreten. Ich hatte keine Probleme mit auf den Platz zu gehen und stand alsbald in einer Gruppe junger Männer vor dem Lautsprecherwagen. Pierre Vogel war nicht zu verstehen, er nuschelte und ich erlaubte mir den Zuruf "Sprich deutlich oder sei gleich ganz ruhig". Das rief, kaum hatte ich diesen Zwischenruf getan, einen zornigen Jüngling auf den Plan, der mir ohne Vorwarnung mit einem Sprung einen Tritt in den Bauch verpasste. Er war zu der Seite der Polizei von mehreren anderen Jugendlichen verdeckt, also nicht sichtbar. Nach dem Tritt wurde der junge Mann von mehreren seiner Freunde, welche vorher die Sicht der Polizei auf ihn verhindert hatten, festgehalten. Nun bekam ich von einem etwas älteren Jugendlichen den Rat: "Verschwinde hier! Wenn Du beschützt werden willst, dann geh rüber zur Polizei, die beschützen Dich. Hier beschützt Dich keiner!"

Das waren also die freundlichen Herren mit der Einladung zum Paradies. Während Vogel auf der Bühne seinen Freunden akustisch schwer zu verstehendes, durchmischt von Ruhrplatt und Arabisch vortrug, verließ ich den Platz, um die Andacht der islamistischen Adrenalinjunkies nicht weiter zu stören. Die einzig erlaubten Zwischenrufe auf dem Platz waren Allah Akbar.

Am Rande des Platzes sah ich dann eine Auseinandersetzung zwischen jugendlichen Vogeljüngern und einem Mann zwischen 40 und 45. Dem Mann wurde angedroht, dass man ihm die Brille abnehmen will, damit man ihn besser verprügeln könne. Als man die Polizei zu Hilfe gerufen hat, bestanden diese kleinen islamistischen Dumpfbacken darauf, das sowas (Brille abnehmen) zu sagen bzw. anzudrohen, zur "freien Meinungsäußerung" gehört.

Den Vortrag von Vogels "Überraschungsgast", der mittlerweile ausgewiesen wurde, und der vor allem dadurch bekannt ist, dass er die Hinrichtung für Homosexuelle fordert, habe ich dann nicht mehr mitbekommen, weil ich wichtigeres zu tun hatte.

Freitag, 15. April 2011

Bicycle Day! 19. April 2011 68 Jahre

Die Wirkung von Lysergsäure-diethylamid, kurz LSD, entdeckte der Schweizer Chemiker Albert Hofmann am 16. April 1943 durch Zufall, nachdem er die Substanz vermutlich durch die Haut absorbiert hatte. Er wiederholte dieses Erlebnis am 19. April 1943 durch die Einnahme von 250 Mikrogramm LSD, was der kleinsten für ihn denkbar wirksamen Dosis eines Halluzinogens entsprach, verglichen mit dem damals stärksten bekannten, natürlich vorkommenden Halluzinogen, Meskalin. Es stellte sich jedoch heraus, dass diese Menge bereits das fünffache der normal wirksamen Dosis (ca. 50 µg) von LSD entsprach.

Dieses Datum gilt heute als Zeitpunkt der Entdeckung psychoaktiver Eigenschaften des LSD; der Jahrestag wird von popkulturellen LSD-Anhängern als "Fahrradtag" (Bicycle Day) begangen, da Hofmann am Beginn seines Rauscherlebnisses mit dem Fahrrad nach Hause fuhr.

Happy Bicycle Day!

Wikipedia zu LSD

Wikipedia zu Albert Hofmann

LSD mein Sorgenkind

Montag, 2. August 2010

Buddhismus aktuell und heute



Nicht umsonst heißen die Zeitschriften zweier Dachverbände so. Nahezu jeder "Buddhismus" ist der Meinung, dass seine Schule, Tradition, Lehre oder Gruppe die für die heutige Zeit geeignete Form ist.

