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Dienstag, 12. Februar 2013

Piraten in den Bundestag!

Seit Monaten schon sehe ich bei den Piraten den Run auf die aussichtsreichen Listenplätze für den Bundestag und die Landtage.
Die Bewerber und Bewerberinnen zeigen sich von der vermeintlich besten Seite und versuchen mit Qualitäten zu überzeugen, die ihnen zu eigen sind. Anfänglich war ich versucht es gleich zu tun, obwohl ich durch eigene Erfahrung weiß, dass es so nicht wie beabsichtigt funktionieren kann.

Einerseits sind die - hoffentlich - auf die Piraten zukommenden Mandate keine Pfründe, die es an die "Besten" und Fleißigsten zu verteilen gilt.
Andererseits liegt diesem Bewerbungsmarathon wohl auch der Irrglaube zugrunde, dass Politiker Menschen mit besonders großem Spezial- und Fachwissen sind, das man sich nur anzueignen hat oder das man nur entsprechend darstellen oder vortäuschen muss.
Hierin liegt m.E. ein grundlegender Irrtum: Mit diesen Voraussetzungen nähert man sich mit schnellen Schritten den Ursachen, die das Scheitern der sogenannten Politik 1.0 begründen.
Alte mandatierte Fachidioten werden durch neue ersetzt. Die Ferne zu den Menschen, für die Politik gemacht wird bzw. die man zu vertreten hat, ist bereits vorhanden und wird im Laufe der Zeit immer größer. Im Sinne einer neuen Politik ist es besser und klüger, Menschen zu Mandatsträgern zu machen, die unter den Ergebnissen der bisherigen Politik gelitten haben und deren Ethik und persönliche Integrität Gelegenheit hatten, sich zu beweisen.

  Ich gehöre nicht zu den "Besten". Deshalb will ich weder hier noch bei der Aufstellungsversammlung meine "Qualitäten" auflisten.
Ich war bereits einmal für vier Jahre im Bundestag und an der Bildung einer neuen Fraktion beteiligt. Dabei habe ich Erfahrungen gesammelt, aber auch gelernt, wie politische Ansprüche von Gleichheit, Solidarität und Basisdemokratie - die den frühen Grünen nicht unbekannt waren - in Fraktionen und Parteien missachtet und der "Realpolitik" geopfert werden können. Mit diesem Hintergrund bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass ich als Mitglied einer möglichen Bundestagsfraktion sowohl dieser Fraktion als auch der Piratenpartei sehr hilfreich sein kann.

Zum Abschluss ein kleiner Auszug aus meiner Seite für die Kandidatur:

Mein Plan ist einfach:
Ich werde die Piraten in Hessen am 16./17. Februar 2013 in Grünberg bitten, mich auf einen der vorderen Plätze ihrer Liste für den Deutschen Bundestag zu wählen. Nicht unbedingt auf Platz 1 aber schon ziemlich bald danach.
Dann werde ich die Piraten bei ihrem Wahlkampf unterstützen, damit sie fett über 5% kommen (Hab ich sowieso vor).
Wenn alles klappt, dann werde ich zusammen mit ganz vielen anderen Piraten eine Piraten-Fraktion im Bundestag einrichten und täglich aus Berlin über Twitter und andere Nachrichtendienste mit viel Spaß (Freude) an der Sache berichten.

zum "liken"

 

Dienstag, 20. November 2012

Fahrt aufnehmen für den Bundestag!

Auf einem Piraten-Stammtisch in Frankfurt hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem Freund, den ich aus der Partei und über Twitter kenne. Es ging um die Kandidaten für die Listen zu den kommenden Wahlen und mein Freund war der Meinung, dass zwischen den Kandidaten natürlicher Weise im Vorfeld eine Konkurrenzsituation entsteht. Das fand meinen Widerspruch.

Bei einem Wahlergebnis von über 5 bis 10% wird die Piratenpartei 3 bis 6 Personen aus Hessen über ihre Landesliste nach Berlin schicken.

Hier ist die Liste für den Bundestag aus Hessen

Viele Frankfurter stehen auf der Liste. Für mich ein Begriff sind:

Christian Bethke

Martina Flasch

Herbert Förster

Katrin Hilger

Herbert Rusche

und

Thorsten Wirth

in alphabetischer Reihenfolge.

