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Sonntag, 6. Dezember 2009

Naturkatastrophe in Tibet

Ökozid am „Dritten Pol“: Das große Gletscherschmelzen in Tibet

Pressemitteilung von: IGFM München

(openPR) - Rezension des Films “Meltdown in Tibet” von Jamyang Norbu (Quelle: World Tibet News, tibet.ca)

Emblem des Films von der Website
Emblem des Films von der Website "Meltdown in Tibet"


Einen Trailer zu diesem Film von Michael Buckley (Wild Yak Films) gibt es auf der Website meltdowninTibet.com.

Al Gore’s neues Buch „Our Coice: A Plan to solve the Climate Crisis“ erschien gerade rechtzeitig, um noch vor der Klima-Konferenz in Kopenhagen im Dezember vorzuliegen. Bei den Diskussionen in der dänischen Hauptstadt wird gewiss das Schmelzen der Eisdecke an den Polen ein wichtiges Thema sein. Am nächsten Tag wird die Öffentlichkeit dann durch die Medien mit anrührenden Bildern von Eisbären auf den letzten Eisschollen in einem sonst eisfreien Polarmeer und verloren drein blickenden Pinguinen informiert.

Ein Thema, von dem wir fürchten, dass es bei der Konferenz nicht diskutiert wird (ebensowenig wie in Al Gore’s Buch) ist die ökologische Krise in einem anderen Teil der Welt, deren Auswirkungen genauso verheerend sein werden wie die der großen Eisschmelze in der Arktis und Antarktis. Einige Experten bezeichnen dieses Gebiet als den „Dritten Pol“ der Erderwärmung. Es geht natürlich um das tibetische Hochland.

Gletscher im Himalaya und auf dem tibetischen Hochland schrumpfen dermaßen rasant, dass sogar ein oder zwei chinesische Wissenschaftler in Panik gerieten. “Infolge der globalen Erwärmung ziehen sich die Gletscher auf dem Qinghai-Tibet Plateau großflächig und viel schneller als in jedem anderen Teil der Erde zurück“, sagte kürzlich Qin Daha, ein ehemaliger Direktor des chinesischen meteorologischen Instituts. „Kurzfristig wird dies zu einer Vergrößerung der Seen führen und Hochwasser und Schlammlawinen auslösen. Langfristig gesehen sind die Gletscher lebensnotwendig für den Wasserhaushalt von Flüssen wie Indus und Ganges. Wenn sie verschwinden, dann ist die Wasserversorgung in jenen Regionen gefährdet.“

Tibeter und Tibet-Unterstützer wissen sehr gut, dass die drohende und fast unausweichliche ökologische Katastrophe auf dem tibetischen Hochland nicht nur das Resultat der globalen Erwärmung ist, sondern in gleichem, wenn nicht noch höherem Maße eine Folge der extremen Ausbeutung und Zerstörung der „Berge und Wasserläufe“ (tib. ri-lung) Tibets durch China.

Um diese „unbequeme Wahrheit“ über das tibetische Hochland ins Bewusstsein der Allgemeinheit zu rücken, wurde ein neuer Dokumentarfilm geschaffen, der einige wichtige, und sehr beunruhigende Fragen aufwirft:

- Was ist das Schicksal der Quellgebiete der gewaltigen Flüsse in Tibet?
- Warum verschwinden die tibetischen Nomaden aus dem Grasland?
- Warum baut China so viele riesige Staudämme auf dem tibetischen Hochland?
- Was für eine Auswirkung wird dies auf die flussabwärts lebenden Menschen haben?
- Was führen Chinas Ingenieure noch im Schilde?