Es ist richtig, dass die, noch heute zugängliche, ursprüngliche Lehre des Buddha als Basis einer Weltreligion erstaunlich universell ist. Vieles von dem, was sich in den letzten rund 2.500 Jahren aus dieser ursprünglichen Lehre entwickelt hat, ist allerdings kritisch zu sehen. Vieles wurde von mehr oder weniger klugen Menschen verändert, angepasst, weiter entwickelt und nicht selten auch verfälscht.

Für mich ist ausschlaggebend, dass der Buddhismus das Potential hat frei und unabhängig, nicht nur in spirituellem Zusammenhang, zu machen. In weiteren Beiträgen versuche ich mich kritisch zu Strukturen zu äußern, die das Gegenteil bewirken. Gruppen und einzelne Menschen nutzen diese Strukturen um Menschen in Abhängigkeiten zu führen und diese Abhängigkeiten auszunutzen. Der Buddhismus hat eine große Sympathie hierzulande und das, ohne dass wirklich ein tiefer gehendes Wissen vorhanden ist. Das führt dazu, dass wissentlich und unwissentlich alles Mögliche in diese Religion hinein "geheimnisst" wird, anstatt sich mit der klaren und eindeutigen Botschaft des Buddha zu beschäftigen.

Hier einige im Internet zugängliche gute und kritische Informationen:


Buddhistische Sekten


Tibetischer Buddhismus - Fakten und Hintergründe

The broken Buddha - kritische Reflektionen zu Theravada

Dhammakaya - Nirvana for sale?

Heilsame und unheilsame Strukturen in Gruppen pdf

Die im Deutschen Wikipedia erhältlichen Informationen über Buddhismus sind zum Teil sehr gut und zu empfehlen. Bei Tibet ist Vorsicht geboten, da großer Einfluss von der chinesischen Verwaltung genommen wird und Daten und Fakten bei Wikipedia durch deren Agenten gefälscht oder umgeschrieben werden.

Portal Buddhismus bei Wikipedia

Mittwoch, 31. März 2010

Tod und selber sterben

Der Grüne Zweig Nr. 161 hat den Tod und das Sterben zum Thema. In diesem Buch wird das unvermeidliche Ende eines jeden Lebens aus verschiedenen, durchaus auch ungewöhnlichen, Gesichtspunkten behandelt. Es wird vorgeschlagen nach dem Versuch eine neuen Form des Lebens zu finden, konsequenter Weise auch eine neue Form des Sterbens zu suchen und zu finden. Diese Sicht auf das Thema ist nicht düster und deprimierend, sondern hilft viel eher das Thema unverkrampft und heiter anzugehen. Mit dieser Art von Aufklärung und Information stirbt es sich nicht nur besser sondern es lebt sich auch leichter. Die Ungewissheit und Angst vor dem was da auf uns zu kommt hat die Chance einer gewissen Neugierde und Gelassenheit zu weichen.

Das Vorwort zum Buch hat Roger Willemsen geschrieben.

Im Buch sind Zitate, Abschnitte und ganze Artikel von folgenden Autoren zu finden:
Timothy Leary,
Wolfgang Neuss,
Ulrich Holbein,
Elisabeth Kübler-Ross,
Paul Lafargue,
Terence McKenna,
Dr. Phillip Nitschke,
Fritz Roth
und anderen.

Eine Vielfalt von Themen wie Sterbe- und Bestattungsriten, schmerzfreies Sterben, selbst gewählter Todeszeitpunkt, Patientenverfügung und Palliativmedizin sind ebenso zu finden wie viele Literaturhinweise und sachbezogene Internetlinks am Ende des Buches.

Fazit: Ein Buch, welches hilft mit dem Tod Frieden zu schließen und das dadurch ganz nebenbei auch hilft entspannter zu leben.

Die ISBN Nummer des Buches ist: 978-3-922708-45-2

Direkt zu bestellen bei Books and Boxes

Die Grüne Kraft ist direkt hier zu erreichen.

