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Freitag, 14. August 2009

Mein Déjà-vu - Deja vu bei Piraten

Schon vier mal war ich auf dem
Stammtisch der Frankfurter Piraten,
Montags ab 20:00 Uhr
im Club Voltaire
.

Ich habe mich, vor allem bei meinen ersten beiden Besuchen, sehr gewundert, wie wenig Interesse einigen anwesenden anderen Stammtischbesuchern, meinem Begleiter und mir seitens der Piraten entgegen gebracht wurde. Die meisten Piraten saßen draußen am Rauchertisch, während wir, die interessierten Bürger, teils potentielle neue Mitglieder teils potentielle neue Wähler, unter uns waren und im Innenraum des Club Voltaire saßen.

Die wenigen Gespräche die dann unter uns Interessierten und bei den letzten beiden Montagen auch vermehrt mit Piraten geführt wurden, erlebte ich nahezu als ein Déjà-vu.

Da waren junge und auch etwas ältere engagierte Leute aus unterschiedlichen politischen Richtungen, die in die Politik einsteigen wollen, weil sie ihre Themen nicht ausreichend bei den etablierten Parteien berücksichtigt sehen.

Das war Ende der 70er Jahre bei den Grünen nicht anders. Die Piraten werden mit Themen konfrontiert, denen sich die Grünen der frühen Jahre auch stellen mussten. So ist es vor allem die "Einpunktpartei" die man ihnen vorwirft zu sein. Hier die, nicht nur informelle, Freiheit, bei den Grünen damals die Ökologie. Nur die Diskussion über den Sinn oder Unsinn von Internetsperren und der Beitritt eines Politikers, der sich über seine politische Tätigkeit hinaus für so genannte "Kinderpornographie" interessiert haben soll, führen bei der Öffentlichkeit zum Teil schon zu einer Kinderschänderdebatte. Ähnlich wie das damals bei den Grünen war. Da wurde die Diskussion über konsenzionelle Sexualität, und das Aufschreiben dieser Diskussion in einem Landesprogramm der Partei, von interessierter Seite zu einem ähnlichen Thema hochgeputscht. Sicher wird auch die, mittlerweile wirklich überholte, weil längst veraltete, Links/Rechts Diskussion die armen Piraten noch einholen.

Sehr bekannt kommen mir auch die Reaktionen der Piraten auf diese Anwürfe vor. Anstatt zu warten bis die Medien und das "gesunde Volksempfinden" die nächste Sau durchs Dorf jagen, versuchen sie sich mit den Themen zu befassen und sich für etwas zu entschuldigen, das mit ihnen eigentlich so gar nichts zu tun hat.

Natürlich werden die Piraten auch die anderen politisch relevanten Themen besetzen, wie das seinerzeit die Grünen gemacht haben. Natürlich werden sie professioneller im Umgang mit politischen Gegnern und Neidern, die sie in eine bestimmte Ecke schieben wollen.

Nach meinem Gefühl werden sie zunächst einmal ihre Zeit und ihren Erfolg haben und sich gut entwickeln.
Homepage der Piraten-Partei mit Link zu Stammtischen und Parteigliederungen

Selbstverständlich werden sich, bei Erfolg, auch die Herrschaften mit den dicken Ellenbögen, und die welche alles besser wissen, einfinden. Diese werden wahrscheinlich die Idealisten der Anfangstage zu verdrängen versuchen. So weit ist es noch nicht, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das mein nächstes Déjà-vu bei den Piraten sein wird.
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