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Sonntag, 12. Oktober 2014

Buddhisten auf der Frankfurter Buchmesse 2014



Traudel Reiß und der neue Rat der Deutschen Buddhistischen Union haben beschlossen die langjährige Präsenz der Deutschen Buddhistischen Union auf der Frankfurter Buchmesse aufzugeben. In den vergangenen Jahren war die DBU immer mit 20 bis 30 buddhistischen Verlagen und einem kleinen, kostenlos verteilten Magazin auf der größten Buchmesse der Welt präsent.


Nun wurde, ohne vorab die Öffentlichkeit und die Mitarbeiter der DBU in Frankfurt zu informieren, diese Präsenz aufgegeben.

Im Jahr 2014 wurde nun der Buddhismus vor allem von Fo Guang Shan mit Buddhas Light Publishing sowie Soka Gakkei und "Happy Science" auf der Buchmesse sichtbar repräsentiert. Auch das unter der Schirmherrschaft von Dalai Lama und Lhoden Sherab Dagyab stehende Tibethaus Deutschland welches als DBU-Mitglied bisher die Präsenz der DBU auf der Messe immer tatkräftig unterstützt hat, ist auf der Frankfurter Buchmesse 2014 vertreten.

In der Halle 3.1 treffen sich jedes Jahr Verlage der Weltreligionen sowie Verlage, die vorwiegend spirituelle Druckwerke publizieren.

Von sonderbaren evangelikalen Gruppen aus den USA bis zur evangelischen und zur katholischen Kirche sind Christen in dieser Halle immer gut aufgestellt.
Auch muslimische Gruppen und Moscheevereine präsentieren den Koran sowie andere Druckwerke ihres Glaubens jedes Jahr in dieser Halle und auf weiteren Veranstaltungen der Buchmesse.

Oft, wenn auch nicht regelmäßig, präsentiert der Hindu Schankarar Sri Kamadchi Ampal Tempel e.V. sich und seinen Tempel in Hamm, der als der größte hinduistische Tempel auf dem europäischen Kontinent gilt.

Montag, 28. Februar 2011

Buddha heute? 2

Viele Menschen hier im "Westen" sind nur allzu gerne bereit, wunderbare Geschichten aus dem Orient zu hören und zu glauben. So kommen allerlei Botschaften, Weisheiten, ja sogar Lehren aus anderen, uns unbekannten, Teilen der Welt. Seit ich Bücher lese, sind mir aus diesem Genre schon Schriften zu Yoga, Sufismus, Schamanismus, Naturreligionen, Geister- und Dämonenkulte von Eingeborenen ferner Länder und Inseln und nicht zuletzt auch vedische Schriften und der Buddhismus begegnet.

Mehr oder weniger frei und unbelastet von den aktuellen Problemen unter denen diese Botschaften in ihren Herkunftsländern leiden, habe ich diese mit tausenden anderen "Westlern" in unserer relativ kuscheligen, mit materiellen Gütern reichlich ausgestatteten Welt, zur Kenntnis genommen. Auf alles was uns da in den letzten Jahrzehnten verkauft wurde einzugehen wäre zuviel, deshalb will ich mich auf den Buddhismus beschränken.

Gerne ist man hierzulande bereit einen Lama, einen Mönch, einen Zen-Meister, einen Guru oder was immer mit den buddhistischen Traditionen in Verbindung zu stehen scheint, spontan eine Menge Aufmerksamkeit, Respekt und Verehrung entgegen zu bringen. So haben die Mitglieder einer mir bekannten, im Zusammenhang mit tibetischem Buddhismus stehenden, Gruppe im Scherz den Begriff der "Tibeterverehrung" erfunden, weil alle Besucher und Mitglieder vor Ehrfurcht vergingen wenn ein Tibeter auftauchte, egal ob das ein Rinpoche, Lama oder auch nur ein einfacher Laie war.

Das gleiche Phänomen betrifft auch die anderen Traditionen. Bei Zen habe ich das nur aus relativer Ferne beobachtet. Auch bei Freunden der Theravada-Tradition reichen eine Robe oder eine robenähnliches Gewand und asiatische Sprachkenntnisse oft aus, um alle zu beeindrucken. Selbst deutsche oder andere europäische "Meister" blenden erfolgreich mit der Behauptung entsprechende "Autorisierungen" von meist schon verstorbenen Lehrern und Linienhaltern bekommen zu haben.