Sonntag, 28. Februar 2010

Buddhismus in Tibet - kurz und leicht verständlich

Buddhismus kam in zwei Wellen nach Tibet. Die erste war zwischen dem siebten und dem neunten Jahrhundert unserer Zeitrechnung, auf der Höhe des tibetischen Imperiums, als Tibet große Teile Zentralasiens beherrschte. Der tibetische König Songtsen Gampo gab eine Schrift in Auftrag, welche auf Grundlage von Sanskrit (der alten Sprache von Indien) entwickelt werden sollte. Sein Nachfolger Trisong Detsun war Schirmherr über eine große Übersetzungsanstrengung, welche die gesamte Lehre Buddhas in das Tibetische übertrug. Nach dem Zusammenbruch dieses Imperiums gab es eine "dunkle Periode" von politischer und kultureller Zersplitterung in Tibet.

Gegen Ende des 10. Jahrhunderts machten viele Tibeter die mutige Reise über den Himalaya, um weitere buddhistische Texte und Techniken in Indien zu finden. Manche besuchten die großen buddhistischen Universitäten in Indien wie Nalanda, um die Philosophie und die Künste zu studieren. Manche suchten entfernte und trostlose Stellen auf, um die mündlichen Anweisungen von vollendeten Meditationsmeistern zu erhalten. Aus diesen Reisen und Unternehmungen entwickelten sich die unverwechselbaren Traditionen von einer buddhistischer Scholastik und Meditation in Tibet.

Heute gibt es vier Hauptschulen des tibetischen Buddhismus. Nyingma (oder die "alte Schule") führt ihren Ursprung zur ersten Welle der Etablierung des Buddhismus in Tibet zurück. Die Sarma (die "neuen Schulen") welche sich in Sakya-, Kagyu- und Gelugschule sammelten, entwickelt sich aus der zweiten Welle. Einige Traditionslinien wie die Sakya- und die Gelugschule legten besonderen Wert auf den intellektuellen Ansatz der Lehren. In der Kagyu- und die Nyingmaschule wurde großer Wert auf die Meditation gelegt. Sie werden daher oft "Praxislinien" genannt. Innerhalb jeder dieser vier Hauptschulen gibt es über Generationen ungebrochene Folgen von Meister auf Schüler übertragene mündliche Lehren und Autorisierungen.

Freitag, 26. Februar 2010

Der Weg zur eigenen Sekte - Vorsicht Satire!

Der nachfolgende Artikel könnte deine religiösen Gefühle verletzen oder du könntest gar vom Glauben abfallen.

Wenn du in dieser Hinsicht keinen Spaß verstehst, lies bitte nicht weiter.

Falls Dein fester Glaube unerschütterlich ist, Du gar keinen hast oder das Fegefeuer und die Hölle sowieso bereits auf Dich wartet, wünsche ich viel Vergnügen beim Lesen dieses Artikels.

Du hast keine Freunde und lebst von Hartz 4? Du hast deinen Schulabschluss abgebrochen und wohnst bei deiner Mutter? Du willst immer recht haben und duldest keinen Widerspruch? Du hast Dich oberflächlich mit den Weltreligionen, der Esoterik und Sience Fiction beschäftigt? Dann werde noch heute Sektenführer!

Hier die Anleitung:

Mit ISekte in 6 einfachen Schritten zur eigenen Sekte

Samstag, 24. Oktober 2009

Buddhismus und Homosexualität

Eine Schwule Tragödie
(leicht gekürzt aus dem Blog von Shravasti Dhammika)