In seinem 40minütigen Film „Meltdown in Tibet“ verwendet Michael Buckley geheim gedrehtes Filmmaterial und Kamerabilder, um uns einen aufregenden Einblick in Chinas gigantische und potentiell katastrophenträchtige Staudamm-Projekte in Tibet zu geben. Er zeigt uns, wie die tibetischen Nomaden von ihrem angestammten Land vertrieben werden, um Platz für die Staudämme und die Bergbauprojekte zu schaffen. Aber das sei nur die Spitze des Eisberges, sagt uns der Autor des Films. Was sich drohend abzeichnet, ist eine Wasserkrise riesigen Ausmaßes, die Millionen von Menschen in den überbevölkerten Landstrichen von China, Indien, Pakistan, Bangladesh, Nepal, Vietnam, Thailand, Kambodscha, Burma und Laos in Mitleidenschaft ziehen wird.

Der Film wirkt unmittelbar und überzeugend, weil Michael Buckley tatsächlich mit dem Floß die Wildwasser hinab fuhr, von denen er spricht, und weil er die Qualität dieser größten asiatischen Wasserläufe spektakulär im Film ein fing. Dass er insgeheim einige jener Staudämme filmte, welche die Chinesen an diesen Flüssen bauen, verleiht dem Dokumentarfilm Authentizität. Das mag sich hier nach Mäkelei anhören, aber der Film scheint sein Tempo ein wenig zu verlangsamen, wenn er die Flüsse verlässt und allgemeine Probleme wie die chinesische Präsenz in Tibet, den tibetischen Buddhismus und seine Bewahrung behandelt.

Aktivisten für die Freiheit in Tibet (Rangzen) könnten den Film und die Konferenz in Kopenhagen nutzen, nicht nur um die chinesische Plünderung des Hochplateaus zu geißeln, sondern um deutlich zu machen, dass dieser unwillkommene Beitrag zur Klimaerwärmung die direkte Folge der chinesischen Invasion, Besetzung und Ausbeutung Tibets ist. Außerdem waren in der Vergangenheit, im unabhängigen Tibet, die Nomaden, die Bauern, und sogar die Regierung verantwortungsbewusste Hüter ihres Landes und seiner unberührten Natur – ein Umstand, den Buckley in seinem Film immer wieder unterstreicht.

Der Dalai Lama äußerte vor einigen Jahren ungewöhnlich deutlich zu diesem Thema: „Es ist ungeheuer wichtig, die Öffentlichkeit darüber zu informieren, dass die Ökologie Tibets einer ganz besonderen Aufmerksamkeit bedarf.“.

Weitere Informationen über die Umweltzerstörung in Tibet: Rubrik „Ecodesk“ auf der Website www.tibet.net der Tibetischen Regierung-im-Exil: http://tinyurl.com/yd7wyko

Sowie die Seite: Tibet Environment Watch: www.tew.org

Internationale Gesellschaft
für Menschenrechte (IGFM)
Arbeitsgruppe München
c/o Jürgen Thierack
Rudolfstraße 1
82152 Planegg
(+49 89) 859 84 40 oder
(+49 40) 480 80 77 Angelika Mensching
www.igfm-muenchen.de

Donnerstag, 15. Januar 2009

Ist christliche Berichterstattung seriös?


Seit Monaten beobachte ich Berichte auf christlichen Portalen auf denen in alter christlicher Märtyrertradition von Christenverfolgung durch Buddhisten berichtet wird. Ja richtig, man glaubt es kaum, Buddhisten...

Hier ein Bericht aus Sri Lanka vom Sommer
Wie die Allianz-Mission aus Dietzhölztal in Mittelhessen mitteilte, wurde ein buddhistischer Mob in Colombo von einem Mönch dazu aufgestachelt einen evangelikalen Gebetsraum zu verwüsten. Auf Nachfrage konnte man mir keine genaueren Details nennen, weder den Namen des Mönchs noch der buddhistischen Gemeinde in Colombo zu der Mönch und Mob gehörten. Auch Presseberichte von vor Ort standen nicht zur Verfügung. Nunja, eine evangelikale Mission aus Dietzhölztal in Mittelhessen kann ja auch nicht alles wissen was so in der Welt passiert und nimmt dann halt auch gerne mal eine ungeprüfte Nachricht.