In Köln gab es einen sehr jungen burmesischen "Mönch" namens Sopaka der lange Zeit, die Theravada Leute aus der Umgebung und sogar einige Burmesen beeindruckte. In Köln wurde ihm einige Zeit ein "Zentrum" zur Verfügung gehalten. Salopp gesagt, ein Asiate der sich in entsprechenden Stoff hüllt, der sich rudimentär mit Buddhismus auskennt und eine fremde exotische Sprache spricht, kann in Deutschland und sicher auch in anderen europäischen Ländern eine steile Karriere machen.

Womit all diese Meister, Vorbilder, Äbte, Mönche usw. nicht rechnen, ist, dass die zunächst so Geblendeten vereinzelt anfangen Quellenstudien zu betreiben und sich in den Pali-Kanon einarbeiten und sogar Vinaya (die Mönchsregeln) studieren. Diese "verbotenen" Studien ergeben dann, dass nicht nur das Blenden von leichtgläubigen Europäern gegen die "Regeln" verstößt, sondern auch lange und eifrig gepflegtes Brauchtum aus den Theravada-Ländern sich sehr weit vom ursprünglichen Sinn entfernt hat. Auch werden die Regeln oft nur da angewendet wo sie brauchbar sind und an Stellen wo sie Mühe und Ehrlichkeit verlangen, werden sie ganz einfach übersehen.

Letzeres will ich am Beispiel des Mönchs U Uttara beschreiben. Vor einigen Jahren wurde mir dieser Mönche von Burmesen vorgestellt. Er sprach gut englisch und erfuhr große Anerkennung von den hier in Deutschland lebenden Burmesen. Er war/ist Gründungsmitglied, Namensgeber und zugleich der erste Vorsitzende des neu gegründeten Vereins Buddha Sasana Ramsi.

Dieser Mönch mit Verein suchte nach Gründung Platz und Raum zur Errichtung eines Tempels, was ihm nach einiger Zeit mit Spendengeld und viel ehrenamtlicher Hilfe vor allem der Burmesen auch gelang. In der Zeit des Aufbaus dieses Tempels stellte sich heraus, dass der Mönch U Uttara ein strenges Regiment im Verein führte und auch immer alleine bestimmte, wer den Tempel und diesen Verein repräsentiert und leitet. Für mich als Europäer nichts besonderes, dass ein Mönche einen Verein führt, obwohl ich mich über die seltsame Vereinsführung schon ein wenig wunderte. Um die Geschichte abzukürzen, der Mönch nahm über Jahre bis zum Mai 2010 Spenden der Burmesen und anderer Tempelbesucher entgegen, verwendete sie für Reisen und seltsame Transaktionen. Er mobbte alle, auch andere Mönche, die ihm nicht genügend ergeben waren und bei denen die Gefahr bestand, dass sie eine eigene Meinung haben könnten. Letztlich führte seine Vereins- und Tempelführung dazu, dass die Burmesen sich zerstritten und in mehrere Lager spalteten, von denen keines in der Lage war, den Tempel weiterhin zu betreiben. Der neu gegründete Tempel wurde darauf hin vorläufig aufgegeben.

Hier geht es zur aktuellen Homepage dieses Mönchs und eines seiner Mitarbeiter.


Texte auf dieser Homepage sind, im Gegensatz zu früher, ausschließlich auf Burmesisch.

Die Fotografien mit Burmesen in der Dia-Show unten stammen aus früheren Zeiten und sind mit der Homepage verknüpft. Sie sollen wohl suggerieren, dass es noch immer eine lebendige und diesem Mönch ergebene Gemeinschaft gibt.

Diashow mit Fotos aus 2009

Aus Sicht der alten buddhistischen Mönchsregeln sieht das nach meinem Verständnis so aus:

Die Mönche bilden den Sangha und die Laien kümmern sich um die Behausung und das materielle Wohl der Mönche. Die Mönche können zwar Wünsche äußern, haben sich aber nicht in die Arbeit der Laien aktiv einzumischen. In anderen Worten, ein Mönch kann und darf nicht Vorstand eines Vereins werden. Ein Laie kann und darf sich nicht in Sangha Angelegenheiten einmischen. Kommt es nun zur Missachtung der Regeln indem z.B. der Mönch den ihm entgegengebrachten Respekt zum Ausbau der eigenen Macht missbraucht, dann entstehen Probleme. Laien dürfen und können eigentlich den Mönchen nicht widersprechen, was auch in Ordnung ist, wenn die Mönche gemäß ihrer Ausbildung und ihrer Gelübde, sich auf das Spirituelle beschränken. Leider widersprechen die Laien ihren Mönchen auch nicht, wenn diese so ziemlich alle Regeln brechen oder nach Gutdünken pragmatisch für die eigenen politischen Zwecke einsetzen.