Hin und wieder kommt jemand auf mich zu und nach oft kurzer Zeit, nicht ohne erst um den heißen Brei herum zu reden, fragen sie mich, was die buddhistische Position zur Homosexualität sei. Daraufhin sage ich ihnen, dass absichtliche Handlungen (kamma) das Bewusstsein verändern und unser kamma (Karma) die Zukunft bedingt. Positive absichtliche Handlungen hätten positive Auswirkungen (vipaka), und negative absichtliche Handlungen hätten negative Auswirkungen. Sexuelle Handlungen, die durch die üblichen Absichten und Gefühle, die zwischen zwei sich liebenden Menschen bestehen, motiviert sind, hätten eine positive Auswirkung, seien sie nun homo- oder heterosexuell. Diesen Punkt betone ich, indem ich sage, dass buddhistische Sexualethik sich vor allem mit den Beweggründen hinter unserem Sexualverhalten – anstatt mit dem Geschlecht unseres Partners – beschäftigt.
Wenn also zwei Menschen desselben Geschlechts ihre Liebe zueinander körperlich zum Ausdruck bringen, gibt es keinen guten Grund, warum das dadurch geschaffene Karma sich irgendwie von dem Karma unterscheiden sollte, das entsteht, wenn zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts dasselbe tun.
Wenn ich das gesagt habe, versuche ich, das Thema zu wechseln. Nicht etwa, weil mich über Homosexualität zu reden in Verlegenheit brächte, sondern weil es mir nicht behagt, den Buddhismus unter ein einziges „Generalthema“ zu stellen. Vor einigen Jahren aber hatte ich eine Begegnung, durch die mir klar wurde, dass ich solchen Fragen – mögen sie von Homosexuellen selbst oder ihren Familien kommen – meine ganze Aufmerksamkeit schenken sollte. Wie theoretisch oder nebensächlich mir dieses Thema auch vorkommen mag, so ist es doch wahrscheinlich von großer Bedeutung für die Menschen, die solche Fragen stellen.

Ein junger Mann namens Julian rief mich an und fragte, ob er zu mir kommen und sich mit mir über Buddhismus unterhalten dürfe. Ich stimmte zu, und er kam zum verabredeten Termin. Es stellte sich heraus, dass er um die Zwanzig war, von zierlicher Statur und mit ansprechenden Gesichtszügen. Er wirkte gepflegt und war gut gekleidet. Er begann damit, mir einige Fragen zum Buddhismus zu stellen, aber ich spürte, dass es eigentlich nicht das war, was er wissen wollte. Schließlich kam die Frage: „Ehrwürdiger, kann ein Schwuler ein guter Buddhist sein?“ Ich antwortete wie gewöhnlich, aber es wurde bald klar, dass er damit nicht zufrieden war. Immer wieder machte er Zwischenbemerkungen und äußerte Zweifel an dem, was ich sagte. Auf seine Einwände antwortete ich ihm, aber er ließ sich nicht überzeugen. Beim toten Punkt angelangt und im Unklaren darüber, was ich ihm noch hätte sagen können, fragte ich ihn, ob er schwul sei. Er errötete, räusperte sich und sagte, er sei es. Dann erzählte er mir seine Geschichte: Seit seinen frühen Teenagerjahren fand er andere Jungs attraktiv. Er war entsetzt über seine Gefühle und hielt sie streng unter Kontrolle. Ein Jahr zuvor hatte er während seiner Wehrdienstzeit einen anderen schwulen Soldaten kennen gelernt, und seit dieser Zeit hatten sie eine Beziehung, wenngleich eine durch Schuld und Flüchtigkeit geprägte. Ein- bis zweimal im Monat legten sie ihr Geld zusammen und nahmen sich für eine Nacht ein Hotelzimmer. Zumindest bei Julian folgten danach Tage der Selbstverachtung und der Vorsatz, es nie wieder zu tun. Nachdem er seine Erzählung beendet hatte, ließ er den Kopf hängen und sagte: „Das muss einfach falsch sein!“ – „Na ja“, sagte ich, „einige Leute werden das sonderbar finden. Aber aus buddhistischer Sicht kann ich nicht erkennen, dass es besonders schädlich sein könnte. Die sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen ist eine vollkommen natürliche Angelegenheit, und das ist akzeptabel, wenn sie nicht Ehebruch oder die Verletzung anderer mit sich bringt. Der Konflikt, den du in dir mit dem Hass auf gänzlich unschädliche Gefühle erzeugst, verletzt dich mehr, als es dein Schwulsein jemals könnte. Es gibt keinen Grund, warum du nicht die Tugendregeln (Silas) achten und gleichzeitig schwul sein könntest.“

Er schwieg, aber ich bemerkte, dass ich seine Zweifel nicht hatte ausräumen können. Julian besuchte mich in den beiden folgenden Monaten noch zwei Mal. In unseren Gesprächen ging es um den Dhamma im Allgemeinen, und obwohl wir auch wieder das Thema Homosexualität behandelten, kamen wir größtenteils wieder zu den gleichen Ergebnissen.

