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Samstag, 8. Januar 2011

Wikileaks:
China bezahlt Nepal für
Festnahme tibetischer Flüchtlinge

Bilder: Tibetische Grenzstädte zu Nepal

China setzt die nepalesische Regierung unter Druck, gegen Peking gerichtete Proteste der Tibeter auf ihrem Staatsgebiet zu unterbinden. Wie aus einer, von Wikileaks veröffentlichten
US-Depeche hervorgeht, setzt China auch seine finanzielle Stärke ein, um die nepalesische Polizei dafür zu bezahlen, daß sie Angehörige der Exilgemeinde festnimmt.

In den von der Whistle-Blower-Website veröffentlichten Botschaften spricht eine unbenannte Quelle der US-Botschaft in New Delhi immer wieder davon, dass „die chinesische Regierung die Streitkräfte Nepals belohne, indem sie Grenzsoldaten finanzielle Anreize biete, auf der Flucht aus China befindliche Tibeter festzunehmen und auszuliefern".

Die dem US-State Department unter dem Titel „Tagebuch Delhi“ von der US-Botschaft gesandte Notiz, die als vertraulich eingestuft wurde, enthält auch eine Aussage über den tibetischen Flüchtlingsstrom, welche die Quelle dem Botschafts-Angehörigen am 4. Februar gemacht hatte.
Wikileaks, das über 250.000 amerikanische diplomatische Depeschen veröffentlichte, hat die Namen der als Quelle genannten Personen, entfernt.
Die Zahl der indischen Boden betretenden Tibeter ist stetig zurückgegangen, seitdem Peking von Kathmandu verlangte, die Patrouillen nepalesischer Grenztruppen zu verstärken, um die Tibeter daran zu hindern, nach Nepal zu kommen, wie aus der Depesche, die auch von myrepublica online, der Website der nepalesischen Tageszeitung Republica, veröffentlicht wurde, hervorgeht.
Darin heißt es, die Zahl der in Indien eintreffenden Tibeter sei „seit dem Volksaufstand in Tibet von 2008 merklich zurückgegangen“.

In Nepal leben etwa 20.000 Exiltibeter, und seit den Unruhen 2008 in Lhasa gab es in der Hauptstadt mehrere anti-chinesische Demonstrationen. Nepal stand unter dem Druck Chinas, sie aufzulösen. Peking hat Nepal wiederholt aufgefordert, die tibetischen Flüchtlinge auf seinem Territorium besser zu kontrollieren und den Protesten Einhalt zu gebieten.

Diese Protestaktionen brachten die Regierung Nepals, die solide Beziehungen zu China anstrebt, in Verlegenheit. Nepal bekennt sich zu der „Ein-China-Politik“, die Tibet als einen integralen Teil Chinas betrachtet. Nepal hat wiederholt seinem mächtigen Nachbarn im Norden versichert, daß es nicht gestatten werde, daß auf seinem Territorium gegen China gerichtete Aktionen stattfinden. Nepal hat die Kontrollen verstärkt und die Tibeter davor gewarnt, anti-chinesische Proteste zu organisieren.

Unter dem wachsenden Druck des kommunistischen Regimes in China hat Nepal immer wieder tibetische Flüchtlinge, die „Nepal von China aus illegal betraten“, zurückbefördert. Zahlreiche Medienberichte bestätigen, daß die Behörden in Nepal in den letzten Jahren mehrfach tibetische Flüchtlinge den chinesischen Behörden auslieferten.

Quelle: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) Arbeitsgruppe München

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Eine Weihnachtsgeschichte

Vor vielen Jahren reiste ich nach Tibet. Es war mitten im Dezember und ich verbrachte vor meiner Reise nach Lhasa einige Tage in New Delhi und in Kathmandu. Als ich Deutschland für meine Asienreise verließ, hatte ich als Geschenk für meine asiatischen Gastgeber einige kleine Weihnachtsstollen als Geschenke eingepackt. Außerdem bestand mein damaliger Freund, ein katholischer Theologe, darauf, dass ich den selbst gebastelten Weihnachtskalender, den er mir am 1. Dezember geschenkt hatte, auf meine Reise mitnahm. Ich musste versprechen, jeden Tag eines der 24 zusammengebundenen Päckchen auf zumachen.

Die Inhalte des Weihnachtskalenders, Schokoladenmünzen und andere Süßigkeiten, waren schöne Geschenke für Menschen die ich auf meinem Weg durch Indien und Nepal traf. An der Grenze Tibets angekommen, gab es nur noch drei Päckchen. Nachdem wir die Grenze zwischen Nepal und Tibet passiert hatten, erfuhren wir, dass die 40 km Weg zur Stadt Nyalam, bedingt durch heftigen Schneefall, für Fahrzeuge nicht passierbar waren. Wir entschlossen uns, diese 40 km zu Fuß zu bewältigen. Zu Fuß war dies 40 km eine Reise von zwei Tagen. Die Nacht, in der wir auf der Ladefläche eines stecken gebliebenen Lastwagens, schlafen mussten, war die Nacht, an der ich das letzte Päckchen meines Adventskalenders aufmachen durfte. Es war also der 24. Dezember.
Im letzten, etwas größeren, Päckchen befand sich ein Paket mit Wunderkerzen. Mit Hilfe unserer tibetischen Nachbarn, welche ebenfalls in eingeschneiten Autos nächtigen mussten, steckte ich die Wunderkerzen in einen Schneehaufen und zündete sie an. Nachdem ich in Asien den Dezember ziemlich frei vom üblichen Weihnachtsrummel verbracht hatte, war es um so schöner und eine echte Überraschung am 24. 12. diesen Weihnachtsschneeberg zu haben.

Donnerstag, 26. Februar 2009

Zen aus Formosa


Am Wochenende fand nach unserem DBU-Essen eine Veranstaltung mit einem Zen-Meister aus Taiwan im Frankfurter Fo Guang Shan Tempel statt. Zu Beginn hatten wir den Eindruck, dass die Veranstaltung ausfällt, als denn einige Zeit nach der vorgegebenen Anfangszeit doch Leben in die Gemeinschaftsräume des Tempels kam. Der Zen-Meister mit einigen Begleitpersonen tauchte auf.

Zunächst hatten alle Interessierten an einem Tisch Platz und es entwickelte sich ein persönliches Gespräch zwischen den Anwesenden und dem Meister. Nach und Nach kamen aber immer mehr Leute, einige Chinesen in Anzügen und auch anderes Publikum, so dass der Raum doch noch fast voll wurde. Nach einem umfangreichen Vortrag über Gesundheit und Krankheit und Aktivitäten die das eine erhalten und das andere verhindern helfen, wurde ich nach vorne gebeten und vom Meister nach meinem Namen gefragt. Er wandelte meinen buddhistischen und meinen bürgerlichen Namen in obige chinesischen Schriftzeichen um, ergänzte die Namen mit einem kurzen Gedicht und einer Kalligraphie von Bodhidharma.

Zu guter letzt wurde es doch noch ein schöner Abend und der Meister bat alle Anwesenden nach Möglickeiten für sein Projekt in Nepal zu spenden. Nähere Inormationen kann man unter der E-Mail-Adresse artna.woodstone@gmail.com bestellen.