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Freitag, 23. Januar 2009

Interreligiöser Dialog (1)?

Alle sind vordergründig dafür, sogar einige islamische Gruppen. Doch was bleibt übrig, wenn man einmal etwas genauer schaut?

Zum Beispiel Ahmadiyya auch als Ahmadiyya Muslim Jamaat, Ahmadiyya Muslim Gemeinde e.V. bekannt.

In Verbindung mit zwei ehemaligen Linksintellektuellen aus der 68er Generation, Hadayatullah Hübsch und Abdullah Uwe Wagishauser, ist mir diese Organisation seit über 30 Jahren immer mal wieder begegnet. Vor allem in den frühern 80ern, in denen ich Hadayatullah H. mehr als einmal in einigermaßen verwirrtem Zustand auf der Straße in Frankfurt-Sachsenhausen antraf und aufgelesen habe. Nach einem, von mir gereichten, Tee zur Beruhigung und nach ausführlichen Gesprächen an meinem damaligen Arbeitsplatz in der Schwanthaler Str. brachte ich ihn zu seiner Frau. Diese bedankte sich immer artig, verborgen hinter der Eingangstür mit Milchglas die nie ganz geöffnet wurde, und nahm ihren Mann wieder unter ihre Obhut.

In Gesprächen mit sunnitischen Moslems bekam ich Jahre später zu hören, dass diese Gruppe nicht ganz ernst zu nehmen sei und es sich sich um eine Art moslemische Sekte aus Pakistan handle.

Im Herbst 2008 begegnete mir die Ahmadiyya wieder. Als frisch gewähltes Mitglied des Rates der Deutschen Buddhistischen Union wurde ich als Vertreter des Buddhismus vom Vereinsvorstand Zafar Khan zur Eröffnung der Moschee in Berlin geladen. Dieser Einladung konnte ich nicht folgen, da just zu dieser Zeit Buchmesse in Frankfurt war und ich dort verschiedene Termine wahrnehmen wollte.

Ein wenig später, im November 2008, fand der "Tag der Religionsstifter" statt, zu dem ich ebenfalls eingeladen wurde. Während der Veranstaltung sah ich eine Broschüre des Vereins, in der geschrieben stand, dass letztlich alle Religionen den Islam zum Ziel haben, deren Anhänger das aber in ihrer Verblendung nicht sehen können oder wollen. Außer mir war noch ein Stadtrat, ein Christ und eine jüdische Vertreterin auf dem Podium.

Seltsamer Dialog in dem die Gäste ungefragt für die eigene Sache, vereinnahmt und eingespannt werden.

Die Krönung war, dass Herr Khan kurz vor der Veranstaltung über mich im Internet recherchiert hat. Dort muss er zwangsläufig über meine schwulenpolitischen Aktivitäten gestolpert sein und seine anfängliche Begeisterung über diesen Vertreter des Buddhismus ebbte spürbar ab.

Als Teilnehmer dieses Abends bekam ich ein Buch geschenkt in dem allerlei Aufsätze vom Kalifen standen. Das Schwulensymbol auf dem Titel des Buches machte mich neugierig. Unter dem Stichwort Homosexualität bekam ich dann auch zu lesen, dass Homosexualität bei Ahmadiyya mit Verbrechen gleichgesetzt wird. Also noch eine Unverschämtheit: Nicht genug, dass ich als Buddhist als Wasserträger ihres Islam vereinnahmt wurde, nein, kurz nachdem man über mein schwulenpolitisches Engagement gelesen hatte, musste mir auch noch diese, nicht nur islamspezifische, Dummheit reingedrückt werden.

Als religiöser Dialog getarnte Mission - soviel zum religiösen Dialog mit moslemischen Sekten.

Die als "Gottes Wort" weitergegebenen Hirngespinste ihrer homophoben Propheten, Kalifen, Immane und Muftis ergänzen das ganze vortrefflich.
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