Dann, nachdem ich fast ein halbes Jahr ihn weder gesehen noch von ihm gehört hatte, rief er mich an. Er erzählte mir von einem berühmten taiwanesischen Mönch, der in der Stadt eine Reihe von Vorträgen hielt, und dass er es geschafft hatte, ihn kurz persönlich zu sprechen. Dem Mönch hatte er dieselben Fragen wie mir gestellt. Der Mönch hatte ihm gesagt, Homosexualität sei eine ekelhafte und verwerfliche Angelegenheit; Homosexuelle würden in der untersten Hölle wiedergeboren, wo sie über Weltzeitalter hinweg in Kot gesiedet würden. Julian sagte dies in einem fast triumphierenden Ton, anscheinend froh, dass er mir einen Irrtum nachgewiesen oder jemanden gefunden hatte, der ihm Recht gab. Ich fragte ihn, was dieser ehrwürdige Mönch denn noch gesagt habe. „Nichts“, erwiderte er. „Er wollte irgendwo hin und hatte nur ein paar Minuten Zeit, um mit mir zu sprechen.“

Wie oft habe ich das schon erlebt! – Ich erzähle einem Fragenden etwas über Buddhismus, wovon ich weiß, dass es fundiert, vernünftig und in Übereinstimmung mit der Überlieferung ist, und dann geht er zu einem anderen Mönch, der ihm genau das Gegenteil erzählt, kommt wieder zu mir zurück und bittet mich, die Abweichung der Auffassungen zu erklären. Dann muss ich mich mit dem Problem herumschlagen und entweder sagen, der andere Mönch wisse nicht, wovon er da redet (was auch oft der Fall ist), und erwecke den Eindruck, ein arroganter Emporkömmling zu sein; oder ich beiße mir auf die Zunge, sage nichts und lasse diesen Menschen weggehen mit einer weiteren unausgegorenen Idee oder einem Aberglauben, von dem er meint, dies sei Dhamma. Wie oft passiert mir das? Sehr häufig! In den meisten Fällen ist es einfach nur frustrierend. In diesem Fall aber hatte es tragische Folgen.

„Sieh mal, Julian“, sagte ich, „du hast mich gefragt, was der Buddhismus zur Homosexualität zu sagen hat. Was ich dir dazu sagte, beruht auf meinem 20 Jahre langen Studium der buddhistischen Schriften und meinem Nachdenken über die verschiedensten Fragen im Lichte der Lehre Buddhas. Ich weiß nicht, was ich dir sonst noch sagen könnte.“ Ich sagte ihm noch, wann immer er mit mir reden wolle, könne er dies gerne tun, und wir beendeten unser Telefongespräch.

Vier Tage später blätterte ich in der Zeitung. Eine kleine, unscheinbare Nachricht auf Seite 8 fiel mir ins Auge. Die Überschrift lautete: „Männliche Leiche in Park gefunden“. Ich überflog kurz den Artikel und wollte mich gerade etwas anderem zuwenden, als mir der Name Julian förmlich entgegensprang. Augenblicklich wurde meine Aufmerksamkeit gefesselt. Ich las den Passus, wo der Name erwähnt wurde. Es ging tatsächlich um jenen Julian, der mich besucht hatte. Ich las den Artikel nochmals von Anfang bis Ende durch. Vier Tage zuvor, vielleicht nur ein paar Stunden, nachdem er mich angerufen hatte, war Julian am späten Abend in einen Park im Stadtzentrum von Singapur gegangen, hatte eine Überdosis Schlaftabletten genommen und wurde am folgenden Morgen tot aufgefunden. In seiner Kleidung fand man einen kurzen Abschiedsbrief, aber über dessen Inhalt wurden keine Angaben gemacht. Der Kummer überwältigte mich. Der Gedanke an ihn, wie er dort völlig allein gelassen dalag, voller Selbsthass und in Verzweiflung sich selbst tötete, brachte mich fast zum Weinen. Doch bald stieg Zorn in mir auf und wurde immer größer, bis er meine Traurigkeit vollständig verdrängt hatte. Ich stellte mir den taiwanesischen Mönch vor, wie er unbekümmert seine ignorante und letztendlich vergiftende Ansicht von sich gab, bevor er fort eilte, um eine Predigt über Mitgefühl zu halten oder die Verehrung der Menge entgegen zu nehmen. Ich wurde so wütend, dass ich den Entschluss fasste, ihm einen Brief zu schreiben und ihm mitzuteilen, wofür er da verantwortlich war. Dann dachte ich, dies wäre vermutlich Zeitverschwendung. Wahrscheinlich würde er sich gar nicht an das Gespräch mit Julian erinnern.