Ich gehe davon aus, dass der große Landesverband Hessen nicht mehr als einen "Frankfurter" ganz vorne auf die Liste setzen wird, so dass die Wahl wahrscheinlich nur auf einen dieser Kandidaten fallen wird.

Mit diesen und den Kandidaten außerhalb von Frankfurt, steht dem Landesverband eine Auswahl von völlig unterschiedlichen Bewerbern zur Wahl. Ausschlaggebend wird sein, welche Themen und/oder welche Persönlichkeiten die Mitglieder gerne auf der Liste und evtl. später im Bundestag sehen möchten, nicht ob diese Bewerber sich als Konkurrenten sehen und sich in einem - noch heraufzubeschwörendem - Konkurrenzkampf gegenseitig übertrumpfen.

More to come!

Sonntag, 3. Januar 2010

Tibet Propaganda und Wirklichkeit

Es erstaunt mich immer wieder, mit welch einfachen Argumenten mir die Rückständigkeit von Tibet, der tibetischen Gesellschaft und des Dalai Lama verdeutlicht werden soll. So bekomme ich auf Twitter zum Beispiel dieses Bild geschickt: Wohl ein Foto aus einer Zeit, in der man in Mitteleuropa noch Bilder von Menschen mit gelben Sternen oder verschiedenfarbigen Winkeln machen konnte.
Die Menschen auf diesem Bild könnten wegen Diebstahls bestrafte Tibeter vor oder nach 1951 sein. Eventuell ist es sogar das Foto einiger von chinesischen Behörden oder von kulturrevolutionären jungen Garden drangsalierten tibetischer "Konterrevolutionäre" oder "Separatisten".
Nachweise für Echtheit und Anlass des Fotodokuments fehlen fast immer wenn solche "Belege" verschickt werden. Der Gipfel ist natürlich, dass der Nutzer der Plattform Twitter mit dem Namen @_sapereaude_, ein junger Atheist, in diesem Foto den Beweis für die Brutalität des Buddhismus allgemein zu erkennen glaubt.

Ein anderer junger Teilnehmer der Plattform Twitter (mit dem engagierten Namen @Gegenstrom) empfiehlt mir die Lektüre des Buches vom Ehepaar Trikonti, deren hasserfülltes und unsachliches Druckwerk ich bereits vor Jahren mit spitzen Fingern in die Altpapiertonne befördert habe.

Ich bekomme den Link zu einer Fernsehsendung von 1997 geschickt, bei der sich mir die Frage stellt, ob die Rundfunkgebühr für eigene Recherche nicht (mehr) ausreicht und daher einfach chinesische Greuelpropaganda gezeigt wird: Panorama-Beitrag vom November 1997. Wer hat zum Beispiel die im Film gezeigten Arme abgeschnitten? Wer hat sie fotografiert? Woher kommen die Bilder prügelnder "Mönchssoldaten"? Wie kommt es, dass man so gut wie nie über Dokumentationen des "alten" Tibet verfügte und dann, nach dem es besetzt wurde solche Bilder in die Welt geschickt wurden? Jeder halbwegs medienkompetente Mitteleuropäer sollte sich diese Fragen stellen und nicht einfach fressen, was ihm von der Propaganda der derzeitigen Machthaber vorgesetzt wird.

Bild: Militärlager der Chinesen in Tibet. Wen es wirklich interessiert, der sollte mal schauen, dass er ohne chinesische Bewacher nach Tibet kommt und sich dort mit Menschen unterhält. Auch heute noch, fast 60 Jahre nachdem Tibet China gewaltsam einverleibt wurde, wird er die Wahrheit zu hören und zu sehen bekommen. Natürlich nur, wenn die zuständige Staatssicherheit nicht in der Nähe ist und die Menschen sicher sein können, dass sie auf Grund ihrer Aussagen auch anschließend nicht belangt werden können.
Seit Die Grünen zusammen mit Petra Kelly und mir über eine parlamentarische Anfrage die Diskussion zu Tibet 1986 in Gang brachten, gab es diverse Anhörungen. Über diese hinaus gab es viele weitere Gelegenheiten Aussagen von Flüchtlingen aus Tibet, Experten und kritischen Reisenden zur Kenntnis zu nehmen und/oder die Protokolle ihrer Aussagen zu lesen.
Einfacher ist es natürlich, die chinesische Propaganda zu kolportieren und zu wiederholen, was einem mundgerecht von dieser oder ein paar einheimischen Altmaoisten mitgeteilt wird.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Buddhismus ganz kurz