Ähnliches kenne ich auch aus der Politik, in der bestimmte "Autoritäten" einfach alle Regeln, mehr oder weniger offensichtlich, nach Gutdünken brechen können um ihre Ziele durchzusetzen, Konkurrenten auszuschalten und Macht über andere auszuüben.

Samstag, 29. Januar 2011

Buddha heute?

Als ich anfing mich für Buddhismus zu interessieren, kamen meine Informationen vor allem aus dem tibetischen Buddhismus. Die tibetischen Lehrer mit denen ich zu tun hatte, legten immer großen Wert darauf, dass man alle buddhistischen Traditionen nicht nur respektiert, sondern auch von ihnen lernt ohne irgend etwas beliebig zu vermengen.

Nachdem ich in vielen Jahren, unter der Obhut von guten Lehrern, in den Buddhismus hinein gewachsen war, fing ich an mich auch für Traditionen wie Theravada und Zen zu interessieren. Dieses Interesse mündete in mein heutiges Engagement bei der Deutschen Buddhistischen Union und regionalen Gruppen im Rhein-Main Gebiet.

Freundschaft habe ich vor allem in den letzten Jahren mit den Burmesen in Deutschland geschlossen. Über den Kontakt mit ihnen habe ich viel über den Buddhismus der Theravada-Tradition, wie er in den südlichen Ländern wie Burma, Thailand und Sri Lanka gepflegt wird, gelernt. Mit am interessantesten war die Beschäftigung mit Vinaya, den Mönchsregeln, dem ersten "Korb" der Dreikorblehre (Tripitaka).
Vieles in diesen Regeln ist in der heutigen Zeit schwer nachzuvollziehen. Betrachtet man es aber im historischen Kontext, dann machen diese Regeln Sinn. Sie sind für Menschen, die in einer feudalen und absolutistischen Gesellschaft ungestört ihren spirituellen Weg gehen wollen. Das ist ein Grund, warum es heute häufig zu Konflikten mit modernen Strukturen von Demokratie und Selbstverwaltung kommt.

Laut Vinaya sind die Mönche "hauslos", das bedeutet, dass sie kein Haus mit zugehörigem Hausstand ihr eigen nennen sollen. Es sind die Laien, die dafür sorgen, dass die Mönche bei Bedarf ein Dach über dem Kopf haben und ausreichend zu essen, trinken und medizinische Betreuung bekommen. Die Mönche halten sich aus diesen Angelegenheiten raus und sind zuständig für die Vermittlung der buddhistischen Lehre und für die mentale Betreuung und Unterstützung der Laien.

In meinem nächsten Beitrag will ich versuchen an einem konkreten Beispiel zu schildern, zu welchen Irritationen der Versuch, diese Trennung und diese Regeln in der heutigen Zeit einzuhalten, führen kann.

Freitag, 26. Februar 2010

Berichte aus Burma Birma Myanmar




Im Arte Programm ausgestrahlt am Dienstag, den 23 Februar 2010 um 20.15


Direkt zur Dokumentation


Sonntag, 6. Dezember 2009

Naturkatastrophe in Tibet

Ökozid am „Dritten Pol“: Das große Gletscherschmelzen in Tibet

Pressemitteilung von: IGFM München

(openPR) - Rezension des Films “Meltdown in Tibet” von Jamyang Norbu (Quelle: World Tibet News, tibet.ca)

Emblem des Films von der Website
Emblem des Films von der Website "Meltdown in Tibet"


Einen Trailer zu diesem Film von Michael Buckley (Wild Yak Films) gibt es auf der Website meltdowninTibet.com.