Ich nehme an, die meisten Menschen, die sich Gedanken um andere machen, würden zustimmen, dass Sex ohne Liebe eine ziemlich uninteressante Sache ist. Physisch betrachtet ist es wenig mehr als der „Austausch von Körperflüssigkeiten“, wie es die AIDS-Aufklärung so taktvoll ausdrückt. Was das Sexuelle über die Ebene des Austausches von Körperflüssigkeiten erhebt, sind die dahinter stehenden Beweggründe und Gefühle, wie Zuneigung, Zärtlichkeit, der Wunsch zu geben wie zu empfangen, die Bindung zwischen Gefährten, ja sogar Spaß. All dies stimmt mit einem berühmten Ausspruch des Buddha überein: „Ich sage: Die Absicht ist das Karma.“ Ist es eine positive oder negative Handlung, wenn man jemandem ein Messer in den Leib stößt? Das kommt darauf an! Ein Messer in der Hand eines wütenden, gewalttätigen Menschen wird wahrscheinlich zu einer negativen Handlung führen.
Führt dagegen ein Chirurg das Messer bei einer Operation, um jemandem das Leben zu retten, dann ist die Handlung gewiss positiv.

Aus buddhistischer Sicht wird das Sexualverhalten nicht in erster Linie aufgrund des Geschlechts der Beteiligten beurteilt, auch nicht nach einem in der Bronzezeit aufgestellten Verhaltenskodex, auch nicht danach, ob ein Rechtstext unterzeichnet worden ist, sondern nach der zugrunde liegenden Konstellation. Homosexuelle sind genauso wie Heterosexuelle in der Lage, gegenüber ihren Partnern Liebe und Zuneigung zu wünschen und zu empfinden. Und wo ein solcher Zustand gegenwärtig ist, ist homosexueller Sex genauso akzeptabel wie heterosexueller.

Dies ist eine einfache wie schlüssige Wahrheit, die im Einklang mit den buddhistischen Lehren steht, aber die Umstände waren so, dass ich nicht vermochte, Julian zu helfen, dies zu erkennen. Seine gesamte Erfahrung hatte ihm gezeigt, dass es falsch sei, sich zu Menschen desselben Geschlechts hingezogen zu fühlen. Sein persönliches Umfeld hatte immer auf Homosexualität mit Missbilligung und auf Schwule mit höhnischem Gekicher reagiert. Das (in Singapur) geltende Recht hatte ihn gelehrt, Homosexualität sei so verabscheuenswert, dass sie mit 10 Jahren Haft zu bestrafen sei – länger als für Totschlag. Er wusste, dass Religionsgelehrte – Christen, Muslime und sogar Buddhisten – sie als so verwerflich ansehen, dass sie furchtbare Folgen auf das Leben im Jenseits haben werde. All diese Verunglimpfungen und Ignoranz hinderten ihn, die sanften, vernünftigen und gütigen Worte des Buddha hören zu können. Das verursachte ihm unermessliches Leiden und trieb ihn in den Selbstmord.