In meiner ersten Zeit als Buddhist, habe ich es selten bekannt gegeben, dass ich ein Freund der Buddha-Lehre bin und, soweit es mir möglich ist, ihr folge. Nun, als Buddhist mit einiger Erfahrung, werde ich ab und zu zum Thema gefragt. Es erstaunt mich mittlerweile auch nicht mehr, dass es meist kulturelle Eigenheiten aus buddhistischen Ländern sind, die für Buddhismus gehalten werden und welche die Leute neugierig machen. Auch sind es eher die logischen Konsequenzen, die sich aus der Lehre ergeben, als die buddhistische Lehre selbst, die Interesse und Aufmerksamkeit wecken. Parallelen, die zu bekannten religiösen Systemen gezogen werden und die man eigentlich nicht ziehen kann, sind ein weiteres Phänomen, das Erklärungsbedarf bringt.

Hier ein Versuch den Buddhismus in kurzer und verständlicher Form anhand der "vier edlen Wahrheiten" darzustellen:

Nr. 1
Es geht um Dukkha, was gemeinhin als "Leiden" übersetzt wird. Leiden ist aber nur ein Aspekt von Dukkha. Es geht auch um die Erfahrung, dass alles Materielle, und dass auch Freude wie Leid, dem Wandel unterliegt und letztlich keinen dauerhaften und zuverlässigen Bestand hat. Der Glaube, dass Dinge und Wesen einen eigenen "Wesenskern" haben und aus sich selbst heraus und unabhängig existieren und handeln, wird ständig widerlegt und führt daher auch zur Erfahrung von Dukkha.

Nr. 2
Weiter geht es darum, wie Dukkha entsteht. Kurz gefasst sind es vor allem die "Drei Wurzelgifte": Gier, Hass und Verblendung, die Dukkha entstehen lassen. Im Glauben, dass wir eine vom Rest der Welt unabhängige Existenz haben, wollen wir, dass es diesem "Ich" gut geht. Wir sammeln Gutes und Brauchbares um es dem, nennen wir es mal "Ich", so bequem und angenehm wie möglich zu machen (Gier). Wir halten uns alles fern, wir bekämpfen, was uns Probleme und Schwierigkeiten macht oder machen könnte und unser "Ich" an einem guten Dasein hindern würde (Hass). Wir leben in dem grundlegenden Irrtum, dass das "Ich" eine reale, unabhängige und dauerhafte Existenz hat, welche all unser "haben wollen" und unser "nicht haben wollen" rechtfertigt (Verblendung).

Nr.3
Nun gibt es die Beschreibung des Zustandes ohne Dukkha und ohne immer neu entstehendes Dukkha, welcher gemeinhin als Nirvana bezeichnet wird. Sicher handelt es sich hierbei um einen sehr friedlichen und irgendwie auch "himmlischen" Zustand, was dazu führt, dass Nirvana oft für eine Art "buddhistischer Himmel" gehalten wird.

Nr.4
Zu guter Letzt gibt es für den Weg von Dukkha zu Nirvana (vom "Leiden" zur "Freiheit von Leiden") eine Beschreibung bzw. eine Anleitung. Diese Anleitung nennt sich im Buddhismus
"Der achtfache Pfad".

Es ist nicht einfach, wenn man den "Buddhismus" auch Buddha-Dharma genannt auf so eine kurze Beschreibung zu bringen versucht. Hoffe es ist trotzdem verständlich und führt nicht zu weiteren Irrtümern.

Noch extremer ist es wenn man Buddhismus über Twitter (140 Zeichen) zu erklären versucht. Hier mein diesbezüglicher Versuch vor einigen Tagen:
Buddhismus: vorwiegend eine Übung um die Sicht auf die Welt der Realität anzupassen. Der Rest ist oft Exotik und Esoterik