Al Gore’s neues Buch „Our Coice: A Plan to solve the Climate Crisis“ erschien gerade rechtzeitig, um noch vor der Klima-Konferenz in Kopenhagen im Dezember vorzuliegen. Bei den Diskussionen in der dänischen Hauptstadt wird gewiss das Schmelzen der Eisdecke an den Polen ein wichtiges Thema sein. Am nächsten Tag wird die Öffentlichkeit dann durch die Medien mit anrührenden Bildern von Eisbären auf den letzten Eisschollen in einem sonst eisfreien Polarmeer und verloren drein blickenden Pinguinen informiert.

Ein Thema, von dem wir fürchten, dass es bei der Konferenz nicht diskutiert wird (ebensowenig wie in Al Gore’s Buch) ist die ökologische Krise in einem anderen Teil der Welt, deren Auswirkungen genauso verheerend sein werden wie die der großen Eisschmelze in der Arktis und Antarktis. Einige Experten bezeichnen dieses Gebiet als den „Dritten Pol“ der Erderwärmung. Es geht natürlich um das tibetische Hochland.

Gletscher im Himalaya und auf dem tibetischen Hochland schrumpfen dermaßen rasant, dass sogar ein oder zwei chinesische Wissenschaftler in Panik gerieten. “Infolge der globalen Erwärmung ziehen sich die Gletscher auf dem Qinghai-Tibet Plateau großflächig und viel schneller als in jedem anderen Teil der Erde zurück“, sagte kürzlich Qin Daha, ein ehemaliger Direktor des chinesischen meteorologischen Instituts. „Kurzfristig wird dies zu einer Vergrößerung der Seen führen und Hochwasser und Schlammlawinen auslösen. Langfristig gesehen sind die Gletscher lebensnotwendig für den Wasserhaushalt von Flüssen wie Indus und Ganges. Wenn sie verschwinden, dann ist die Wasserversorgung in jenen Regionen gefährdet.“

Tibeter und Tibet-Unterstützer wissen sehr gut, dass die drohende und fast unausweichliche ökologische Katastrophe auf dem tibetischen Hochland nicht nur das Resultat der globalen Erwärmung ist, sondern in gleichem, wenn nicht noch höherem Maße eine Folge der extremen Ausbeutung und Zerstörung der „Berge und Wasserläufe“ (tib. ri-lung) Tibets durch China.

Um diese „unbequeme Wahrheit“ über das tibetische Hochland ins Bewusstsein der Allgemeinheit zu rücken, wurde ein neuer Dokumentarfilm geschaffen, der einige wichtige, und sehr beunruhigende Fragen aufwirft:

- Was ist das Schicksal der Quellgebiete der gewaltigen Flüsse in Tibet?
- Warum verschwinden die tibetischen Nomaden aus dem Grasland?
- Warum baut China so viele riesige Staudämme auf dem tibetischen Hochland?
- Was für eine Auswirkung wird dies auf die flussabwärts lebenden Menschen haben?
- Was führen Chinas Ingenieure noch im Schilde?

In seinem 40minütigen Film „Meltdown in Tibet“ verwendet Michael Buckley geheim gedrehtes Filmmaterial und Kamerabilder, um uns einen aufregenden Einblick in Chinas gigantische und potentiell katastrophenträchtige Staudamm-Projekte in Tibet zu geben. Er zeigt uns, wie die tibetischen Nomaden von ihrem angestammten Land vertrieben werden, um Platz für die Staudämme und die Bergbauprojekte zu schaffen. Aber das sei nur die Spitze des Eisberges, sagt uns der Autor des Films. Was sich drohend abzeichnet, ist eine Wasserkrise riesigen Ausmaßes, die Millionen von Menschen in den überbevölkerten Landstrichen von China, Indien, Pakistan, Bangladesh, Nepal, Vietnam, Thailand, Kambodscha, Burma und Laos in Mitleidenschaft ziehen wird.

Der Film wirkt unmittelbar und überzeugend, weil Michael Buckley tatsächlich mit dem Floß die Wildwasser hinab fuhr, von denen er spricht, und weil er die Qualität dieser größten asiatischen Wasserläufe spektakulär im Film ein fing. Dass er insgeheim einige jener Staudämme filmte, welche die Chinesen an diesen Flüssen bauen, verleiht dem Dokumentarfilm Authentizität. Das mag sich hier nach Mäkelei anhören, aber der Film scheint sein Tempo ein wenig zu verlangsamen, wenn er die Flüsse verlässt und allgemeine Probleme wie die chinesische Präsenz in Tibet, den tibetischen Buddhismus und seine Bewahrung behandelt.