Im zweiten, davor liegenden, Fall ist der Absender der ungesicherten Nachricht aus Sri Lanka allerdings etwas bekannter! Radio Vatikan berichtet:
Sri Lanka: Christen bedroht
Als Quelle der Nachricht wurde eine Agentur "asianews" angegeben, die als italienischsprachige katholische Agentur nach nur wenig Recherche zu erkennen war. Mit folgendem Schreiben nach Rom bat ich um die Angabe weiterer Quellen:

Sehr geehrter Pater von G.....,

am 15. Oktober 2007 a.D. las ich in der Internetpräsenz des Radio Vatikan die folgende Meldung:

Zitat

Sri Lanka: Christen bedroht
Aus Angst vor Übergriffen extremistischer Buddhisten können rund 300 katholische Familien seit zehn Tagen nicht mehr die Messe feiern. Die Polizei musste die Messfeiern in der Kirche "Rosa Mistica" bei Crooswatta aus Sicherheitsgründen untersagen. Extremistische buddhistische Mönche und Laien hatten den Christen mit dem Verlust von "10 bis 15 Menschenleben" gedroht, sollten sie ihre Kirche fertig bauen. Die Gemeinde hat sich mittlerweile an ein Gericht gewandt.

(asianews 15.10.2007 so)

Zitat Ende

Wie ich bei meiner weiteren Recherche feststellen konnte, handelt es sich bei der angegebenen Quelle "asianews" um einen christlichen Nachrichtendienst.

Namens und im Auftrag der Deutschen Buddhistischen Union möchte ich Sie bitten weitere, möglichst neutrale, Quellen zu nennen, die diese Nachricht belegen können.

Mit freundlichen Grüßen

Herbert Rusche

für die Deutsche Buddhistische Union


Alles was auf mein, die Form wahrendes und höfliches, Schreiben (per Brief) zurück kam war:



From:
deutsch@vatiradio.va
vielen Dank für Ihre Mail! Wir haben in diesem Fall keine andere Quelle als asianews. Am besten wenden Sie sich direkt an die Agentur. Mit herzlichen Grüßen, Ihr Stefan K... von Radio Vatikan

Herrn K. erschien es also als ganz normaler Vorgang, dass die katholische Kirche sich selbst zitiert und der Verweis sich mit der Agentur in Verbindung zu setzen, setzte italienische Sprachkenntnisse meinerseits voraus und war wohl auch nicht so ernst gemeint.

Im dritten Fall kam noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest 2008 eine weitere Märtyrergeschichte
diesmal aus Bangla Desh.
Auch hier war es die katholische Kirche, die auf einem frommen Portal in Österreich von drakonischen Maßnahmen buddhistsicher Laien und Mönche zur Zwangsrekonvertierung von Neukatholiken in Bangladesh zu berichten hatte.
Auf die Antwort auf folgendes Schreiben warte ich noch heute:

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Ihrem Internetangebot war am 23.12. eine Meldung mit folgender Überschrift zu finden:

Bangladesh: Buddhistische Mönche zwingen Christen zur Rekonversion
Der Link zu diesem Bericht ist folgender:

http://www.kath.net/detail.php?id=21676

Da in Zusammenhang mit dem Artikel kein Quellennachweis zu finden ist, bitte ich Sie mir mitzuteilen, von welcher Agentur oder welcher sonstigen Quelle Sie diese Nachricht übernommen haben. Auch würden mich genauere Informationen über die in diesem Artikel erwähnten beteiligten Buddhisten und Christen (z.B. welche Pagode, welche Kirche an welchem Ort in Bangladesh etc.) interessieren.

Mit freundlichen Grüßen

Zusammen mit der Österreichischen Buddhistischen Religionsgemeinschaft, die ich von meinem Schreiben in Kenntnis gesetzt habe, warte ich nun auf eine Antwort. Erste Überlegungen ob eine strafbewährte Unterlassungserklärung in diesem Fall ein geeignets Mittel ist, gehen bereits durch unsere Köpfe.