Ich muss wieder an Julian denken, denn vor drei Wochen stellte ich den Buddhismus in einem Seminar zum Thema Religion und Homosexualität an einem katholischen College vor. Ich ging davon aus, dass von den 800 Studierenden unter der Hörerschaft eine gewisse Anzahl homosexuell war und damit rangen, über ihre Gefühle Klarheit zu gewinnen. Im Bewusstsein, dass das, was ich sagte, einiges damit zu tun haben kann, ob sie entweder glücklich und ausgeglichen oder aber in Qual und Selbsthass heranwachsen, verwendete ich besonders viel Sorgfalt darauf, den buddhistischen Standpunkt zur Homosexualität zu erläutern.

Ursprünglich Eingestellt von Shravasi Dhammika aus Singapur auf dem Blog Dhamma Musings im Mai 2008

Link zum Originalbeitrag im Blog Dhamma Musings in Englisch

Montag, 27. Juli 2009

Große Aufregung in Frankfurt

nur noch wenige Tage bis zum Großereignis, auch "event" genannt, in der Frankfurter Commerzbankarena. Seit heute laufen die Vorbereitungen in der Arena: der Bühnenaufbau, die Leinwände, die Dekoration, die Logistik und alles was notwendig für ein gutes Gelingen der Veranstaltung ist.
Die Presseleute der Veranstalter arbeiten auf vollen Touren, die Akkreditierung von einigen hundert Journalisten muss bewältigt werden, Erklärungen und Mitteilungen müssen geschrieben und veröffentlicht werden. Die ersten Gäste treffen bereits am Hauptbahnhof und am Flughafen ein.
Die Medien vor Ort berichten ausführlich und es kommen immer weitere Meldungen dazu.

Sonntag, 28. Juni 2009

Regeln und Riten im Buddhismus


Viele Buddhisten die ich kenne, auch mir passiert es ständig, bringen die abendländisch-christlichen Standards in ihre buddhistische Praxis und Erkenntnis ein.

Grundlegend ist aber festzustellen, und es ist gut, wenn man sich ständig erinnert: Im Buddhismus gibt es keine(n) strengen, rächenden, liebevollen, vergebenden, gerechten Gott/Götter. Der/die haben im Buddhismus nichts verloren.

Der Buddha und nach ihm viele weise Menschen haben Regeln aufgestellt, so genannte Tugendregeln. Diese Regeln sind KEINE Gesetze sondern Ratschläge und Hinweise für ein gutes Leben mit möglichst wenig weiterer Verstrickung und Verwirrung. Auch bei diesen Regeln gibt es Unterschiede.

Da sind zum einen die von allen buddhistischen Traditionen anerkannten 5 Silas

- keine Lebewesen zu töten oder zu verletzen,
- Nichtgegebenes nicht zu nehmen,
- keine unheilsamen sexuellen Handlungen zu begehen(sexuelle Handlungen zum Schaden anderer),
- nicht unwahr oder unheilsam zu reden,
- nicht durch berauschende Substanzen das Bewusstsein zu trüben.

welche einen Mindeststandard von ethischem Verhalten darstellen. Selbst diese sind keine "Gebote" (von wem auch?).


Auf den fünf Silas aufbauend gibt es weitere Regeln die in ihrer intensivsten Ausprägung letztlich in Vinaya münden, dem Regelwerk für voll ordinierte Mönche und Nonnen. Hier ist die Verbindlichkeit eine intensivere, da die Bikkhus und Bikkhshunis (voll ordinierte Mönche und Nonnen) eine hohe und verantwortungsvolle Position einnehmen und daher in einem von diesem Regelwerk gewährleisteten Standard der "Reinheit" leben sollten. Auch hier ist die "Reinheit" nicht ein Leben ohne "Sünde" wie das bei anderen Religionen gesehen wird, sondern ein Leben, dass so weit wie möglich frei von Anhaftungen und Verstrickungen in diese Welt sein sollte. Um den Mönchen und Nonnen dieses Leben zu ermöglichen, wird ihnen von seiten der Laien ein großes Maß an Respekt zuteil. Es wird so gut wie möglich dafür gesorgt, dass sie keine materielle Sorgen haben und ihnen ihr, dem Dharma/Dhamma gewidmetes, Leben ohne große Hindernisse und Ablenkungen ermöglicht wird. Auch hier hat es nichts mit äußerem Zwang zu tun. Jeder Mönch, jede Nonne kann seine/ihre Robe, und damit seine/ihre Ordination zurück geben, wenn sie feststellen, dass sie dieser verantwortungsvollen Art des Lebens nicht gewachsen sind.