Aktivisten für die Freiheit in Tibet (Rangzen) könnten den Film und die Konferenz in Kopenhagen nutzen, nicht nur um die chinesische Plünderung des Hochplateaus zu geißeln, sondern um deutlich zu machen, dass dieser unwillkommene Beitrag zur Klimaerwärmung die direkte Folge der chinesischen Invasion, Besetzung und Ausbeutung Tibets ist. Außerdem waren in der Vergangenheit, im unabhängigen Tibet, die Nomaden, die Bauern, und sogar die Regierung verantwortungsbewusste Hüter ihres Landes und seiner unberührten Natur – ein Umstand, den Buckley in seinem Film immer wieder unterstreicht.

Der Dalai Lama äußerte vor einigen Jahren ungewöhnlich deutlich zu diesem Thema: „Es ist ungeheuer wichtig, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, dass die Ökologie Tibets einer ganz besonderen Aufmerksamkeit bedarf.“.

Weitere Informationen über die Umweltzerstörung in Tibet: Rubrik „Ecodesk“ auf der Website www.tibet.net der Tibetischen Regierung-im-Exil: http://tinyurl.com/yd7wyko

Sowie die Seite: Tibet Environment Watch: www.tew.org

Internationale Gesellschaft
für Menschenrechte (IGFM)
Arbeitsgruppe München
c/o Jürgen Thierack
Rudolfstraße 1
82152 Planegg
(+49 89) 859 84 40 oder
(+49 40) 480 80 77 Angelika Mensching
www.igfm-muenchen.de

Montag, 30. November 2009

Buch von Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi aus Burma - Birma - Myanmar

(openPR) - Aung San Suu Kyi ist eine Gefangene in ihrem eigenen Land. Die Tochter des 1947 ermordeten Freiheitskämpfers Aung San steht an der Spitze der Protestbewegung gegen das Militärregime in Burma, ist jedoch von der Außenwelt abgeschnitten. Das demokratisch gewählte Oberhaupt Burmas steht seit 1989, mit kurzen Unterbrechungen, unter Hausarrest. In der Zeit ihrer Isolation ist die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi zur Symbolfigur für die Auflehnung des Volkes von Burma gegen ein grausames Militärregime geworden.

»Der Weg zur Freiheit« enthüllt eine Gesellschaft, die politisch kaum verwüsteter, jedoch spirituell und religiös kaum lebendiger sein könnte. Im Gespräch mit Alan Clement, dem amerikanischen Journalisten und buddhistischen Mönch, beleuchtet Aung San Suu Kyi eine der beeindruckendsten, gewaltfreien Revolutionen der heutigen Zeit. Die Gespräche gewähren Einblicke in Aung San Suu Kyis vom Buddhismus geprägtes Leben und ihren Einsatz für den Frieden. Die Neuauflage ist um ein aktuelles Vorwort von Alan Clements, eine umfangreiche Chronologie der Ereignisse in Birma (bis 2008) und um eine umfassende Liste aktueller Internetlinks zu Burma ergänzt.

Aung San Suu Kyi, geboren 1945, ist eine Symbolfigur für die Auflehnung des Volkes Burma gegen die brutale Militärjunta des Landes. Bei den Wahlen im Mai 1990 erringt die von ihr geführte "National League for Democracy" einen überwältigenden Sieg. 1991 wird ihr der Friedensnobelpreis verliehen.

Alan Clements ist Journalist und Autor. Er setzt sich weltweit für die Menschenrechte in Burma ein.

Aung San Suu Kyi
Der Weg zur Freiheit


Die Friedensnobelpreisträgerin aus Burma im Gespräch mit Alan Clements. Ergänzt durch Gespräche mit U Kyi Maung und U Tin Oo, Stellvertretende Vorsitzende der NLD. Mit einem Vorwort von Alan Clements, einer aktuellen Chronologie und
Internetlinks zu Burma.
352 Seiten, kartoniert
¤ 19,90 D
ISBN 978-3-525-54005-3

Buch kann hier bestellt werden

Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht

Sonntag, 8. November 2009

Nachbarn aus Burma und Deutschland

Seit Jahren bin ich mit einer aus Burma stammenden Familie befreundet. Vor einigen Tagen ist diese Familie umgezogen und wohnt jetzt ganz in meiner Nähe. Schon früher war ich oft Gast bei der Familie und wurde jeder Zeit gut bewirtet. Oft gab es gutes und vielseitiges burmesisches Essen, ein Tee und was zu naschen war immer das mindeste was mir bei meinen Besuchen angeboten wurde.

