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Sonntag, 10. April 2011

500 Dollar waren damals mehr als nur eine Hand voll.

Nicht alle Männer die ich in jungen Jahren in Heidelberg kennen lernte, lebten Inkognito. Je mehr sie sich unbeobachtet fühlten und je weiter sie weg von zu Hause waren, um so leichter fiel es ihnen "out of the closet" zu sein.
So war ich mit einem jungen Amerikaner namens Gilbert Newlands aus Cleveland, Ohio zwischen meinem 17. und 18 Lebensjahr befreundet. Gilbert, den ich leider in späteren Jahren bei meinen Besuchen in den Vereinigten Staaten nie ausfindig machen konnte, studierte im Heidelberger Schiller College und wohnte in Ziegelhausen bei Heidelberg.

Er war der Spross einer reichen Familie in Cleveland und hatte jeden Monat 500 US-$ zur Verfügung, was 1969/1970 noch sehr viel Geld in Deutschland war. Soweit ich mich erinnere stand der Kurs damals 1,- US-$ zu ca. 4,- DM. Gilbert war sehr großzügig und freute sich in mir jemanden gefunden zu haben, mit dem er sein Geld ausgeben konnte. Mehr als einmal war ich eingeladen mit Gilbert eine mehrtägige Fahrt in seinem VW Käfer Cabriolet zu unternehmen. Eine davon führte uns nach Paris und war meine erste und zugleich letzte Reise in diese Stadt.
Zu meinem 18. Geburtstag bekam ich eine vergoldete Kette für das Handgelenk mit der Gravur Herbert und auf der Innenseite G.N. to H.R. 1970, die sich noch heute in einem kleinen Kästchen in meinem Schrank befindet.

Sicher ist dieser Beitrag kein große Nachricht für Außenstehende. Die Möglichkeit und der Versuch aber, dass nach dieser langen Zeit ein Gilbert Newlands in Cleveland, Ohio, oder eine/r seiner Nichten und Neffen, oder gar Söhne, Töchter oder Enkel nach seinem Namen googelt und damit nach 41 Jahren, durch technische Errungenschaft von heute, wieder ein Kontakt zustande kommt, ist es mir wert.
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