Informationen über buddhistische Mönche und Nonnen in Deutschland

Ähnlich wie wir das aus unserer 2000jährigen christlichen Geschichte kennen, versuchen auch im Buddhismus immer wieder Menschen das Gute und Nützliche aus beiden Lebensentwürfen zur gleichen Zeit für sich nutzbar zu machen. Dadurch entstehen Bigotterie, Doppelmoral, Betrug und Heuchelei wie immer, wenn Menschen andere Menschen zu ihrem eigenen (vermeintlichen) Vorteil täuschen oder täuschen wollen.


Es wundert mich nicht, es ist eher erfreulich, dass der Buddhismus hier so "normal" ist wie alle anderen Religionen und Weltanschauungen. Die Struktur des Buddhismus verdient in diesem Zusammenhang aber besondere Erwähnung, hat sie doch dafür gesorgt, dass die Lehre des Buddha Shakyamuni über 2.500 Jahre weitergegeben wurde und lebendig geblieben ist. Die selbstreinigenden Kräfte, wie sie in der buddhistischen Lehre und Praxis wirken, haben letztlich dafür gesorgt, dass Fehlentwicklungen nicht überhand nehmen konnten und auch in Zukunft nicht überhand nehmen können.

Sonntag, 17. Mai 2009

Russland: Eines der schwulsten Länder der Welt!

Immer bedenkend, dass die größten Schwulenhasser meist selbst, mehr oder weniger latent, homosexuell sind, beobachte ich seit einigen Jahren die Situation in Russland.

- Ich kenne aus eigener Erfahrung Männer aus Macholändern vergleichbar mit Russland, welche, um ihre Homosexualität auszuleben, immer eine ordentliche Dosis Alkohol benötigen. Was dann im Rausch passiert ist kein Thema für den nächsten verkaterten Morgen und wird verdrängt oder ausgeblendet.

- Die Männer mit den schwarzen Röcken und ihre Anhänger müssen bei den Orthodoxen genau so wie bei den Katholiken offiziell dagegen sein, um sich nicht weiter unter Verdacht zu bringen. Sexuelle Übergriffe der teilweise zölibatär lebenden Geistlichen sind auch dort an der Tagesordnung. Nach den Vorstellungen der Akteure kann nur ein starkes, durch Gott, Sünde, Tod und Teufel begründetes Tabu davon abhalten, dass unangenehme Fragen gestellt werden oder ein Verdacht aufkommt.

- Auch bei diesem Thema zeigt sich, dass der praktizierte Kommunismus, bzw. Sozialismus, anstatt die Menschen zu "befreien", nur die Tendenz, sich in intime und private Einzelheiten seiner Mitmenschen einzumischen, verstärkt hat. Es diktiert die Mehrheit was "normal" und akzeptabel ist und schikaniert die Minderheit. Leute die "anders" sind, Linkshänder, Schwule, Menschen mit ungewöhnlicher Haar- oder Hautfarbe usw. sollen sich zurück und aus dem öffentlichen Leben heraus halten, das ist wohl das Ergebnis der prägenden Wirkung von Jahrzehnten des Sozialismus.

- Bundesdeutsche "Linke", vor allem in Westberlin waren in den 70er Jahren eifrig dabei, die Schwulen und Lesben auf die Seite der Arbeiterschaft, der Weltrevolution und des Sozialismus u.a. sowjetischer Prägung zu holen. Mir war das, aus damals unbestimmten Gründen, immer suspekt, obwohl wir uns gerne zur Vorhaut auch der Arbeiterklasse gemacht hätten. Gefühlsmäßig spürte ich aber schon damals die Spießigkeit, die wir dort zu erwarten haben. Mich würde interessieren wie Volker Eschke und viele andere SEW- und DKP-Schwestern von damals die zum Guten und Menschlichen verändernde Wirkung von Sozialismus in diesem Fall einschätzen.