Jetzt war ich das erste mal zu Besuch in der neuen Wohnung der Familie und freute mich, diese netten Leute bei mir um die Ecke wohnen zu haben.

In der gleichen Etage vis a vis war ein Schild mit dem Namen Weber an der Tür. Ich fragte meine Gastgeber, ob sie schon ihre Nachbarn im Haus kennen gelernt haben. Mit bedauerndem Lächeln und verwundertem Gesicht wurde mir von der Mutter der Familie erzählt, dass ihr, beim Versuch sich nach dem Einzug vorzustellen und zur Begrüßung ein Stück Kuchen zu überbringen, die Tür kommentarlos vor der Nase zu geschlagen wurde.

Bisher dachte ich solche Leute gäbe es in Frankfurt bzw. im Rhein-Main Gebiet nicht. Das zeigt mal wieder dass man weder gute noch schlechte Pauschalurteile haben sollte...

Samstag, 31. Oktober 2009

Sex im Kloster

Einige Tage vor dem Besuch des Dalai Lama in diesem Jahr in Frankfurt platzte die Nachricht mitten in die Vorbereitung für die Veranstaltung. Der Leiter einer der drei veranstaltenden Organisationen, ein "Mönch", hatte offenbar sexuelle Kontakte zu anderen Mönchen in jugendlichem Alter. Ein junger Mann, der angab schon vor einiger Zeit, unter anderem wegen der sexuellen Übergriffe, die Einrichtung verlassen zu haben, offenbarte seine Erfahrungen im Internetforum der DBU.
Die Diskussion über das Thema uferte derart aus, dass die Moderatoren sich entschlossen, die entsprechenden Threads zu schließen und Teile des Forums vorübergehend unsichtbar zu machen.

Nun ist das eigentliche Problem welches ich mit Sex im Kloster habe nicht, dass irgendjemand einvernehmlichen Sex hat. Es ist die, auch aus christlichen Kreisen bekannte, Doppelmoral, die mich dabei stört. Einerseits wird, aus teilweise schwer nachvollziehbaren Gründen, den Besuchern und Unterstützern des Klosters und der Mönche eine "Reinheit" derselben präsentiert. Zumindest was Asiaten angeht, ist diese Art von Mönchsstatus eine wesentliche Voraussetzung für die von buddhistischen Laien gewährte Unterstützung. Für Westler ist diese Voraussetzung im Zuge der sexuellen Aufklärung und Emanzipation nicht ganz so wichtig, wenn aber Sexualität heimlich hinter dieser vorgeblichen Enthaltsamkeit gelebt und praktiziert wird, dann stößt es auch ihnen sauer auf. Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen hat, meist im Christentum und im Islam, eine jahrhunderte währende traurige Tradition. Auch die sexuellen Übergriffe von "Seelsorgern" die von der Seele dann doch mehr zur Sorge ums Leibliche übergehen, haben traurige Bekanntheit und stoßen auf Ablehnung. Im Buddhismus scheint, wie wir jetzt mehr und mehr erfahren, die favorisierte Strategie des ehemaligen US-Präsidenten Clinton in der US-Army "Don't ask - don't tell" seit langer Zeit die übliche Umgangsweise zu sein. Was nicht sein soll/darf, das ist dann auch nicht - am besten man fragt erst gar nicht danach und darüber reden sollte man möglichst auch nicht.

Diese altertümliche und asiatische Umgangsform mit der Sexualität kann hierzulande eigentlich nur zum Konflikt führen. Zwar hält sich die Sexualmoral in Grenzen, mit der Vertreter des Buddhismus in die Öffentlichkeit gehen, aber zu Verärgerung führende Doppelmoral ist es allemal wenn Wasser gepredigt wird um dann Wein zu trinken.

Kluge buddhistische Lehrer haben das schon lange erkannt und unterrichten ihre Schüler auch entsprechend:
Es geht nicht um die Handlung an sich, sondern um die Motivation die dahinter steht und um die Wirkung welche die Handlung hat. Ist die Motivation, auch im sexuellen Bereich, so weit wie möglich von Gier, Hass und Ignoranz entfernt und ist die sexuelle Begegnung verbunden mit gegenseitiger Liebe, Zuneigung und Verantwortung dann gibt es kein vernünftiges Argument aus buddhistischer Sicht, etwas gegen Sexualität buddhistischer Laien zu sagen.
Heraus zu finden, warum nun in den buddhistischen Ordensregeln (Vinaya) ein so großer Wert auf sexuelle Enthaltsamkeit der Ordensmitglieder gelegt wird, ist Sache von Menschen, die in diesen Orden eintreten. Allenfalls können noch Buddhologen sich Gedanken machen in welchen Zusammenhängen diese Regeln entstanden sind und ob sie noch zeitgemäß sind. Auf jeden Fall ist es im Buddhismus relativ einfach seine Robe wieder abzugeben, d.h. die Ordinierung zum Mönch/zur Nonne aufzugeben, wenn man feststellt, dass man den Anforderungen der Ordensgemeinschft auf der ein oder anderen Weise nicht gewachsen ist.

In Anerkennung der besonderen Lebensbedingungen, wozu auch die sexuelle Enthaltsamkeit gehört, kommt Mönchen und Nonnen traditionell großer Respekt und Unterstützung zu. Diesen Respekt und diese Unterstützung verspielen sich die Ordinierten auf lange Sicht, wenn sie ihre eigenen Regeln missachten. Das Gespräch darüber, ob und warum gewisse Regeln sinnvoll sind, steht auf einem anderen Blatt und sollte sicher irgendwann in absehbarer Zeit geführt werden.

Dienstag, 30. Juni 2009

Buddhismus in Frankfurt

Wenn immer ich Gäste habe oder betreuen darf, führe ich sie durch die mittlerweile recht stattliche Zahl buddhistischer Einrichtungen in Frankfurt und Umgebung.

Zum Programm gehören immer die


Pagode Phat Hue

in der Hanauer Landstr. 443. Ein Haus mit vietnamesischen Wurzeln, das noch immer für viele Vietnamesen im Rhein-Main-Gebiet ein beliebter Anlaufpunkt ist. Der Abt und eine Gruppe von, meist jungen, Mönchen und vereinzelt auch Nonnen bilden den Kern der "Sangha" dieser Einrichtung. Ein interessante Diskussion zum Thema Vinaya (den buddhistischen Mönchs- und Nonnenregeln) und zu einem genaueren Definieren des Begriffes "Zen" entspann sich jüngst im Zusammenhang mit der Pagode Phat Hue und ihrem Abt Thich Thien Son.

Der Fo Guang Shan Tempel

in der Hanauer Landstr. 11 - 13 (Unweit von der Konstabler Wache, Innenstadt). Ein Tempel der chinesisch-buddhistischen Tradition. Fo Guang Shan macht es sich seit vielen Jahrzehnten zur Aufgabe alle chinesischen Traditionen des Mahayana Buddhismus lebendig zu halten. Die hauptsächliche Praxis in diesem Tempel sind aber "Reines Land" und "Chan" (chinesisches Zen). Geleitet wird der Tempel von einer Nonne, die von Besuchern und Freunden des Tempels respekt- und liebevoll Meisterin genannt wird. Laien, meist Frauen und Männer aus der chinesischen Gemeinschaft, helfen der Meisterin den Tempel zu pflegen und die vielen Veranstaltungen vorzubereiten. Mittwochs zwischen 19:00 und 20:00 Uhr findet eine, meist von der Meisterin geleitete, Meditation für interessierte deutschsprachige Laien statt. An diese Meditation schließt sich ein ebenfalls deutschsprachiger, buddhistischer Gesprächskreis an.

Das Tibethaus

in der Friesengasse bzw. Kaufunger Str. 4 ist eine Institution für tibetische Kultur aber auch für buddhistische Praxis. Das Tibethaus steht unter der Schirmherrschaft des 14. Dalai Lama und des 9. Kyabgön von Dagyab, Loden Sherab Dagyab Rinpoche.

Buddha Sasana Ramsi

der Tempel der burmesischen Theravada-Tradition befindet sich, unweit der Frankfurter Stadtgrenze, in der Offenbacher Goethestr. 51.




Viele weitere Gruppen und Zentren aller buddhistischen Traditionen in Frankfurt und Umgebung sind auf der

Homepage der DBU unter dem Menuepunkt Gruppensuche

zu finden.